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Meldungen

Vom Vergabeverfahren der BAK, Baukultur im Bundestag und dem Architektentag 2015

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10-13_Artikel_Städtebau-Diskussion: gemeinsam statt gegeneinander
Kölner Erklärung, Aachener Polemik, Erfurter Einladung und mehr: Die Diskussion um den Städtebau und die richtige Ausbildung für ihn ist lebhaft. Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, fordert jetzt eine inhaltliche Klärung der verschiedenen Positionen. „Mir ist wichtig, dass wir keine ideologischen Kämpfe austragen, sondern uns gemeinsam auf die Suche nach Antworten und Lösungen für die Stadt begeben“, sagte sie auf der Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Städte Ende März in Düsseldorf. Ettinger-Brinckmann schlägt jetzt „einen Schulterschluss aller Berufsgruppen und eine gemeinsame Erklärung“ vor.

Angestellte und Beamte: Umfrage
Die Bundesarchitektenkammer und die Kammern der Länder rufen Angestellte und Beamte zur Teilnahme an ihrer aktuellen Online-Umfrage auf. Diese soll Aufschluss zu wirtschaftlichen und beruflichen Fragen geben. Alle Angestellten und Beamten erhalten von ihrer Kammer Passwort und Zugangscode zur Umfrage.

Architektentag in Hannover
Auf nach Hannover im Oktober! In der niedersächsischen Landeshauptstadt wird am Abend des 11.10. der Deutsche Architektentag 2015 eröffnet, der sich am darauffolgenden Tag mit aktuellen Themen des Berufsstands beschäftigt. Mitglieder der Kammern sind herzlich eingeladen. Zu den Schwerpunkten der Veranstaltungen und Diskussionen gehören das Berufsbild des Architekten, die Energiewende, Vergabefragen, die Zukunft der Architektenhaftung und die Digitalisierung. Wer Interesse hat, sollte sich den Termin schon jetzt im Kalender notieren. Näheres zu Programm und Anmeldung erfahren Sie in den nächsten Monaten.

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Gleisdreieck-Park in Berlin von Preisträger Atelier Loidl

Landschaftsarchitektur-Preis
Klostergut und Güterbahnhof
Den deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2015 erhielten zwei Berliner Büros: Topotek 1 bekam ihn für die Gestaltung des Kloster-Areals im ­hessischen Lorsch, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Dort ist von den ursprünglichen Gebäuden bis auf eine Königshalle aus der Karolingerzeit fast nichts mehr erhalten. Was hier einmal stand und welche Beziehung es zur umgebenden Landschaft hatte, lassen jetzt ein „Weg der Kultur“ und ein „Weg der Natur“ erahnen. Einen weiteren Preis erhielt das Atelier Loidl für den Berliner Gleisdreieck-Park. Hier sind 34 Hektar früherer ­Güterbahnhof zu einem robusten, stark für Sport und Spiel genutzten ­Areal umgestaltet worden.

Trauer um Rüdiger Kratzenberg
Architekten und Planer haben einen wichtigen und verständnisvollen Ansprechpartner in der Bundesregierung verloren: Kürzlich verstarb der langjährige Ministerialdirigent Rüdiger Kratzenberg. Er hatte seit 1997 die Abteilung geleitet, die sich mit Baurecht, Vergaben und Verträgen beschäftigt. Besonders groß war sein Verdienst um die Novellierung der HOAI im Jahr 2013, bei der er maßgeblich die Überarbeitung der Leistungsbilder verantwortete.

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Aufblicken: Eine von 200 Veranstaltungen ist die Ausstellung mit Fotografien von Ernst Scheel aus der Zwischenkriegszeit.

Hamburger Sommer ab Mai
Am 5. Mai beginnt der achte Hamburger Architektursommer. Er bietet bis Juli die stolze Zahl von über 200 Veranstaltungen in allen denkbaren Formen und Themen, die mit Hamburger Architektur zu tun haben. Wichtige Schauplätze sind unter anderem der Kunstverein in der Klosterstraße nahe dem Hauptbahnhof, eine „PlanBude“ an der Reeperbahn in St. Pauli und das martialische Bismarckdenkmal nahe den Landungsbrücken, auf dessen Kopf ein goldenes Steinböckchen sitzen wird.
www.architektursommer.de

Noch mehr Preise
Hinterhaus und Badsanierung
Ecker Architekten aus Heidelberg haben einen der drei „Häuser-Awards“ der gleichnamigen Wohnzeitschrift erhalten. 10-13_Artikel_3aHonoriert ist der Umbau eines Künstlercafés aus den 1950er-Jahren zum Wohnhaus mit neu aufgesetztem Staffelgeschoss; der zuletzt verborgene zweigeschossige Gartenraum mit Galerie ist wieder sichtbar. Gestalt und sparsame Verwendung ausgesuchter Möbel sollen an die Entstehungszeit erinnern.

