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Meldungen

Vom Eiermann-Preis, Stadtbaukunst, Raumträumen und der weltgrößten Immobilienmesse

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08_AktuellesVorbild NAI: Eiermann-Preis und ­Dortmunder Projekt

In Gedenken an den großen Nachkriegs-Architekten wird zum elften Mal der Egon-Eiermann-Preis für Architekturstudenten und junge Absolventen ausgelobt, gestiftet von der Eternit AG. In diesem Jahr sind die Teilnehmer aufgefordert, Entwürfe für ein Deutsches Architekturinstitut nach dem Vorbild des ­weltweit einzigartigen NAI (Foto) in den Niederlanden zu entwerfen. Die Entwurfsbedingungen sind traumhaft: „Standort, Grundstückszuschnitt und Größe sind frei wählbar, ebenso die Inhalte des Gebäudes.“ Zeit zur Einreichung ist bis zum 24. August. In der Praxis ist jetzt das Land Nordrhein-Westfalen einem solchen Institut ein großes Stück näher gekommen: Dort soll das lange vom Abriss bedrohte Ostwall-­Museum in Dortmund bis 2018 zum NRW-Baukunstarchiv umgebaut werden. Für die Rettung des schlichten Klinkerbaus und seine Konver­sion hat sich die Architektenkammer des Landes stark eingesetzt; sie wird das Haus auch künftig unterstützen.08_Aktuelles2_Ostwallmuseum

www.egon-eiermann-preis.de

 

Hamburg im Jahrbuch

 

Keine andere Publikationsreihe dokumentiert und reflektiert das Baugeschehen einer deutschen Stadt so eingängig, gründlich und oft auch (selbst-)kritisch wie das Jahrbuch „Architektur in Hamburg“. Und für Stadtfremde gibt es in kaum einer anderen Stadt so viel Interessantes wie in der boomenden 1,8-Millionen-Metropole. In deren Baugeschehen und also auch im Buch liegt ein Schwerpunkt auf Wohnprojekten, aber auch alle anderen großen Bauaufgaben kommen vor, dazu kleine von der Bahnhofsbrücke bis zur Wehranlage. Die Lektüre lohnt definitiv auch für Menschen mit schwachem Hamburg-Bezug. Verwässert wird das Buch nur dadurch etwas, dass auch Bauten Hamburger Architekten in anderen Städten aufgenommen sind, von Lübeck bis Nürnberg.

 

Hamburgische Architektenkammer (Hrsg.): Architektur in Hamburg. Jahrbuch 2014, Junius Verlag, 208 Seiten, 39,90 Euro

Wettbewerbe: Goldenes Haus und Ertüchtigung

Unter das Motto „Option Land – entdecken, verwandeln, beleben“ stellen die Zeitschrift „Das Haus“ und die Landesbausparkassen ihren diesjährigen Archi­tekten- und Bauherren-Wettbewerb. Teilnahmebedingungen und Informationen unter www.haus.de/goldeneshaus. Einsendeschluss ist der 13. April. Den einzigen internationalen Preis für Sport- und Freizeitanlagen können Architekten gewinnen, die zwischen Januar 2008 und März 2014 eine barrierefreie ­Sportstätte geplant und realisiert haben.

Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt es unter: www.iaks.org.

Einsendeschluss ist hier bereits am 31. März.

Prämierte Innenarchitektur08_Aktuelles3
Augenweide und Raumtraum

Reichlich Schaulust für Innenräume weckt und befriedigt die Vorstellung der 30 besten Projekte, die zum Deutschen Innenarchitekturpreis 2014 eingereicht worden waren. Faszinierend ist die Vielfalt der Atmosphären, Materialien, Lichtwirkungen und Ausstattungen. Das Spektrum reicht vom glatt-schicken Autosalon bis zum rustikalen Ein-Zimmer-Hotel in Berlin-Neukölln. Wer selbst Innenräume zu gestalten hat, findet eine gedruckte Schatztruhe voller Ideen. Und erkennt darin immer wieder deutlich, wie hoch professionelle Innenarchitektur über einer bloß dekorativen, intuitiven Raumgestaltung steht. Essays und Reflexionen zu Grundsatzfragen des Metiers sind zwischen den Projekten eingestreut und ergänzen den lebensvollen Band mit Grundsätzlichem.

