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Smartphone-Apps

Kleine Programme für große Pläne

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Smartphone-Apps sind nicht nur Spielzeug. Man kann mit ihnen organisieren, publizieren und sogar vor Ort messen | Von Eric Sturm

Kleine Programme für Smartphones erleben einen Boom: Apple bietet für seine Geräte schon 500.000 Apps, der Rivale Google für sein „Android“ über 300.000. Und quasi im Minutentakt werden es mehr. Sogar Pläne kann man damit bearbeiten – ob nach dem Genie-

blitz abends in der Bar oder im Alltag auf der Baustelle. Apps für iPhone und Android lassen sich direkt über das Smartphone suchen, bezahlen und herunterladen. Man kann aber auch am großen Schreibtisch-Rechner die Adressen itunes.apple.com (iPhone) bzw. market.android.com (Android) aufrufen, die Wunsch-App erst auf die Festplatte laden und dann per Synchronisation auf das Smartphone übertragen.

Zwar sind die handtellergroßen Geräte für das Anfertigen großer CAD-Pläne nur sehr bedingt geeignet, auch wenn dies mit Apps wie AutoCAD WS oder AndCAD technisch möglich ist. Mit solchen Apps lassen sich aber Pläne unterwegs öffnen und Anmerkungen für die spätere Weiterbearbeitung gleich hinzufügen. Mit uScaleit+ lassen sich Entfernungen und Flächenmaße anhand von Luftaufnahmen aus Google Maps ermitteln. Das ermöglicht auch grobe Flächenberechnungen. Die Apps kommen zwar häufig aus den USA, wo in Inches und Zoll gerechnet wird („imperial“), aber auch metrische Maße sind angegeben – oder man rechnet die Inches mithilfe von Apps wie Converting Units oder ConvertPad rasch um.

Einfache statische Berechnungen bewältigt das Smartphone mit der App „Static“. Wer die einzelnen Parameter eingegeben hat, kann Normalkraft, Schubspannung, Drehungen und Senkbewegungen ermitteln. Verschattungsfragen lassen sich mithilfe von Sonnenstands-Apps beantworten. Sun Position oder Light Track zeigen mithilfe des eingebauten Kompasses und der integrierten Positionsbestimmung die Sonnenscheindauer oder den Einstrahlungswinkel am aktuellen Ort an.

Vielfältig ist die oft leistungsstarke Smartphone-Kamera einsetzbar. Aus Rundum-Fotos erstellt MagicPlan vektorbasierte Grundrisse von Innenräumen. Wer mit dem Finger die Grundrisse einzelner Räume aneinanderschiebt, kann ganze Wohnungen oder Etagen abbilden. Diese App ersetzt natürlich noch kein klassisches Aufmaß und soll vor allem Maklern und Privatanwendern helfen, aber sie lässt ahnen, was künftig möglich sein wird.

Mit der Kamera lassen sich auch Konstruktionsdetails, Baumängel, Papierpläne oder ganze Räume bequem festhalten. Für besonders präzise Scans taugen Apps wie Document Scanner, für 360-Grad-Fotos von Innenräumen oder Außenansichten 360Panorama. Mit dem Smartphone aufgenommene Fotos lassen sich durch Apps zum Zeichnen oder Malen, wie ­uSketchit+ oder Brushes, sofort mit Skizzen oder Text versehen sowie mit der App Save2PDF in ein flexibel nutzbares PDF umwandeln. Mit SketchBook® und Adobe Ideas kann man Fotos oder eingescannte Pläne weiterbearbeiten und dann gleich per E-Mail versenden.

Und wer sein Foto öffentlich machen will, tut das mit der kostenlosen App bzw der Mobilversion der Foto-Plattform flickr. Die Alternative ist ein eigenes Foto-Blog. Es lässt sich mit der App PicPosterous des kostenlos nutzbaren Blog-Services „posterous“ (siehe posterous.com) mit minimalem Aufwand einrichten: Foto auswählen – Bildtitel und Beschreibung hinzufügen – hochladen – fertig. Und wenn nicht jeder den posterous-Blog sehen soll, lässt er sich per Passwort schützen. Und mit „posterous Groups“ lässt sich für einen definierten Personenkreis ein Passwort-geschütztes Blog einrichten, etwa für ein bestimmtes Bauprojekt.

Organisieren von unterwegs

Die Terminverwaltung auf dem Smartphone wird mit Apps wie CalenGoo oder SaiSuke (beide für den Google-Kalender) bequemer und effizienter. Unterwegs eingetragene Termine können sofort in einem Teamkalender auftauchen. Das geht nicht mit Apps, sondern per Microsoft Exchange oder mit einem kostenlosen Google-Mail-Konto – und auf Wunsch in Kombination mit Kalendern wie Microsoft Outlook.

In die Gegenrichtung müssen Dateien oft rasch vom Büro auf die Baustelle gesendet werden. Einen Kollegen anrufen, auf die E-Mail warten? Das ist lästig und zeitraubend. Dateiverwaltungs-Apps wie Dropbox Mobile oder Wuala greifen dagegen direkt auf die eigene Dateiverwaltung zu und laden das gewünschte Dokument aufs Smartphone. Das bedarf einer Voraussetzung: Will man übers Internet auf Dateien zugreifen, müssen sie auf dem Server des jeweiligen Anbieters gespeichert sein (Cloud Computing). Ein solcher Speicherort ist gerade für kleinere Büros noch aus einem anderen Grund interessant: Die wertvollen Daten sind im eigenen Computer und ein zweites Mal als Back-up auf dem Anbieter-Server gespeichert. Dieses Back-up wird automatisch aktualisiert.

Selbst für virtuelle Projekträume gibt es Apps, die alle Projektbeteiligten über den aktuellen Stand eines Bauprojekts informieren und Vorgänge dokumentieren. Natürlich lädt man sie nicht aufs Gerät, sondern greift von Fall zu Fall auf webbasierte Software zu. Mit Hilfe mobiler Applikationen, etwa von net-files oder conject, lassen sich auf dem Smartphone Daten und Pläne einsehen, teils auch bearbeiten. Und die Arbeitszeit lässt sich projektbezogen mit den Apps Anytime oder mite.go erfassen – in Verbindung mit der webbasierten Software „mite“ für den Desktop-Browser. Ideen, Fotos und Notizen lassen sich mit Evernote aufnehmen und mit dem Computer abgleichen. Die Basisversion dieser App ist sogar kostenlos.

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