Artikel drucken Artikel versenden

Meldungen

Von prämierter Kirchenarchitektur, Forschung in bayrischer Idylle und dem Standardwerk für Neubaukosten

Diesen Artikel teilen:

08-ArtikelDeutscher Architekturpreis
Beste Planungsqualität

Der Deutsche Architekturpreis 2015 geht an das Büro Sauerbruch Hutton aus Berlin für den Neubau der Immanuelkirche und des Gemeindezentrums der Evangelischen Brückenschlag-Gemeinde in Köln-Stammheim. Der wichtigste Staatspreis für Architektur wird gemeinsam vom Bundesbauministerium und der Bundesarchitektenkammer ausgelobt. Bundesbauministerin Barbara Hendricks hebt am Siegerentwurf hervor: „Durch die Anordnung des Gebäudeensembles öffnet die Kirchgemeinde ihr Grundstück für die Öffentlichkeit und leistet so einen Beitrag für eine lebendige Stadt. Die Nutzer identifizieren sich mit dem Gebäude, täglich finden hier vielfältige Aktivitäten und Begegnungen statt.“

Auszeichnungen gehen an Freivogel-Architekten aus Ludwigsburg für die Generalsanierung und Aufstockung eines Wohnhochhauses in Pforzheim, an Robertneun aus Berlin für das Projekt „Lokdepot“, an Bembé Dellinger aus Greifenberg für die Ortsmitte Wettstetten, an Peter Haimerl aus München für das Konzerthaus Blaibach und an Burger Rudacs aus München für den Weinholdbau der Technischen Universität Chemnitz. Bundesarchitektenkammer-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann resümiert: „Der Deutsche Architekturpreis spiegelt die hohe Planungs- und Baukultur in Deutschland wider. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf beste Planungsqualität.“

Preise08-Artikel2
Holzbau und Roma

Den Deutschen Holzbaupreis 2015 erhalten Kaden Klingbeil Architekten aus Berlin für das Multifunktionsgebäude „c13“, Florian Nagler aus München für das Kultur- und Kongressforum in Altötting und Sauerbruch Hutton für die mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnete Immanuelkirche in Köln. Den Architekturpreis der Roma KG „Perspektivenwechsel“ erhielten zwei Münchener Büros: nbundm* Architekten für das „Haus Uder“ und tillicharchitektur für das „Produktions- und Bürogebäude Textilmacher“.

08-Artikel3Fester Bau fürs Temporäre

Das Büro Ueberholz in Wuppertal entwirft vor allem Vergängliches wie Messestände, Veranstaltungsbauten, Ausstellungs- und Museums-Equipment. Umso dauerhafter wirkt sein eigener, selbst entworfener Arbeitsort. Zwei der vier Außenseiten bestehen aus fast ganz geschlossenen Betonwänden; davor stehen zwei Leuchten in Blumenform. Wer hinein will, muss in einer von Betonplatten gebildeten Pforte die Schultern zusammendrücken. Wer den Weg geschafft hat, findet im 300 Quadratmeter großen Innenraum dank der bodentiefen Glaswände und wenigen Stützen Helligkeit und Weite vor. Auch hier betont das Büro das Dauerhafte an seinem Schaffensort für kurzlebige Werke. Die Schreibtische beispielsweise haben einen fest montierten Stahlkern, so dass die 3,70 Meter langen Platten frei in den Raum hineinragen können.

Auslobungen: Wir raten zu – und ab
Die Wüstenrot-Stiftung lobt einen Wettbewerb aus, in dem sie sanierte, umgebaute oder umgenutzte Kirchen und Gemeindezentren prämiert. Die Projekte müssen aus den letzten 15 Jahren stammen (Fertigstellung ab 1.1.2000); die Bewerbungen sind bis zum 15. Juli einzureichen. Die Zeitschrift „Der Bauherr“ will im Oktoberheft Ein- und Zweifamilienhäuser vorstellen, die von Architekten geplant und realisiert wurden. Entwürfe können bis zum 7. August eingereicht werden. Die Veröffentlichung ist kostenlos. Das gilt nicht für die dritte Auslobung mit dem hochtönenden Titel „iF Public Value Award 2016 – impact beyond design“. Auf den Inhalt dieses Wettbewerbs gehen wir nicht näher ein, nur auf die wichtigste Bedingung: Wer teilnimmt, zahlt 1000 Euro plus Mehrwertsteuer. Wir wagen die Voraussage, dass viele Einreichungen Preise erhalten werden.

www.wuestenrot-stiftung.de
www.derbauherr.de


Mit Marketing gewinnen
Architektur-Schaffende und Immobilienwirtschaft fremdeln oft – können aber auch stark voneinander profitieren, nicht nur wirtschaftlich. Zum Abbau von Barrieren könnte das Symposium „Architektur und Marketing im Spannungsfeld zwischen Immobilienwirtschaft und Architekturkritik“ beitragen. Es findet am 9. September in Frankfurt statt; Referenten sind unter anderem der Soziologie- und Marketing-Professor Christoph Hommerich, der Architekt Christoph Mäckler und der Architektur-Psychologe Professor Riklef Rambow. Veranstalterin ist die Akademie der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum und der Firma FSB.

www.akh.de (ins Suchfeld z.B. „Rambow“ eingeben)


