Zur Wahrung von Substanz und Erscheinungsbild: Denkmalschutz fordert Energieberatung statt Energiepässe für Baudenkmäler. | Claudia Sanders

Sanierung mit Gefühl: Wie weit etwa Wärmedämmmaßnahmen gehen dürfen, soll am Einzelfall entschieden werden.
Die Spitzenorganisationen des Denkmalschutzes in Deutschland fordern, die geplante Novellierung der Energieeinsparverordnung 2007 an die besonderen Anforderungen des Denkmalbestandes anzupassen. Die fünf Spitzenorganisationen sind das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz, die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege sowie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Sie sehen grundsätzlich die Notwendigkeit, Baudenkmäler maßvoll energetisch instand zu setzen, um klimaschädliche CO2-Emissionen im Gebäudebestand zu mindern. Sie haben am 18. Oktober in Braunschweig aber gemeinsam darauf hingewiesen, dass mit einem zwingenden Energieausweis das Risiko steige, „dass das Erscheinungsbild und/oder die Substanz von Baudenkmälern durch ungeeignete und unsachgemäße Wärmedämmmaßnahmen gefährdet werden“. Die Denkmalschützer regen für Baudenkmäler daher eine auf den Einzelfall bezogene Energieberatung an. Weiterhin wird die primärenergetische Betrachtung des Bauens und Nutzens von Gebäuden über deren Gesamtexistenzdauer gefordert. Die meisten Baudenkmäler stünden bei dieser Bilanz oben auf der Bewertungsskala.


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