Rudolf Schricker / Bund Deutscher ­Inne­narchitekten (Hrsg.): Ausgezeichnete Innenarchitektur Callwey Verlag 2014, 160 Seiten, 29,95 €

Stadtmacher ausbilden

Die Ausbildung von „Stadtmachern“ ist Thema der sechsten Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt in Düsseldorf am 26. und 27. März. Die Initiatoren der Konferenz, die Dortmunder Professoren Christoph Mäckler und Wolfgang Sonne, hatten zum Thema im vorigen Jahr zusammen mit anderen die „Kölner Erklärung“ herausgegeben und damit eine lebhafte Grundsatzdiskussion zum Städtebau und die dafür nötige Qualifikation ausgelöst (siehe auch die Glosse dieser Ausgabe). Kooperationspartner sind die Bundesstiftung Baukultur und die Bundesarchitektenkammer.

Mehr zur Konferenz unter www.stadtbaukunst.tu-dortmund.de

 

Meister Proper08_Aktuelles4
Herr Saubermann im neuen Haus

 

Klar und reinlich, wie es sich für diesen Bauherrn gehört, kommen die Erweiterungsbauten am Firmensitz des schwäbischen Reinigungsgeräteherstellers Kärcher daher. Das junge Stuttgarter Büro Reichel Schlaier setzte seinen siegreichen Wettbewerbsentwurf in unmittelbarer Nähe des Stammhauses in Winnenden um. Alt- und Neubau werden zwar von einer Bahnlinie separiert, sind jedoch über eine neue Fußgängerbrücke miteinander verbunden. Das gläserne Erweiterungsensemble besteht aus drei platzbildenden Baukörpern mit jeweils vier Geschossen und bietet 700 Mitarbeitern Platz.

Unscharf parken08_Aktuelles5

Eine „unscharfe Tiefe“ attestiert das Kölner Büro kister scheithauer gross architekten seinem neuen Parkhaus für die Technische Universität in Aachen. Gemeint ist damit die Wirkung der Fassade aus Stahlgittermatten in zwei Lagen, deren innere Schicht das einfallende Licht nur teilweise reflektiert. Die äußere Haut wirkt je nach Einfallswinkel des Sonnenlichts und dem Blickpunkt des Betrachters mal durchsichtig, mal unscharf und mal geschlossen. Laut Architekt Johannes Kister „erinnert das an die Bewegungsunschärfe, mit der man die Umgebung je nach Blickwinkel aus dem fahrenden Auto wahrnimmt“.

Bürokosten im Griff behalten

Ein sehr einfaches, gerade in kleineren Büros geeignetes System der Kosten- und Erfolgskontrolle bietet die dritte Auflage der Broschüre „Die Planerbüro-Kennzahlen“ von Clemens Schramm, Dietmar Goldammer und Lutz Diesbach. Die drei Berater bieten auf 40 Seiten schlichte Formeln, Schaubilder und Praxisbeispiele. Mit ihrer Hilfe kann sich jeder rasch klar werden, ob das jeweilige Projekt oder das ganze Büro trotz aller Mühe unrentabel arbeitet – und wenn nein, wie viel das Büro tatsächlich verdient. Die Broschüre kostet 12 Euro plus Versand und ist über www.pep-7.de bestellbar.

Innenarchitektur: BKI sucht Kostendaten

Auch in der Innenarchitektur ist die Kostenplanung seit der HOAI-Novelle von 2013 noch wichtiger. Das Baukosteninformations­zentrum der deutschen Architektenkammern hat dazu bereits ­Erfahrungswerte, will aber jetzt zielgruppengerecht Objektdaten abgerechneter Innenräume bieten. Innenarchitektur- und Architekturbüros sind aufgerufen, Kostendaten abgerechneter Objekte zur Verfügung zu stellen. Dafür erhalten sie eine Aufwandsentschädigung und weitere Vorteile. Die Bundesarchitektenkammer und der Bund Deutscher Innenarchitekten unterstützen das Projekt. Wer mehr wissen will, schreibt an blank@bki.de.

Deutsche Stunden in Cannes08_Aktuelles6

Auf der weltgrößten Immobilienmesse Mipim im südfranzösischen Cannes präsentieren sich 22 deutsche Architektur- und Ingenieurbüros gemeinsam. Organisiert und finanziert wird der „German Pavilion“ vom Bundeswirtschaftsministerium und vom Netzwerk Architekturexport NAX der Bundesarchitektenkammer. An den Messetagen vom 10. bis 13. März gibt es täglich eine „Deutsche Stunde“ und am 11. März um 11 Uhr eine Veranstaltung der Bundesstiftung Baukultur. Der „German Pavilion“ soll auch in diesem Jahr wieder zum Treffpunkt und Diskussionsort für internationale Vertreter von Politik und Wirtschaft sowie der Branche werden, die sich zu Themen wie Green Building, Innovationen in Stadtplanung und Architektur sowie Social Engineering austauschen.

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