Was soll der zweibändige Architekturführer für eine Stadt, in der Ausländer nicht mal allein auf der Straße spazieren dürfen? Bleibt die literarische Reise daheim auf dem Sofa. In Band 1 kommt Pjöngjang weltweit als starrste Millionenstadt der Moderne daher, voll mit Scheiben, Türmen und bizarren Monumenten. Gleichermaßen steif sind die Texte, die wie die Fotos vom nordkoreanischen Staatsverlag kamen – Voraussetzung, um überhaupt genug Stoff zu bekommen. Kritischere Worte und Bilder stehen im zweiten Band. Scheinbar erliegt er ab und zu der schrägen Faszination des „architektonischen Kuriositätenkabinetts“ (Autor und Verleger Philipp Meuser). Doch genaueres Hingucken und Lesen offenbart das zunächst kurios Wirkende als Ausdruck einer der „weltweit schlimmsten Diktaturen“ (ebenfalls Meuser).
Philipp Meuser (Hrsg.): Architekturführer Pjöngjang
2 Bände, zusammen 370 Seiten, 38 €.
DOM Publishers Berlin 2011.


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