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Großformatdrucker

Mit großen Druckern Kosten drücken

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Aktuelle Großdrucker arbeiten schöner, schneller und wirtschaftlicher als ältere Geräte. Wer das für sich optimale Gerät will, muss Technik, Kosten und den eigenen Druckbedarf prüfen | Von Marian Behaneck

Größer, besser, schneller: Die neuen Großformatdrucker sind Multitalente. Doch vor einem Kauf gibt es Einiges zu bedenken.

Auch im digitalen Zeitalter sind Pläne noch immer die wichtigsten Informationsträger. Großformatdrucker – englisch: Large Format Printer (LFP), früher auch „Plotter“ genannt – gehören deshalb zur Standardausstattung. In vielen Büros sind großformatige Ausgabegeräte allerdings in die Jahre gekommen: Sie bieten wenig Bedienungskomfort, sind langsam, wartungsaufwendig und nicht gerade sparsam. Neue Modelle sind intuitiver bedienbar, schneller, besser in der Ausgabequalität und deutlich günstiger bei den Betriebskosten. Der Kauf eines neuen Geräts lohnt sich daher oft sogar dann, wenn das alte technisch noch funktioniert. Die Preise erleichtern den Wechsel: Kostete vor zehn Jahren ein A0-Ausgabegerät rund 10 000 Euro, erhält man heute ein erheblich leistungsfähigeres für ein Viertel dieses Betrags.

Tinte oder Toner?

Zwei Ausgabetechnologien konkurrieren bei der Großformatausgabe von Plänen und Grafiken: die Tintenstrahl- und die Laser-/LED-Technik. Winzige Tintentröpfchen werden bei der Tintenstrahltechnik aufs Papier gespritzt. So werden Punkt für Punkt Zeichen erzeugt. Weil damit sehr feine Linien darstellbar sind, erreichen Tintenstrahldrucker eine hervorragende Ausgabequalität (600 bis 2 400 Punkte pro Zoll und mehr). Auch für farbig angelegte Pläne, fein abgestufte Grau- oder Farbverläufe, Grafiken und Fotos im Posterformat ist diese Technik prädestiniert. Der Druckvorgang bei den Laser-/LED-Druckern ist mit jenem von Kopiergeräten vergleichbar. Anstelle von Licht erzeugt jedoch ein gebündelter Laserstrahl auf einer Fotoleitertrommel das Abbild. Bei der LED-Technik übernimmt dies eine Reihe von LED-Dioden, was eine kompaktere Bauweise und höhere Ausgabegeschwindigkeiten erlaubt. Da LED-Geräte gegenüber Tintenstrahlgeräten weniger mechanische Verschleißteile enthalten, sind sie zuverlässiger und anspruchsloser im Betrieb. Inzwischen erlaubt diese Drucktechnologie sogar eine Farbausgabe.

Ausgabequalität und -geschwindigkeit

Der kann praktisch alles: Großformatdrucker von Ricoh.

Die Druck- und die Farbauflösung bestimmen die Ausgabequalität. Je höher die Druckauflösung, die von der Qualität der Mechanik und des Farbbands/Toners bestimmt wird, desto weniger sind bei schräg verlaufenden Linien einzelne „Treppchen“ erkennbar. Die Druckauflösung wird in Punkten pro Zoll (dots per inch = dpi) angegeben. Aktuelle Standards liegen bei 600 bis 1 200 dpi. Auf die Fotoausgabe spezialisierte Tintenstrahldrucker schaffen 2 400 dpi und mehr. Soll der Drucker nicht nur für die Planausgabe, sondern auch für Wettbewerbs- oder Projektpräsentationen in hoher Qualität eingesetzt werden, sind Tintenstrahldrucker die richtige Wahl. Steht dagegen eine schnelle Ausgabe von Strichgrafiken im Vordergrund, empfiehlt sich die Laser-/LED-Technik. Über den Umfang des anfallenden Ausgabevolumens lässt sich die erforderliche Ausgabegeschwindigkeit ermitteln. Sie wird meist in A0-/A1-Seiten pro Minute angegeben. Abhängig vom Druckverfahren und Modell liegt sie bei einem bis über zehn A0-Plots/Minute. Da aber das geforderte Ausgabevolumen je nach Projektstand erheblich differiert, sollte man die Zeit der Höchstbelastung zugrunde legen. Achtung: Herstellerangaben sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie gelten oft für den schnelleren Draft- oder Schwarz-Weiß-Modus. Bei der Farbausgabe sinkt das Tempo etwa um die Hälfte. Schnelle Ausgabegeräte sind teurer als langsamere.

