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Ulrike Wietzorrek (Hrsg.)

Wohnen+. Von Schwellen, Übergangsräumen und Transparenzen

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9783034605625Das Buch „Wohnen +“ betrachtet die Bereiche, die zum Wohngebäude dazugehören: den Städtebau, die Erdgeschosszone, die Gebäudestruktur und schließlich die Fassade. Damit wären auch schon die vier Kategorien genannt, denen Ulrike Wietzorrek die 67 vorgestellten Gebäude zugeordnet hat. Diese sind in verschiedenen Ländern wie Deutschland, Indien und den Niederlanden und somit in unterschiedlichen Kulturkreisen zu finden – ein Aspekt, der bei diesem Thema eine wichtige Rolle spielt. Denn was für den einen zu nah ist, empfinden die Menschen eines anderen Landes vielleicht schon als zu distanziert. Außerdem entstanden die Häuser nicht nur in den letzten Jahren sondern zwischen dem Beginn des 20. Jahrhunderts und heute. Damit stellt die Herausgeberin dar, wie sich auch innerhalb einer Gesellschaft das Verhältnis von „privat“ und „öffentlich“ verändert hat.

Zu diesen beiden inhaltlichen Punkten gesellen sich noch weitere hinzu, dank derer der „Projektkatalog“ eindeutig überzeugen kann. In die spezielle Thematik einer jeden Kategorie leitet ein langer Aufsatz ein, jeweils von einem anderen Autor verfasst. Die Sprache ist dabei immer klar, die Inhalte sind gut verständlich, die betrachteten Aspekte breit gefächert. Die Projekttexte gliedern sich wieder in die Themen der vier großen Kategorien, also Städtebau, Erdgeschosszone, Gebäudestruktur und Fassade, und sind durchweg kurz gefasst. Denn der Schwerpunkt liegt auf den Bildern und den Plänen, die alle eigens für dieses Buch aufbereitet wurden. Das wird aus Kostengründen seltener und ist deshalb umso höher zu bewerten. Hier und da, wie bei der Darstellung von Türen, hätte noch einheitlicher gearbeitet werden können, wodurch die Pläne leichter lesbar geworden wären.

Sehr aufwändig wurde auch der Anhang gestaltet, denn die Bauten sind nicht nur einmal aufgelistet, sondern nach verschiedenen Gesichtspunkten sortiert, beispielsweise „Architekt A – Z“, „Projektstandort“ und „Erschließung“.

Bevor der Hauptteil des Buches mit den Projekten beginnt, können sich alle Leser dank eines Aufsatzes der Herausgeberin hervorragend in das Thema einführen lassen. Dabei geht es um die Geschichte genauso wie um Gegenwart und Zukunft, um das Grundthema des Bauens – privaten Rückzug mit Gemeinschaft zu verbinden – und vor allem auch um die Menschen, die mal Bewohner, mal Gäste und wieder ein anderes Mal Passanten sind. Vor allem dieser Aspekt ist und tut gut, denn man gewinnt viel zu oft den Eindruck, als kämen die Menschen bei solchen Büchern zu kurz.

Wohnen+. Von Schwellen, Übergangsräumen und Transparenzen  Birkhäuser Verlag, Basel 2013; Leinen, deutsch, 456 Seiten, 700 Abb., davon 350 Farbabb. und ca. 400 neu gezeichnete Pläne, 79,95 €; ISBN 978-3-0346-0562-5

Link zum Verlag

 

Buchkritik: Simone Hübener

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