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Meldungen

Von einem Werk in Ingolstadt, Inklusions-Schulen und einem Kenianer aus Berlin in Kenia

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07 Meldungen-ArtikelEin Werk in Ingolstadt
Das Münchner Büro BLAUWERK realisierte mehrere Wohnbauten in Ingolstadt. Den jüngsten prägen mächtige Außentreppen und Laubengang-Verkleidungen aus Sichtbeton, zurückspringende Sockel mit winzigen Eingangstüren an den Längsseiten und ohne jede Öffnung an den Querseiten. Man nennt das wohl „skulptural“. Das Echo in der Fachwelt dürfte wohl freundlicher ausfallen als das von ahnungslosen Passanten und den mehr oder weniger freiwilligen Nutzern. In Ingolstadt herrscht Wohnungsmangel. 

Weiterhin reichlich Aufträge
Nach der Umfrage des Münchener ifo-Instituts bei den freischaffenden Architekten war das Geschäftsklima im Sommer weiterhin recht gut. 45 Prozent bezeichneten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“, nur etwa 14 Prozent als „schlecht“. 57 Prozent konnten im zweiten Quartal 2015 neue Verträge abschließen. Das Auftragsvolumen lag im Wohnungsbau rund zehn Prozent höher als im Zeitraum davor. Der Anstieg war zum größten Teil dem Geschosswohnungsbau zu verdanken. Im Wirtschaftsbau ging es zuletzt bergauf; jedoch sind die Schwankungen hier stark. Im öffentlichen Hochbau gab es dagegen ein Auftragsplus von rund 20 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015. Die eingeholten Aufträge reichten für die Architekturbüros im Schnitt 6,3 Monate. 

Wettbewerb für Inklusions-Schulen
Die Bonner Montag-Stiftung Jugend und Gesellschaft hat den Wettbewerb „Inklusive Schulen planen und bauen“ ausgelobt. Sie sucht fünf Träger für Schulbau- oder ­Umbauprojekte, die Konzepte der Inklusion auch räumlich in die Tat umsetzen wollen. Die Träger erhalten von der Stiftung eine professionelle Begleitung in der Projektentwicklungsphase im Wert bis zu 100.000 Euro. Bewerben ­können sich Städte, Gemeinden und Kreise sowie freie ­Träger anerkannter Ersatzschulen. Wer als Architekt für einen dieser Träger plant oder es in einem solchen Projekt tun will, sollte dort den Hinweis auf den Wettbewerb ­durchstellen.

www.schulen-planen-und-bauen.de/
der-wettbewerb 

Neues vom BKI
Altbauten und sommerlicher Wärmeschutz

Für die Kostenplanung im Altbau hat das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) die neue Fachbuchreihe BKI „Baukosten Altbau 2015“ herausgebracht. Ihre Grundlage dafür bilden Kostendaten mit über 400 abgerechneten Objekten. Das Fachbuch „Baukosten Gebäude Altbau 2015“ basiert sogar auf 600 Altbau-Referenzobjekten aus 27 Gebäudearten. Der Ausschreibung und Bepreisung von Leistungsverzeichnissen dient die Neuerscheinung „Baukosten Positionen Altbau 2015“. Darin können Anwender auf über 2.000 spezielle Altbau-Positionen aus 40 Leistungsbereichen zugreifen. Mit den direkt zugeordneten Altbau-Baupreisen 2015 lässt sich eine exakte Kostenplanung von Erweiterungen, Umbauten, Instandsetzungen und Modernisierungen erstellen. Die Nachweise zum sommerlichen Wärmeschutz stellen bei der Planung von Wohn- und Nichtwohngebäuden einen wichtigen Bestandteil dar. Eine weitere Neuerscheinung des BKI ist das Zusatzmodul „Simulation sommerlicher Wärmeschutz“ zum BKI-Energieplaner. 

www.bki.de

BKI Baukosten Gebäude Altbau 2015 628 Seiten, 99 Euro + 7 % MwSt. + Versand
BKI Baukosten Positionen Altbau 2015 635 Seiten, 89 Euro + 7 % MwSt. + Versand
Simulation Sommerlicher Wärmeschutz Zusatzmodul zum BKI Energieplaner, 599 Euro + 19 % MwSt.
Politische Fortschritte

HOAI und Haftung
Auf zwei wichtigen Feldern verzeichnet die Bundesarchitektenkammer berufspolitische Fortschritte. Zum Vertragsverletzungs-Verfahren der Europäischen Kommission gegen die HOAI hat die Bundesregierung zugunsten der Honorarordnung Stellung genommen. Sie beruft sich auch auf ein Gutachten, das der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages erstellt hat. Es behandelt komplizierte juristische Fragen zum Vertragsverletzungs-Verfahren, die auch von der EU-Kommission noch nicht geklärt sind.