Papierarten, Papierformat und Bauform

Großformatdrucker verarbeiten, je nach Modell, neben Normalpapier in einer Stärke von 60 bis 110 g/qm und mehr auch Recycling-, Film-, Trans­parent- oder Fotopapier, teilweise sogar Karton bis zu einer Stärke von 1,5 mm. Neben der konventionellen, den früheren Stiftplottern ähnelnden Bauform gibt es auch kastenförmige ­Gehäuse mit integrierten Rollenhaltern, Schneid- und Faltvorrichtungen. Die meisten Großformatdrucker verarbeiten Papier bis zur Formatgröße A1, A0 oder gar noch mehr, da die verwendete Planrolle auch Überformate ermöglicht. Wer sich zusätzlich einen A3-/A2-fähigen Drucker anschafft (ab 500/ab 1 000 Euro), kann CAD-Pläne kleiner und mittlerer Größe oder Probe-Plots papiersparend ausgeben, ohne das große Pendant zu besetzen. Zu beachten ist aber, dass schon die Großformatdrucker allein viel Platz brauchen: Neben einer Standfläche von ein bis zwei Quadratmetern setzen Großformatdrucker vor dem Gerät auch einen mindestens 80 Zentimeter tiefen Bedien- und Arbeitsraum voraus. So kommen schnell drei bis vier Quadratmeter pro Gerät zusammen. Erleichterung schaffen hier multifunktionale Großformatdrucker, die auch scannen und kopieren. Sie sparen Platz, Investitions- und Betriebskosten und vermeiden Kabelsalat, da nur ein Netz- beziehungsweise Druckerkabel benötigt wird. Eine einheitliche Menüführung macht sie zudem gegenüber Einzelgeräten benutzerfreundlicher.

Bedienung und Ausgabe

Drucken per Fingertipp: Das Display sollte gut ­lesbar und berührungssensitiv sein, klare Anweisungen geben und eine Plot-Vorschau bieten.

Neben den technischen Daten entscheiden auch die Menüführung und Bedienung darüber, wie benutzerfreundlich ein Ausgabegerät ist. So sollte ein gut lesbares, gegebenenfalls auch berührungssensitives Display dem Bedienungspersonal klar verständliche Schritt-für-Schritt-Anweisungen geben. Bei der Geräteauswahl sollte man auch auf gelegentlich durchzuführende Arbeiten wie das Einlegen neuer Papiertrommeln, den Tausch von Tonerkartusche und das Beheben von Papierstaus achten. Alles sollte einfach durchzuführen sein und möglichst am Display durch einen „Assistenten“ unterstützt werden.

Angesteuert werden Großformatdrucker in der Regel über CAD-Programme, respektive die entsprechenden hersteller-/modellspezifischen Windows-Treiber. Um Ärger zu vermeiden, sollte man vor dem Kauf den CAD-Hersteller/-Händler fragen, welche Geräte die aktuell eingesetzte Software optimal unterstützt. Da bei der Ausgabe teilweise sehr große Dateien mit Steuerbefehlen für den Drucker entstehen, ist es wichtig, dass das Gerät über einen ausreichend großen internen Speicher verfügt (mindestens 1 GB Größe). Müssen viele Druckdateien in kurzer Zeit ausgegeben werden, ist ein geräteinternes Ausgabeprogramm nützlich. Dabei sollten alle gängigen Dateiformate verarbeitet werden (HP-GL, GH-GL/2, HP-RTL, PDF, DWF, TIF, JPG etc.). PostScript ist bei vielen Modellen eine kostenpflichtige Zusatzoption. Eine neue Gerätegeneration von Hewlett-Packard lässt sich sogar per Internet nutzen: Wird beispielsweise ein Plan am Notebook auf der Baustelle geändert, kann man ihn sofort im Büro ausdrucken lassen. Umgekehrt lässt sich eine brandaktuelle Planänderung sofort an den Drucker im Baustellencontainer senden und ausgeben, sofern dieser über eine Internet-Verbindung verfügt.

