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Europäische Lehrinhalte in der Landschaftsarchitektur

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Ein Projekt zur Verankerung von Kenntnissen in der Hochschulausbildung | Von Christina Kühnau

Europäische Ziele, Strategien und Gesetzesvorgaben haben zunehmend Einfluss auf die Arbeit von Landschaftsarchitekten. Sie zu kennen, ist Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am europäischen Arbeitsmarkt – sowohl als Arbeitnehmer als auch als frei schaffendes Büro.

Das von der Europäischen Union geförderte Projekt „Implementation of relevant European teaching contents in the studies of landscape architecture“ zielt darauf ab, ebendiese Kenntnisse stärker in der Hochschulausbildung von Landschaftsarchitekten zu verankern. Projektpartner sind EFLA (European Foundation of Landscape Architects), der Fachverband der Europäischen Hochschulen ECLAS (European European Council of Landscape Architecture Schools) und neben der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Landschaftsarchitektur, die Universitäten Sheffield, Kassel und Corvinus, Budapest.

Das Projekt umfasst drei Arbeitsschritte. Im ersten Schritt wurden von den Projektpartnern und ihren Mitgliedern europäisch relevante Lehrinhalte zusammengetragen, d.h. die Kenntnisse über europäische Ziele, Strategien und gesetzliche Regelungen, die in der Hochschulausbildung von Landschaftsarchitekten vermittelt werden sollten. Dabei wurden neben europäischen Grundlagen (Verwaltung, Gesetzgebung, Geschichte) acht weitere Arbeitsfelder unterschieden, die die fachlichen Schwerpunkte von Landschaftsarchitekten bilden. Die (umfangreiche) Liste ist als Empfehlung für die Vermittlung von relevanten europäischen Themen in der Ausbildung von Landschaftsarchitekten zu betrachten.

Basierend auf dieser Liste überprüften die beteiligten Universitäten ihr bisheriges Lehrangebot. Dabei wurde außerdem eine Einstufung nach der Priorität der Themen sowie nach der Lehrstufe vorgenommen, d.h. die Einschätzung, ob die jeweiligen Themen bereits im Bachelor- oder erst im Masterlevel vermittelt werden sollten. Der Berufsverband EFLA führte die Analyse ebenfalls aus Sicht der beruflichen Praxis durch.

Bei engen personellen und finanziellen Kapazitäten wird vermutlich nicht jede der europäischen Hochschulen für Landschaftsarchitektur in der Lage sein, alle relevanten europäischen Themen fundiert anzubieten.  Um dennoch europaweit Studenten den Zugang zu dem notwendigen Wissen zu verschaffen, ist die Entwicklung von Ausbildungsclustern denkbar, in das einzelne Hochschulen Lehrangebote zu spezifischen Themen einspeisen können.  Im Projekt EU-Teach werden die rechtlichen, organisatorischen und fachlichen Grundvoraussetzungen für den Aufbau von Ausbildungsclustern und erste mögliche Bausteine der beteiligten Universitäten herausgearbeitet.

Die Abschlussveranstaltung findet am 12.10.2011  in Freising statt. Dort soll auch über ein mögliches Folgeprojekt diskutiert werden, in dem die Ergebnisse und der Aufbau des Ausbildungsclusters mit einer deutlich höheren Anzahl von Partnern vertieft bearbeitet werden. Ausführliche Informationen gibt es im Projektflyer und auf der Projekthomepage.

Dr. Christina Kühnau arbeitet am Institut für Landschaftsarchitektur der Hochschule Weihenstephan – Triesdorf

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