Artikel drucken Artikel versenden

Berufshaftpflicht

Diesen Artikel teilen:

Am Haftpflichtschutz ändert sich durch die HOAI-Novelle nichts. Doch bei Überschreitung vereinbarer Kosten droht ein persönliches Risiko | Stefanie Kuhn

Konkrete nachteilige Auswirkungen der HOAI-Novellierung auf den Berufshaftpflichtversicherungsschutz der Architekten sind derzeit nicht erkennbar.

Die meisten Berufs-Haftpflichtversicherer haben mittlerweile das komplette „Berufsbild“ des Architekten versichert, was sich natürlich nicht nur auf die HOAI beschränkt. Insoweit sind etwaige Änderungen im Leistungsumfang des Architekten, die aus der HOAI-Novellierung resultieren, ohne nachteilige Folgen für den Versicherungsschutz.

Die Versicherten, deren Versicherungsschutz sich auf die HOAI oder einzelne Teile der HOAI kapriziert, sollten ggf. mit ihrem Versicherer Rücksprache halten, inwieweit dieser angepasst werden muss.

TIPP: Auch wenn das „Baukostenvereinbarungsmodell“, bedingt durch die engen Voraussetzungen, nur in wenigen Fällen zur Anwendung kommen wird, besteht -abhängig von der vertraglichen Vereinbarung zwischen Bauherrn und Architekt – die Gefahr, dass Überschreitungen der vereinbarten Baukosten ggf. nur eingeschränkt versichert sind.

Konkret bedeutet dies: Hat sich der Architekt vertraglich zur Einhaltung einer Baukostenobergrenze verpflichtet oder gar eine Baukostengarantie abgegeben, haftet er bei Überschreitung dieser Grenze für die darüber hinausgehenden Kosten – auch wenn es sich originär um Sowiesokosten handeln würde, die eigentlich vom Bauherrn zu tragen sind. Zwar gewähren einige Versicherer (z.B. die VHV) auch für Schäden, die durch eine fehlerhafte Kostenermittlung entstehen, Versicherungsschutz – Sowiesokosten sind jedoch grundsätzlich hiervon ausgenommen. Konsequenz wäre, dass der Architekt mit seinem Privatvermögen bzw. dem Kapital des Büros haftet.

Passend zum Thema





Kommentare

Wir freuen uns über Ihre Beiträge und bitten Sie, die Regeln dieses Forums einzuhalten:

  • Bitte nennen Sie uns Ihren Namen und Ihre e-Mail-Adresse. Anonyme Statements werden nicht veröffentlicht. Ihre e-Mail-Adresse wird selbstverständlich nicht mit veröffentlicht und nur im Falle von Rückfragen durch die Redaktion genutzt.
  • Schreiben Sie zur Sache.
  • Teilen Sie etwas Neues mit.
  • Nennen Sie Argumente.
  • Bitte keine Beleidigungen.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zurückzuweisen.
Texte können erst nach Freischaltung durch die Redaktion erscheinen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.