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Leserbrief

Fußgängerzonen

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Der Beitrag war für mich als Mitautor der Prager Straße in Dresden besonders interessant. Bei der Planung der städtebaulichen Grundsatzkonzeption kamen uns die Erfahrungen mit der Fußgängerzone „Lijnbaan“ unserer Partnerstadt Rotterdam zugute. Der Umgang mit der Prager Straße in den 1990er-Jahren ist bekannt. In dem Leitbild von 1994 wurde festgelegt, den Mittelbereich als „Prager Platz“ neu zu gestalten. Der südliche und nördliche Teil sollten hoch verdichtet bebaut und die alte Straßenbreite von 18 Metern wieder hergestellt werden. 2009 wurde der nordwestliche Bereich in hoher Qualität fertiggestellt und 2010 mit dem Sächsischen Architekturpreis ausgezeichnet. Mit der Centrum-Galerie Prager Straße hat die Dresdner Innenstadt eine weitere Shoppingmall und einen touristischen Magneten erhalten. Der holländische Investor Multi Development hat aber die negativen Erfahrungen aus der Rotterdamer Lijnbaan nicht ausgewertet. Die Centrum-Galerie mit der 18 Meter breiten Straße und die städtebaulich zusätzlich eingeordneten Verbindungsgassen haben keinerlei Freizeitangebote wie Diskotheken, Bars und kulturelle Einrichtungen, die dazu anregen, das Stadtzentrum in den späten Abend- und Nachtstunden aufzusuchen. Die Stadt hat die große Chance, in den noch zu bebauenden Freiflächen an der nordöstlichen Seite der Prager Straße zwischen Ferdinand- und Georgplatz sowie der südwestlichen Seite zwischen Prager Straße und Reitbahnstraße Investoren zu gewinnen, die in solche Freizeitangebote investieren. Wird diese Chance nicht wahrgenommen, dann sagen sich auch in Zukunft die Füchse und Hasen aus der Bürgerwiese in der Prager Straße Gute Nacht.

Hans Konrad, Architekt, Dresden

Dieser Brief bezieht sich auf den Bericht zu Fußgängerzonen in Ausgabe 6/10 auf Seite 14

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