Forschen in Waischenfeld08-Artikel4

Das 3.000-Einwohner-Städtchen Waischenfeld bei Bayreuth ist nicht der prominenteste Forschungsstandort im Land, beherbergt aber immerhin ein Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen. Um Ortstradition und High-Tech-Idee überein zu bringen, entwarfen Barkow Leibinger aus Berlin einen Komplex mit 4.000 Quadratmetern in vier Gebäuden mit Lärchenholzfassade und breiten Fensterfaschen, der im Mai eröffnet wurde. Für das Zeitgenössisch-Überregionale stehen Schrägdächer und Fenster, die nach der aktuellen Mode frei über die Fassade verteilt sind. Die Architekten kommentieren: „So verbinden sich Vertrautes und Neues zu einer in die Umgebung eingebetteten und gleichzeitig für die Forschung authentischen Architektur.“

Geschäftsklima bleibt gut
Das Geschäftsklima bei den freischaffenden Architekten ist weiterhin recht gut – so das Ergebnis der vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Die aktuelle Geschäftslage ist danach sogar etwas besser als zu Beginn des Jahres: 43 Prozent bezeichneten sie als „gut“, rund 17 Prozent als „schlecht“. Die Erwartungen waren dagegen ungünstiger als ein Vierteljahr zuvor: Der Anteil der eher optimistischen Architekten sank von 18 auf 13 Prozent. Im ersten Quartal 2015 konnten 56 Prozent der freischaffenden Architekten neue Verträge abschließen. Seit gut fünf Jahren hat sich die Quote der Vertragsabschlüsse bei durchschnittlich rund 55 Prozent eingependelt. Das geschätzte Bauvolumen aus den neu abgeschlossenen Verträgen für Neubauten lag um rund ein Zehntel über dem Niveau des Vorquartals. Die Auftragsvolumina für Nichtwohngebäude stiegen um gut ein Fünftel; die für Wohngebäuden waren etwa so umfangreich wie im Vorquartal. Im Geschosswohnungsbau gingen die Aufträge um rund zehn Prozent zurück; für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen sie dagegen. Im gewerblichen Bau ist die Tendenz seit drei Jahren rückläufig; bei den Aufträgen aus öffentlicher Hand gibt es seit 2014 eine bescheidene Aufwärtstendenz.

Erich Gluch, ifo Institut für Wirtschaftsforschung

08-Artikel5BKI: aktuelles Standardwerk für Neubaukosten
Das aktuelle Standardwerk zur sicheren Neubau-Kostenplanung hat das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) herausgebracht. BKI Baukosten 2015 enthält über 50.000 Kostenkennwerte. Mehr als 2.500 abgerechnete Referenz-Objekte bilden die Grundlage der statistischen Kostenkennwerte (Mittelwerte) 2015. Das Werk ist in drei Fachbücher gegliedert.
• Teil 1 „Baukosten Gebäude Neubau 2015“ versteht sich als sichere Grundlage für Kostenschätzungen zu 74 Gebäudearten. Deren Bandbreite reicht von Büro- über Wohnbauten bis hin zu Produktions- und Lagergebäuden.

• Teil 2 „Baukosten Bauelemente Neubau 2015 – Statistische Kostenkennwerte“ enthält über 20.000 Kostenkennwerte entsprechend den Kostengruppen der 3. Ebene nach DIN 276. Damit lassen sich differenzierte und genaue Kostenberechnungen und -anschläge erstellen. Anwender finden wichtige Informationen zur Lebensdauer von Bauteilen und Bauelementen.

• Teil 3 „Baukosten Positionen Neubau 2015“ ist ein umfassendes Nachschlagewerk für Ausschreibung und Kostenanschlag. Über 2.000 Positionen mit aktuellen Preisen zu Rohbau, Ausbau, Gebäudetechnik und Freianlagen wurden von Fachverbänden geprüft und unterstützen Anwender auch bei der Bepreisung von Leistungsverzeichnissen, wie sie die HOAI 2013 von Architekten und Planern fordert. Die Baupreise der Musterpositionen basieren auf der Analyse realer, abgerechneter Bauwerke, die in der BKI-Baukosten-Datenbank verfügbar sind.

Alle drei Neuerscheinungen enthalten die neuen Regionalfaktoren für jeden Stadt- und Landkreis.

BKI Baukosten 2015,
Gesamtausgabe,
219 Euro, vier Wochen Ansicht mit ­Rückgabe möglich,
Tel. 0711 954 854-0,
E-Mail: info@bki.de

 

 

Passend zum Thema





Kommentare

Wir freuen uns über Ihre Beiträge und bitten Sie, die Regeln dieses Forums einzuhalten:

  • Bitte nennen Sie uns Ihren Namen und Ihre e-Mail-Adresse. Anonyme Statements werden nicht veröffentlicht. Ihre e-Mail-Adresse wird selbstverständlich nicht mit veröffentlicht und nur im Falle von Rückfragen durch die Redaktion genutzt.
  • Schreiben Sie zur Sache.
  • Teilen Sie etwas Neues mit.
  • Nennen Sie Argumente.
  • Bitte keine Beleidigungen.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zurückzuweisen.
Texte können erst nach Freischaltung durch die Redaktion erscheinen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*