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Leserbrief

Städtebau und Klimawandel

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So wunderbar der Artikel die Anforderungen an klimagerechtes Bauen diskutiert – das wahre Leben (sprich: die bestehende Stadt) gestaltet sich häufig ganz anders als in theoretischen Überlegungen zur Nord-Süd-Ausrichtung von Zeile oder Block, weil sich die Straßen um neue Stadtviertel herum nur selten nach dem Kompass richten. Stattdessen ergibt sich der Zwang, zu diesen Straßen hin tatsächlich einen „Block“ zu bauen: Solange Autos und Autofahrer uns mit Verkehrslärm terrorisieren, müsste jedes neue Stück Stadt sich zu den umgebenden befahrenen Straßen hin radikal abblocken. Wie dann im Inneren der Quartiere gebaut wird, kann vom Sonnenstand abhängen, doch scheint es mir nicht nötig, die modernistischen Architekten zu verprellen, indem die Blockbebauung des 19. Jahrhunderts zum Ideal oder gar zum Dogma ausgerufen wird – entscheidend für den Klimaschutz ist die Dichte. Und wenn fernab vom Verkehrslärm zu bauen ist, warum dann nicht auch in Zeilen, wenn sie wie in manchen avantgardistischen Siedlungen der Niederländer zehn Geschosse hochragen? Dafür aber muss Dichte gesellschaftlich akzeptiert werden, und das unterscheidet sich je nach Größe der Stadt: In Berlin findet man sechs- bis achtgeschossige Neubauten normal, während mancher in Bremen schon bei vier Stockwerken schluckt. Es wird noch dauern, bis klimagerechter Stadtwandel selbstverständlich ist.

Daniel Fuhrhop


Diese Meinung bezieht sich auf: Schwitzen gegen die Erderwärmung erschienen in: DAB 10/09, Seite 18

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