Einst war die Küche Lebensmittelpunkt. Auf diese Tradition baut die neue Marke Warendorf. | Marion Goldmann
Warum in aller Welt braucht es eine weitere Küche, man könne doch viele tolle Küchen am Markt kaufen. Philippe Starck soll das gesagt haben, bevor er vor über einem Jahr die Zusammenarbeit mit der AFG Arbonia-Forster-Holding AG aus der Schweiz begann, um eine neue Marke zu entwickeln.

„Library“ und „Tower“: zwei der insgesamt vier Einrichtungsvarianten der neuen Küchenmarke „Starck by Warendorf“
Am 18. September wurde sie in Bielefeld zum ersten Mal präsentiert. Das Design soll ein Gefühl der Behaglichkeit vermitteln. Die Architektur der Küchenmöbel hat weder etwas mit der maßgeschneiderten Einbauküche noch mit der bisherigen puristischen Stilrichtung gemein. Die Küche soll wieder zentraler Lebensraum sein. Bei diesem Konzept spielen deshalb auch Elemente wie Bücherregale eine Rolle. Starck hat sie bei einer der Einrichtungsvarianten gleich um einen ganzen Küchenblock herum platziert; die oberen Reihen erreichbar über eine Leiter. Die Dunstabzugshaube – ein optisch mehr oder weniger geliebtes Relikt moderner Küchenzeiten – verschwindet jetzt in Form von Deckenlüftern in dem Möbel. Insgesamt umfasst das Küchenmöbelprogramm vier Einrichtungsvarianten:
- „Library“ mit den bibliothekartigen Elementen,
- „Primary“, besitzt gelb verspiegelte Glasfronten,
- „Duality“, von zwei Seiten benutzbar und
- „Tower“, um 340 Grad drehbare Türme.

„Duality“ (links) ist eine frei stehende Kücheninsel mit Durchreiche, die von zwei Seiten benutzbar ist. Hier abgebildet im Edelstahl-Techno-Look. „Primary“ erinnert an neobarockes Design, hier aus gelb verspiegeltem Glas mit geschliffenen Ornamenten.
Die unterschiedlichen Designs, die sich in verschiedenen Materialien gestalten lassen, werden von Einzelmöbeln ergänzt. Zum Beispiel von den Funktionstischen mit illuminierter Marmorplatte, gelb verspiegelter Tischplatte und verchromten Trompetenfüßen.
Die neue Marke heißt „Warendorf“. In dem Ort zwischen Münster und Gütersloh werden seit 35 Jahren Küchen produziert – ursprünglich von Miele, die die Warendorfer Küchen GmbH 2005 an die AFG verkaufte. AFG-Präsident Edgar Oehler: „Bei der Übernahme haben wir versprochen, dass wir die Produkte vor allem im Design deutlich verbessern wollen.“ So haben die Schweizer in den vergangenen Jahren zuerst die traditionelle Marke „Miele – die Küche“ funktional und gestalterisch modernisiert. Da die Markenrechte erst im September 2010 auslaufen, führt die Warendorfer Küchen GmbH bis dahin zwei Marken: „Miele – die Küche“ für das existierende Programm und „Warendorf“ mit dem Zusatz „Starck by Warendorf“ für das neue Modell. Die ersten Ausstellungsstücke gehen ab November an den Küchenfachhandel.
Der braucht zwar zur angemessenen Präsentation ein Quäntchen mehr Platz. Aber daheim sollen sich mit den Modellen Küchen ab acht Quadratmeter Grundfläche ausstatten lassen.


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