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Kunst in Basel

Basel auf seine Art

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Liebhaber von Formen und Farben können auf den Messen „Art Basel“ und „Design Miami Basel“ Kunst auf internationalem Niveau erleben. | Wibke Roth

Germaine Kruip „Counter Composition“, 2007 Galerie The Approach, London

Die „Art Basel“ zählt zu den bedeutendsten Messen der internationalen Kunstszene. Die trifft sich dieses Jahr schon zum 39. Mal in der Stadt, um Stars und aufstrebende Künstler und deren Werke zu erleben. Doch nicht jeder kann seine Kunst zeigen. Welche Galerien vom 4. bis 8. Juni 2008 überhaupt ausstellen dürfen, hatte eine Jury internationaler Galeristen im Oktober vergangenen Jahres entschieden – und hatte dabei die Wahl zwischen 1000 Bewerbern: „Zum einen geht es bei der Entscheidung um die Qualität der Künstler, zum anderen aber auch um die Internationalität und darum, das Spektrum der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts zu zeigen“, sagt Kommunikationsleiter Peter Vetsch. 300 Galerien meisterten diese Hürde.


Genügend Raum für große Kunst – „Art Unlimited“

Darunter befinden sich auch die Werke, die auf 12 000 der 41 000 Quadratmeter Messelandschaft ausgestellt werden: „Art Unlimited“ heißt die Ausstellungsfläche, die der Architekt und Kunstsammler Theo Hotz geschaffen hat. Großen und raumgreifenden Skulpturen, Installationen, Projektionen, Wandmalereien und Performances wird genügend Raum gegeben. Hier gibt es keine Stände, wodurch die Atmosphäre der einer Ausstellung gleicht: „Ob die 100 oder 30 Quadratmeter Platz einnimmt – die Kosten bleiben gleich“, erläutert Vetsch. Es verwundert also nicht, dass diese Plattform gern von Künstlern genutzt wird, denen woanders womöglich finanzielle, räumliche oder technische Grenzen gesetzt waren. In diesem Jahr nutzen 60 Kreative aus 23 Ländern die Möglichkeit, ihren raumbedürftigen Werken Platz zu gewähren. Einige von ihnen haben sie sogar speziell für diese Ausstellung entwickelt. Auch die andere Seite, Sammler und Museen also, entwickelte ein immer größeres Interesse an dieser großen Kunst, erläutert Vetsch.

Yangjiang Group „Rat Cow Tiger Rabbit Dragon Snake“, 2007 Galerie Vitamin Creative Space, Guangzhou

Die Exponate sind vielseitig. Neben Künstlern wie Carl Andre, Hans Peter Feldmann oder Michelangelo Pistoletto, deren Karrieren in den 1960er-Jahren begannen, sind dieses Jahr auch viele Arbeiten von jungen und weniger bekannten Künstlern vertreten. So zeigt der Franzose Fabrice Gygi, Jahrgang 1965, mit „Vigie“ einen zwölf Meter hohen Turm, an dem eine Kabine auf- und abfährt – ein Monument staatlicher Autorität, das auf der Messe das Kommen und Gehen der Besucher überwacht.


Kunstaussagen junger Künstler

Matt Saunders „Hertha (Filmcard) #2“, 2007 Galerie Harris Liebermann, New York

In derselben Halle setzen zudem die „Art Statements“ Akzente auf das Schaffen der jüngsten Künstlergeneration. 31 Einzelausstellungen sind hier zu sehen, von Vertretern aller Herren Länder. Sie stammen aus Österreich, Brasilien, England, China, Kuba, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Peru, Rumänien, der Schweiz, den USA und Vietnam. Die jungen Künstler, die jüngsten von ihnen sind 1982 geboren, haben sich gegen insgesamt 290 Bewerber durchgesetzt, so etwa die Niederländerin Germaine Kruip, Jahrgang 1970, mit ihrem Werk „Counter Composition“.

Die Besonderheit dieses Messesektors: Seit 1999 werden hier vor Ort zwei herausragende Statementprojekte mit dem Bâloise-Kunstpreis ausgezeichnet. Dazu erhalten die Künstler jeweils 25 000 Schweizer Franken vom Namensgeber. Die Versicherungsgruppe kauft die Werke zudem an und schenkt sie wichtigen Institutionen wie dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig in Wien oder der Kunsthalle Hamburg. Dort befindet sich seit April auch die Lichtinstallation „Series of Vulnerable Arrangements – 7 Basle Lights“. Das Werk der 1991 in Korea geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin Haegue Yang soll das Publikum auf verschiedenen Sinnesebenen ansprechen. Auf der vergangenen Art Basel hatte sie damit dem Sinn der Bâloise-Jury entsprochen.


Design parallel zur Kunst

Pietro Roccasalva „Senza titolo“, 2005 Galerie ZERO…, Mailand

Selber Zeitraum, selbe Stadt: Parallel zur Art Basel bringt die Messe „Design Miami/Basel“ vom 3. bis 5. Juni 2008 die internationale Prominenz der Designszene zusammen. Die Schwesterveranstaltung zur „Art Basel Miami Beach“ in den USA findet nun schon zum dritten Mal in der Schweiz statt und zählt mittlerweile zu den wichtigsten Designmessen der Welt. Die Schweizer Messe AG wolle vor allem von dem Wachstumspotenzial des Marktes und den Synergien zwischen zeitgenössischer Kunst und Design profitieren, heißt es in dem Fachmagazin M&A Review. 29 Galerien stellen historische Werke aus den frühen 1920er-Jahren sowie zeitgenössische Arbeiten in der Markthalle Basel aus.

Rama Chorpash „Totem Table“ Galerie: Cristina Grajales Inc., New York City

Sieben der Galerien, wie die Galerie Pierre Marie Giraud aus Brüssel, sind dieses Jahr zum ersten Mal in Basel dabei. Der belgische Aussteller wird unter anderem mit der Skulptur „Ait Baha“ der Designerin Martine Bedin vertreten sein. Zu den wiederkehrenden Galerien zählt etwa die Galerie Cristina Grajales Inc. aus New York City, die sich auch mit dem „Totem Table“ von Rama Chorpash präsentieren wird.

Art Basel

Martine Bedin „Ait Baha“ Galerie Pierre Marie Giraud, Brüssel

Informationen: www.artbasel.ch
Gelände: Hallen 1 und 2 der Messe Basel
Öffnungszeiten: Mittwoch, 4. Juni, bis Sonntag, 8. Juni 2008,
täglich von 11 bis 19 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene: 20 sFr; Kinder und Studenten: 10 sFr
Führungen: Art Basel und die gcc GmbH ­bieten täglich Führungen auf Deutsch, ­Französisch und Englisch an. Buchungen und Kontakt unter: Nicole Reber,
Tel. 0041/61/7 01 20 77;
Fax 0041/61/7 01 20 76;

Art Kids: Die Art Basel bietet Kindern ­zwischen drei und 13 Jahren auch dieses Jahr eine besondere Betreuung an: Während die Eltern die Ausstellung besuchen, können die Kinder und Jugendlichen auf der zweiten Etage in Halle 2 spielen und künstlerische Techniken erlernen. „Art Kids“ ist für die ­Besucher der Art Basel gratis.


Design Miami Basel

Informationen: www.designmiami.com
Gelände: Markthalle, Basel
Öffnungszeiten: Dienstag, 3. Juni, bis ­Donnerstag, 5. Juni 2008, täglich von 11 bis 19 Uhr
Eintrittspreis: 20 sFr

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