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Zutrittskontrolle

Volle Kontrolle

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Türsprechanlagen werden immer schicker und komfortabler. Moderne Systeme bieten für fast jeden Anwendungsfall Lösungen – und lassen sich leicht nachrüsten | Von Werner Harke

Türöffner mit Videofunktion: modernes Design und einfache Bedienung über das 2,5-Zoll-TFT-On-Screen-Display

Meyer bitte zweimal klingeln – das war gestern. Immer häufiger wird die gute alte Türklingel durch ein komplexes elektronisches System ersetzt – mit Zutrittskontrolle, Gegensprechanlage oder sogar Videoüberwachung. Der neueste Schritt dieser technologischen Entwicklung ist die Nutzung des Internets. So lässt sich zum Beispiel per Computer, iPad oder Smartphone die Haustür auch aus der Ferne öffnen.

Modernisierung macht’s möglich

Die Hausklingelanlage in Altbauten ist in der Regel als 2-Draht-Leitung ausgeführt. Eine Aufrüstung zu einer Zutrittskontrolle mit vielen zusätzlichen Funktionen ist ohne Auswechseln der Leitung möglich. Benötigt wird eine Kontrolleinheit mit einer Türfreisprecheinrichtung (TFE), die in der Nähe der Wohnungstür angebracht wird. In der TFE sind Türöffner und Sprecheinrichtung enthalten. Optional kann auch mit dem Drücken der Klingel die Treppenhausbeleuchtung aktiviert werden.

Wer eine moderne DECT-Telefonanlage besitzt, kann weitere Funktionen der TFE nutzen. Das Mobilteil der Anlage kann zum Beispiel als Türöffner und Freisprecheinrichtung von jedem Ort im Haus benutzt werden. Sogar eine Anrufweiterschaltung auf eine Nummer im öffentlichen Fest- oder Mobilfunknetz ist möglich.

Wer nicht nur die Stimme des Besuchers hören möchte, sondern auch noch dessen Gesicht sehen will, kann auf eine Anlage mit den Leistungsmerkmalen „Sprechen, Sehen und Öffnen“ umsteigen, die viele Hersteller von Türsprechanlagen anbieten. Auch hier ist die Modernisierung einer alten, bestehenden Anlage möglich. Bei Neubauten sollte gleich eine Datenleitung im Leerrohr verlegt werden. Damit ist man dann auf der störungssicheren Seite.

Intelligente Zugangskontrolle

Wer darf wann ins Gebäude und wann nicht? Moderne Türsprechanlagen ermöglichen auch den Zutritt über einen Tastaturcode oder schlüssellos über einen Transponder im Scheckkartenformat oder im Handy integriert. Das Modul kommuniziert über einen Daten-BUS direkt mit dem Sicherheitstüröffner und kann auch mit einer Zeitsteuerung per Kalenderfunktion programmiert werden. Als weiteres Leistungsmerkmal kann der Hausbewohner seinen Besucher darauf ­hinweisen, dass er durch Drücken der Taste mit dem Briefsymbol eine Videonachricht mit Ton hinterlassen kann. So kann zum Beispiel der ­Paketbote die Familie einfach und zuverlässig darüber informieren, dass er in ihrer Abwesenheit da war und die Lieferung beim Nachbarn hinterlegt hat.

IP-Türkommunikation

Mit einem Breitbandanschluss wie DSL ist die Datenübertragung per Internet-Protokoll (IP) in den meisten privaten Haushalten verfügbar. Über diesen Übertragungsweg lassen sich per Router auch die Zutrittskontrolle und Türkommunikation einbinden. Beispiel: Im Haus hat eine Familie im Erdgeschoss ein modernes IP-Bildtelefon zum Video-Gegensprechen installiert. Über die Telefontasten lässt sich die Kamera an der Tür ganz einfach steuern, der Bildausschnitt durch digitales Zoomen, Schwenken und Neigen verändern, die Tür öffnen, das Licht schalten und aufgezeichnete Bilder lassen sich abrufen.

Eine weitere Gegenstelle der Türstation kann ein PC an einem anderen Ort sein – zum Beispiel im Büro. Über das Internet wird automatisch eine Verbindung mit Livebild auf dem Computermonitor aufgebaut, wenn es klingelt und niemand zu Hause ist. So kann der Hausherr auch vom Büro aus die Besucher vor der Haustür sehen, mit ihnen sprechen und per Mausklick den Türöffner betätigen, um sie einzulassen – falls es sich zum Beispiel um die Kinder handelt, die früher aus der Schule heimkommen. Daheim nutzt die Familie einen Tablet-PC, der abends auf dem Couchtisch liegt und über den man sich komfortabel und sicher vom Wohnzimmer aus mit den Besuchern draußen an der Tür unterhalten kann. Und den die Familie auf alle Urlaubsreisen mitnimmt, um auch von New York aus live mit den Hausbesuchern am Heimatort zu kommunizieren.

Werner Harke ist freier Fachjournalist und Buchautor zum Thema Gebäudeautomation

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