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Von einem Bauhaus-Wettbewerb, einem sportlichen Kongress und einem grünen Hügel

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06_Meldungen_Artikel_Bauhaus-Wettbewerb in Dessau
Es gehört zu den Gemeinheiten der Baugeschichte, dass die Wurzeln der weltweit erfolgreichsten Strömung der modernen Architektur ausgerechnet in der heute eher unansehnlichen Mittelstadt Dessau liegen. Jetzt gab es einen internationalen 06_Meldungen_Artikel_2Wettbewerb für ein neues Bauhaus-Museum in der Innenstadt mit zwei ersten Preisen. Einer ging an das spanische Büro Gonzalez Hinz Zabala aus Barcelona (mit den Landschaftsarchitekten Roser Vives de Delàs, Abb. oben), der andere an Young & Ayata mit dem Landschaftsarchitekten Misako Murata, alle aus New York. Beide legen mit ihren Entwürfen gleichsam eine kurze Geschichte der modernen Museumsarchitektur vor. Deren Anfänge verkörpert der nüchterne Glasriegel der Spanier nach dem Vorbild von Mies van der Rohe. Das biomorphe, bunt-gleißende Blobb-Gebilde aus New York ist ein Abkömmling der merkantilen Signature-Architektur a la Gehry. Ausstellungs-Passepartouts, mehr nicht – leider. C.D.

Preis für bezahlbaren Wohnraum
Noch bis zum 15. Oktober können Architekten, Bauherren sowie Bauträger und Institutionen ihre Projekte für den Hans-Sauer-Preis 2016 einreichen. Ausgezeichnet werden Bauvorhaben, die bezahlbaren Wohnraum schaffen und in denen sich hohe Wohnqualität mit sozialen, räumlichen und technischen Innovationen verbindet. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
www.hanssauerpreis2016.de

Kammer-Positionen zu Vergabe und Deregulierung
Die Bundesarchitektenkammer hat gemeinsam mit anderen Verbänden zwei Positionspapiere erarbeitet: eines zur Deregulierungs-Initiative der Bundesregierung, das die Erhaltung der HOAI sowie der Bestimmung fordert, dass Anteile an Architekten- und Ingenieurbüros weiterhin mehrheitlich in den Händen qualifizierter Berufsträger sein müssen. Ein zweites Papier zur Novellierung der Vergaberichtlinie fordert unter anderem, dass Architektenleistungen weiterhin nur in Verhandlungsverfahren vergeben und Planungswettbewerbe zum Vergabe-Regelverfahren werden.

Beide Papiere gibt es unter www.bak.de

Sportlicher Kongress
Architekten von Sportstätten sind vom 27. bis 30. Oktober nach Köln zum Kongress „Planung, Bau, Modernisierung und Management von Sport- und Freizeitanlagen“ eingeladen. Sechs Projekte werden vorgestellt, die „die Faktoren Nachhaltigkeit und Vermächtnis, eine klare Funktionalität und eine außergewöhnliche Architektur miteinander in Einklang zu bringen“. Parallel zum Kongress finden zwei Messen für Freiraum, Sport und Bäder statt.
www.iaks.org/de

Freiberuflichkeit in den fünf neuen Bundesländern: 25-Jahr-Feier
25 Jahre Freiberuflichkeit in Ostdeutschland feiert und diskutiert die Veranstaltung „Freiheit und Architektur“ am 4. November in Berlin. Den Festvortrag hält Bundestags-Vizepräsident Johannes Singhammer; für die Bundesarchitektenkammer sprechen Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann und Vizepräsident Joachim Brenncke. Politiker und Verbandsvertreter nehmen Stellung.
Anmeldung über: presse@bak.de

Preiswürdige Normalität, ganz poetisch 06_Meldungen_Artikel_3
Ist es ein Zeichen von Dekadenz oder Überdruss an zeitgeistiger Extravaganz, wenn einfach nur „poetische Normalität“ (Jury) für einen Preis genügt? Die Auszeichnung „Haus des Jahres“, ausgelobt vom Callwey Verlag und vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt, ging jetzt an das Wohnhaus Kaltschmieden im österreichischen Doren. Das Büro Bernardo Bader Architekten (Dornbirn) verblüfft mit dem Projekt gleich doppelt: Obwohl das Gebäude neu ist, wirkt es so, als stünde es seit Jahrhunderten dort. Und obwohl seine Materialien regionaltypisch sind, ist es über jeden Verdacht alpenfolkloristischer Kulissenarchitektur erhaben. Die Tugenden eines bescheidenen, auf Funktionalität bedachten Landwirtschaftsgebäudes prägen nicht nur das Äußere, sondern auch die kompakte interne Organisation.

06_Meldungen_Artikel_4Kassels grüner Hügel
Ein neues Museum in Kassel widmet sich dem Leben und Werk der Gebrüder Grimm, die hier auch einen Gutteil ihrer Märchen sammelten. Die im September eröffnete „Grimmwelt“ hat jedoch nichts von einer bonbonsüßen Cinderella-Kulisse, sondern bietet den passenden Rahmen für die Darstellung des streng wissenschaftlichen Schaffens und des Grimmschen Märchenreichs. kadawittfeldarchitektur aus Aachen entwickelten den Entwurf für das Museum aus der terrassierten Hanglage: Der lang gestreckte Baukörper mit seinem begehbaren Dach wächst förmlich in die grüne, von Bäumen gesäumte Umgebung eines denkmalgeschützten Parks hinein. Seine Fassade aus grob gehauenem Travertin korrespondiert mit den alten Mauern und Treppen, die mit ihrer Patina dem ganzen Gelände etwas Verwunschenes geben. Die Ausstellungsarchitektur in den Innenräumen stammt vom Büro Holzer Kobler Architekturen aus Zürich.

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