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Leserbrief

Laien und Landschaftsplanung

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Dieses Interview wirkt interessant, überzeugend und für die meisten Leser wohl bestätigend und fast befreiend. Gewonnen hätte es allerdings, wenn der befragte Soziologieprofessor auf die immer wieder sattsam kritisierten Soziologenphrasen verzichtet hätte – eingedenk der Worte von Willy Brandt etwa so: Was ihr sagt, ist goldrichtig, bloß oftmals fast unverständlich. Bedenklich wird das bei den beliebten latinistischen Wortneuschöpfungen, hier zum Beispiel „inkrementalistische Innovationen“. Das ist auch für Menschen mit großem Latinum eine Zumutung. Übrigens: Das lateinische increscere heißt einwachsen oder anwachsen. So ganz neu ist die zum Ausdruck kommende Widerstandshaltung gegen die sogenannte anspruchsvolle zeitgenössische Planung indessen nicht. Ich erinnere mich an heftige Diskussionen zu den Gartenschöpfungen des berühmten brasilianischen Kollegen Roberto Burle Marx, und die liegen satte 50 Jahre zurück! Aus eben dieser Zeit ist der Begriff der „nicht natürlichen Natur“ in Erinnerung, geprägt von dem Philosophen Romano Guardini. Hieran lässt sich anknüpfen, wenn die Bedürfnisse der „konsumierenden“ Menschen zur Debatte stehen. Indessen, und zur Frage der „Möblierung“ mit neuzeitlichen Attributen: Um ähnliche Konzessionen kam auch der naturnahe Landschaftspark nicht herum und verwendete dafür griechische Tempel, Grotten, künstliche Ruinen …

Kurt Reschke, Landschaftsarchitekt, Bremen

Dieser Brief bezieht sich auf das Thema Laien und Landschaftsplanung , erschienen in Ausgabe 5-10, Seite 14

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