Die Kölner Innenarchitektin Agnes Tröger-Morguet hat den „Deutsche Fliese-Preis 2014“ für die Sanierung dreier Bäder erhalten; ein Sonderpreis ging an ihre Berliner Kollegin Juliane Moldrzyk vom Büro raumdeuter. Auslober des erstmals verliehenen Preises waren der BDIA Bund Deutscher Innenarchitekten und der Industrieverband Keramische Fliesen + Platten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baukultur im Bundestag
Erstmals diskutierte jetzt der Bundestagsausschuss für Umwelt und Bauen einen Bericht der Bundesstiftung Baukultur. Deren Vorstandschef Reiner Nagel empfahl den Abgeordneten, der Bund möge bei der Vergabe von Grundstücken und Fördergeldern stärker auf die Baukultur achten. Er möge mehr Spielräume für Experimente, Innovationen und Bürgerbeteiligung eröffnen und im Wohnungsbau die Gewichte von der Quantität hin zur Qualität verschieben. Abgeordnete aller Fraktionen sowie Staatssekretär Florian Pronold aus dem Umwelt- und Bauministerium stimmten dem Bericht grundsätzlich zu, riefen zur Mitgliedschaft im Förderverein der Stiftung auf und kündigten weitere Debatten und Initiativen zur Baukultur an. Der Baukulturbericht 2014/15 kann kostenlos heruntergeladen werden.

 

Vergabeverfahren 1:
BAK fordert besseres Vergaberecht
Fünf konkrete Forderungen für das künftige Vergaberecht hat die Bundesarchitektenkammer (BAK) aufgestellt, die in die laufenden Vergaberechtsnovelle einfließen sollen:

 

• Erste Forderung ist der Erhalt einer eigenen Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen.

 

• Die zweite ist die „verpflichtende Anwendung des Verhandlungsverfahrens für Architektenleistungen“. Hier sollten keine Verfahren zugelassen werden, in denen ein Bieterwettbewerb zu einem bereits genau beschriebenen Angebot vor allem über den Preis stattfindet.

 

• Drittens fordert die BAK den „Planungswettbewerbe als Regelverfahren“, da es sich bei ihm um das innovativste, und insgesamt wirtschaftlichste Instrument handele.

 

• Viertens müssen „Zugangskriterien eine Chance für junge und kleine Büros sicherstellen“

 

• Fünftens soll die jetzige Berechnungsmethode des Auftragswertes beibehalten werden. Für diese Ziele setzt sich die BAK jetzt in den zuständigen Ministerien für Wirtschaft sowie Umwelt und Bau ein.

 

Forderungen im Detail – Begriffe entwirrt
Offener Wettbewerb und offenes Verfahren, Planungswettbewerb und Ideenwettbewerb, Beschränkte Ausschreibung und nichtoffenes Verfahren: Das Vergaberecht ist gespickt mit Begriffen, die einander ähneln, aber doch ganz Verschiedenes meinen. Eine Begriffserklärung sowie das ausführliche Forderungspapier der BAK finden Sie HIER.

 

 

Vergabeverfahren 2:
Innenarchitekten fordern mehr Beteiligung
Der Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA) fordert, dass seine Fachrichtung bei öffentlichen Vergabeverfahren besser berücksichtigt wird. Er stützt sich auf ein aktuelles Rechtsgutachten, das der BDIA beim renommierten Berliner Vergaberechtler Thomas Maibaum in Auftrag gegeben hat. Danach erfordert das geltende Recht, Aufträge mittelstandsfreundlich in möglichst kleine „Lose“ aufzuteilen – bei entsprechenden Planungsaufgaben also oft auch in getrennte Lose für Architektur und Innenarchitektur. Für Kooperationen von Architekten und Innenarchitekten sollten häufiger Bietergemeinschaften zugelassen werden. Das Gutachten gibt es auf www.bdia.de
Europas recycelte Rahmen10-13_Artikel_4
Die Architektur der Europäischen Union in Brüssel war bisher meist trist, bombastisch oder beides. Jetzt leistet die EU sich endlich eine Gebäude von hoher Qualität: einen Konferenzbau, in dem der Europäische Rat, Minister oder Regierungschefs tagen, entworfen vom Brüsseler Büro Philippe Samyn and Partners. Die zweischichtige Außenfassade steht frei, ebenso die Innenstruktur mit Konferenzsälen auf 13 Etagen. Ein angegliederter Altbau beherbergt Büros. Auffälligstes Merkmal ist die äußere Fassadenschicht: Darin sind recycelte Fensterrahmen montiert, die aus dem ganzen Kontinent zusammengetragen wurden. Viele davon waren energetischen Sanierungen zum Opfer gefallen, die nicht zuletzt die EU vorantreibt. Jetzt will sie mit ihnen ein gebautes Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit setzen.

 

 

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