Wartung, Ökonomie und Ökologie

Ohne Wartungs-/Servicevertrag sollte man eine derart wichtige Bürohardware nicht erwerben. Die Leistungen sind unterschiedlich; zumeist werden innerhalb eines definierten Zeitfensters Reparaturen vor Ort vorgenommen. Das ist dann sinnvoll, wenn das Ausgabevolumen hoch ist und das Gerät rund um die Uhr verfügbar sein soll. Teilweise werden auch Verschleißteile nach einem Serviceplan prophylaktisch ausgetauscht, um Defekten vorzubeugen. Einige Geräte lassen sich fernwarten: Der Service-Techniker kann per Internet nachvollziehen, welches Problem das Gerät oder der Anwender gerade haben. Die Wirtschaftlichkeit eines Ausgabegeräts bestimmen Faktoren wie Investitions- und Betriebskosten (Kosten für Papier, Tinte,Toner,Farbband,Stifte), die Ausgabegeschwindigkeit (Durchsatz), aber auch der operative Aufwand (Papier einlegen, gegebenenfalls Ausgabevorgang kontrollieren, Papier entnehmen etc.). Betrachtet man Druckertechnologien unter diesen Aspekten, macht die Laser-/LED-Technik das Rennen. Da Tinten und Toner viel Geld kosten, sollte man sich diese Verbrauchsmedien genauer anschauen: Für wie viele Planausdrucke reicht der Inhalt? Wie viel Tinte wird für die Reinigung der Tintenstrahl-Druckdüsen verbraucht? Können leere Farbkartuschen einzeln ausgewechselt werden etc.? Bei der Geräteauswahl sollte man auch auf Umweltaspekte achten und nach Recyclingmöglichkeiten bzw. der Möglichkeit einer Wiederbefüllung oder des Austauschs verbrauchter Teile (Kartuschen, Druckkopf, Belichter-Einheit etc.) fragen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Einige Hersteller, wie KIP, Roth + Weber und andere, heben sich durch umweltschonende Verbesserungen in der Drucktechnik oder die Verwendung schadstoffarmer Tinten/Toner hervor. Obwohl der drucktechnisch bedingte Ozonausstoß aktueller Laser-/LED-Geräte minimiert werden konnte, empfiehlt sich das Aufstellen in einem separaten Raum – auch wegen der Geräuschbelastung von bis zu 70 Dezibel.

Für Kleinbüros: online drucken lassen

Für Büros mit einem sehr geringen Ausgabevolumen von wenigen Plänen pro Monat kann der Großformatdruck auch als (Online-)Dienstleistung interessant sein. DIN-A0-Ausdrucke kosten in Schwarz-Weiß/Farbe ca. sechs bzw. zehn Euro plus Mehrwertsteuer und Versand.

Marian Behaneck ist freier Fachjournalist für Bausoftware und IT in Jockgrim (Pfalz)

Links zum Thema:

http://mimech.com/printers (Drucktechnologien)

www.cad.de (Diskussionsforen zu Druckern)

www.druckerchannel.de (Website mit zahlreichen Produktangaben)

www.idealo.de (Preisvergleiche)

www.testberichte.de (Testberichte)

www.wikipedia.org (Suchworte: „Drucker“, „Plotter“) (Allgemeine Infos)


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