Als Architekt, der in Mainz aufgewachsen ist und lange Zeit hier gewohnt hat, möchte ich etwas zur barrierefreien Gestaltung der Christuskirche anmerken. Die Planung hat durchaus die Anforderungen der Barrierefreiheit erfüllt. Ist dies jedoch ausreichend, um sie als Vorzeigefall in Ihrem, ich hoffe doch, anspruchsvollen Magazin darzustellen? Mehrere Bewohner aus der Umgebung haben zeitgleich mit mir festgestellt, dass diese neue Gestaltung die Christuskirche nachhaltig beschädigt. Besonders fallen die unangebracht voluminösen Betonbrüstungen rechts und links der Rampe ins Auge. So baute man in den 1970er-Jahren Autobahnauffahrten auf Brücken. Ebenfalls heillos überdimensioniert sind die plumpen Geländeraufsätze. Am allerschlimmsten ist jedoch die Materialwahl. Hätte es nicht etwas anderes sein können als die hässlichen Betonplatten? Diese billigen Betonbrüstungen? Und das alles ist dermaßen stabil ausgeführt, dass ein Abriss wahrscheinlich erst in hundert Jahren erfolgen wird. Wie gefühllos der ganze Umbau geplant wurde, sieht man auch an kleinen Details. So sind auf einer Garteneinfassungswand seitlich der Kirche Sitzbänke integriert. Ich bitte Sie! Da schlängelt sich dreispurig die Kaiserstraße mit Zehntausenden Autos vorbei. Soll man diesen Anblick etwa genießen?
Architekt Walter Bachmann
Diese Meinung bezieht sich auf: Nicht nur Rampen erschienen in: DAB 09/09, Seite 14


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