Aus dem Bundes-Justizministerium kommt ein Referentenentwurf zum Vertragsrecht, das die Haftungsfrage berührt. Danach sollen Bauherren zunächst vom Unternehmer die Nacherfüllung mangelhafter Leistungen verlangen müssen, bevor sie den Architekten auf Schadenersatz verklagen. Vorgesehen ist auch eine erleichterte Abnahme von Architektenleistungen, die künftig stärker parallel zur Abnahme der Bauleistungen geschehen soll. 

Bauvorlage
Erfolg in Mecklenburg
Mecklenburg-Vorpommern unterhält ein ambitioniertes „Netzwerk Baukultur“, in dem Regierung, Architektenkammer und andere Institutionen zusammenarbeiten. Umso erstaunlicher war jetzt eine Initiative aus der Landesregierung, eine „eingeschränkte Bauvorlageberechtigung“ für Projekte bis 250 Quadratmeter auch für Nicht-Architekten einzuführen, etwa für Maurer- und Tischlermeister sowie Bautechniker. Das Vorhaben konnte aber nach einer energischen Intervention der Architektenkammer noch gestoppt werden.
Umfrage
Die KfW erbittet Ihre Meinung
Die KfW und die Bundesarchitektenkammer möchten per Umfrage Ihre Erfahrungen mit KfW-Programmen kennenlernen und wissen, wie Sie künftig von der KfW darüber informiert werden möchten. Unter den Teilnehmern werden drei Apple iPads verlost. 

www.kfw-befragung.de 

Fassadenpreis für VHF
raumzeit architekten aus Berlin haben den deutschen Fassadenpreis 2015 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) erhalten. Prämiert wurden sie für ein Gebäude der Universität Kassel mit zwölf Hörsaal- und Seminarräumen; laut Jury haben sie hier auf „herausragende Weise die Fassade als Einheit von Gestaltung, Technik, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit“ gestaltet. Der Grundriss ist trapezförmig; die Fassade zeigt entsprechend asymmetrische Formen mit ihren Rücksprüngen und schrägen Fensterbändern. Diese liegen nicht wie in vielen anderen Gebäuden vor Treppen, sondern vor den ansteigenden Sitzreihen der Hörsäle. Müssen diese verdunkelt werden, grüßen nach draußen Vorhänge in Grüntönen. Es dominieren aber Glas und Aluminiumplatten 

Kéré baut in Kenia
Der Berliner Architekt Diébédo Francis Kéré baut ein Bildungszentrum in Kogelo in Kenia. Kéré wurde bekannt durch den Schulbau aus Lehm in seinem Heimatort Gando im westafrikanischen Burkina Faso, den er noch als Student realisiert hat und für den er den renommierten Aga-Khan-Preis erhielt (DABonline.de/tag/Gando). Jetzt hat ihn die „Mama Sarah Obama Foundation“ mit einem Zehn-Millionen-Euro-Projekt für eine Grund- eine weiterführende und eine Berufsschule sowie einem Krankenhaus beauftragt.
Der Stiftung sitzt die 94-jährige Stiefgroßmutter des US-Präsidenten vor. Das Bildungszentrum hat Kéré als Campus aus vielen kleineren Gebäuden geplant; das Erscheinungsbild ist von Ziegeln geprägt. Haus- und Dachformen variieren jedoch stark. Wie in Kérés bisherigen Projekten sollen die ­Menschen vor Ort die Häuser mit lokalen Materialien und Mitteln errichten. 

Architektur-Kalender
„Kalender, Kalender, du bist schon so dünn, nun ist’s nicht mehr lange bis Weihnachten hin.“ So geht ein ziemlich gequälter Adventsvers, der aber eine ernste Mahnung für die Freunde täglichen Blatt-Abreißens enthält. Ihnen bietet für das Schaltjahr 2016 der neue „Archipendium“-Kalender nach Verlagsangaben „366 Tage neue Tendenzen der Architektur“. Jedes Blatt liefert Informationen zu jeweils einem Projekt in Wort, Bild, Plan und Grundriss. Der Kalender kostet 19,90 Euro; die Bestellung geht über www.archipendium.com.

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