Was Architektenkammern auf Immobilienmessen bieten. | Tanja Waldmann, Christof Bodenbach
Immobilienmessen sind Tummelplätze von Investoren, Projektentwicklern und Bankern. Scheinbar passen Architekten dort nicht hin. Tatsächlich haben aber Architektenkammern beste Erfahrungen mit Auftritten auf Immobilienmessen gemacht. Nirgendwo sonst finden sich derart viele potentielle Bauherren auf einem Fleck. Wichtigste jährliche Veranstaltungen sind die Expo Real in München und die Mipim im französischen Cannes (siehe “Grünes in Cannes).
Für die nächste Expo Real vom 6. bis 8. Oktober planen die Architektenkammern mehrerer Länder und die Bundesarchitektenkammer den Schwerpunkt „Nachhaltigkeit“ – ein Thema, das auch die Wirtschaft immer stärker bewegt. Dabei soll es nicht nur um einzelne Ökofragmente gehen, sondern um die Vernetzung komplexer Systeme. Also um eine Spezialität vieler Architekten und Planer, die integratives Denken erfordert. Vorgesehen sind Projektvorstellungen und Gesprächsrunden am gemeinsamen Stand der genannten Architektenkammern.
Diese Veranstaltungsform hat sich bereits auf der Expo Real 2007 bewährt. Hier ging es noch nicht um Nachhaltigkeit insgesamt, sondern speziell um die Leistungsfähigkeit von Architekten beim Thema „Energieeffizientes Bauen“. Es wurden nationale und internationale Projekte vorgestellt, unter anderem aus Moskau, Pittsburgh und Bahrein. Eine Besonderheit war der jeweils gemeinsame Auftritt von Architekten und Bauherren. Deren Statements vermittelten die Qualität der präsentierten Architektenleistungen besonders glaubhaft.
Neu in diesem Jahr ist auch die Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) am Stand der Architektenkammern. Dieser Zusammenschluss von Architekten, Planern, Immobilien- und Bauunternehmen entwickelt derzeit eigenständige Standards, die höheren Anforderungen entsprechen als beispielsweise das amerikanische LEED-System. Die DGNB arbeitet derzeit an einem eigenen Zertifizierungsmodell; auch hierzu dürfte es auf der Expo Real einiges zu berichten geben. Firmenmitglieder der DGNB werden zum Stand der Architektenkammern gezielt eingeladen.
- Rückblick auf den Auftritt der Architektenkammern auf der Expo Real 2007: www.besser-mit-architekten.de
Grünes in Cannes
28 000 potenzielle Bauherren, Projektentwickler, Vertreter von Immobilienunternehmen, Städten und Regionen an einem Ort – das bietet die „Mipim“-Messe im südfranzösischen Cannes. Unterstützt vom deutschen Auslandsmesseprogramm AMP waren Mitte März auch die Bundesarchitektenkammer (BAK), das Netzwerk Architekturexport NAX und fünf deutsche Büros vertreten: Collignon, Eike Becker, Rothmann und Partner, Weingartner + Partner und das ena – european network architecture. Wichtigster Messetrend 2008: Auch die Immobilienbranche entdeckt Ökologie und Nachhaltigkeit. „Green Buildings“ waren ein zentrales Thema. Mit dem „Mipim-Award“ wurde erstmals ein Bau für seine Ökoqualität ausgezeichnet: das Amsterdamer Bürohaus „Crane Track“, entworfen von Troude Hooykaas. Deutsche Architekten sollen nach vielversprechenden Gesprächen und Erfahrungen auch im nächsten Jahr auf der Mipim vertreten sein. BAK und NAX werden rechtzeitig einladen.
Christof Bodenbach




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