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Neues vom Vergaberecht, von einer Reise nach Japan und einer tänzelnden Fassade

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8_Artikel_2Neues Vergaberecht

Nicht ideal, aber ein Fortschritt
Das neue Vergaberecht ist am 18. April in Kraft getreten. Aber ist es auch inhaltlich perfekt? Aus Sicht der Architektenschaft sicherlich nicht. Ist es stattdessen eine Katastrophe, wie manche meinen? Auch das sicherlich nicht. Wir haben nicht alles erreicht, was wir gefordert haben. Aber in einigen wesentlichen Bereichen gibt es deutliche Verbesserungen: Der Planungswettbewerb wurde deutlich gestärkt; die neuen Regelungen im Bereich der Eignungskriterien sollten den Zugang kleinerer und junger Büros erleichtern und fördern. Eine rechtliche Analyse finden Sie auf Seite 35. Eine berufspolitische Bewertung folgt in der nächsten Ausgabe.

Barbara Ettinger-BrinckmannPräsidentin der BAK
Wettbewerb zur Verkehrsplanung
Der Deutsche Verkehrsplanungspreis stellt in diesem Jahr die Lebensqualität auf Straßen in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Kommunale Hauptverkehrsstraßen planen und gestalten, Stadt- und Gemeindestraßen als Aufenthaltsraum zurückgewinnen“ will die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL) Wettbewerbsbeiträge auszeichnen, die innovative Verkehrslösungen zur Stärkung und Förderung einer nachhaltigen Mobilität auf Hauptstraßen in Städten und Gemeinden präsentieren. Bewerbungen werden bis zum 14. Juni angenommen. www.srl.de
8_Artikel_Zukunftspreis für Eller + Eller
Noch nicht gebaut und schon preisgekrönt ist die BASF-Zentrale in Ludwigshafen: Das Düsseldorfer Büro Eller + Eller Architekten hat den ersten Preis beim „Future Project Award“ auf der globalen Immobilienmesse Mipim im französischen Cannes erhalten. Der Ludwigshafener Turm ersetzt den bis 1957 von Hentrich Petschnigg und Partner gebauten und inzwischen abgerissenen Turm und ist wie dieser in zwei parallele, 88 Meter hohe Scheiben mit transparenter Mittelfuge gegliedert. Zur Mipim-Jury gehörte diesmal auch Ralf Niebergall, Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer. Eller + Eller hatte schon vor zwei Jahren einen Mipim-Preis für die Hauptverwaltung der Firma FGS in Bonn erhalten.

Auftragsvolumen auf hohem Niveau
Das Geschäftsklima bei Architekten bleibt auf einem hohen Niveau. Das Münchener ifo Institut ermittelte im ersten Quartal 2016 volle Auftragsbücher. Das Konjunktur-Barometer, das auf einer Umfrage freischaffender Architekten beruht, zeigt nach oben. Die Architekten beurteilten ihre derzeitige Geschäftslage besser als im Vorquartal. Die Hälfte der befragten Architekten äußerte sich zufrieden; nur jeder achte bezeichnete seine aktuelle Lage als „schlecht“. Positiv ist auch der Blick in die Zukunft: Die meisten Architekten erwarteten für die nächsten sechs Monate eine stabile Auftragssituation. 14 Prozent erwarteten in einem halben Jahr eine „eher günstigere“ Auftragssituation, der Anteil der Architekten, die von einer „eher ungünstigeren“ Entwicklung ausgingen, war mit gerade einmal zehn Prozent noch geringer.

60 Prozent der Architekten konnten neue Verträge abschließen; das liegt deutlich über dem Durchschnittswert der vergangenen 20 Jahre (50 Prozent) und toppt sogar das bereits überdurchschnittlich verlaufene Vorquartal (57 Prozent). Das geschätzte Bauvolumen aus den Verträgen schrumpfte indes um fast 30 Prozent. Eine Ausnahme davon machen Ein- und Zweifamilienhäuser. Damit lagen sie gut ein Achtel über dem Niveau des Vorquartals. Die Planungsaufträge für Mehrfamiliengebäude waren – nach einer deutlichen Auftragsspitze im Vorquartal – wieder rückläufig. Deutlich bergab ging es auch im Gewerbebau. Trotz des Rückgangs um rund ein Drittel übertraf das Planungsvolumen den Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre. Derzeit reichen die Aufträge mit 6,3 Monaten deutlich länger als laut Mittelwert der vergangenen Jahre.
Stahlbau für ­Stahlhändler8_Artikel_3
Für unbehandelte Stahlplatten als Fassadenmaterial haben Lamprecht Architekten aus Schweinfurt einen Zweck gefunden, der dem Material-Charakter sehr nahe kommt: Sie bauten daraus das Büro- und Betriebsgebäude eines Altmetallhändlers, neudeutsch: ­Recycling-Betriebs. Ein Teil der Büros liegt hinter Gruppen von ausgestanzten Kreisen und erzählt davon, dass die Firma unter anderem Reste von Ausstanz-Arbeiten wieder­verwertet. Viel Mühe galt dem Schallschutz in der nicht gerade leisen Schrott-Umgebung. Innen ist das Ambiente ganz anders: Es dominieren weiße Wände und Decken über ­poliertem Steinboden. Der Innenhof mit seinen Lärchenholz-Lamellen lässt das stählerne Umfeld glatt vergessen.
8_Artikel_4Ausflug nach Japan

Ando, Ito, Kuma, ­Kurokawa und Piano
Der DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine lädt zu Fachexkursionen nach Japan. In Tokio stehen auf dem Programm unter anderem die Museen Suntory von Kengo Kuma und 21_21 Design Sight von Tadao Ando, das Abriss-bedrohte Nakagin-Kapselhotel (Foto) von Kisho Kurokawa, das Mikimoto-Gebäude von Toyo Ito und das Hermes-Gebäude von Renzo Piano. Die Reisen beginnen am 17. und 30. Oktober, dauern acht Tage und kosten 2.295 Euro. Nach der japanischen Hauptstadt stehen noch Kyoto und Osaka auf dem Programm – und wer will, kann drei weitere Tage in Shanghai anhängen. www.dai.org/veranstaltungen

Konzept gegen Wohnungsnot
Die Bundesarchitektenkammer (BAK) engagiert sich für die Nachverdichtung in Städten. Sie hat mit zehn weiteren Organisationen und Verbänden der deutschen Planungs-, Bau- und Immobilienbranche eine Studie initiiert. Das Ergebnis: Mit der Aufstockung bestehender Bauten kann das Problem fehlenden Wohnraums weitgehend gelöst werden. Mehrfamilienhäuser kommen für die Realisierung von mehr als 1,5 Millionen Wohnungen mit durchschnittlich 85 Quadratmetern Fläche infrage. BAK-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann unterstützt das Vorhaben: „Hierbei wird kein zusätzliches Bauland gebraucht und es findet keine Versiegelung statt. Auch mit Aufstockungen wird es sich nicht vermeiden lassen, dass wir Flächen neu bebauen müssen, um genügend Wohnungen zu schaffen.“ Die komplette Studie gibt es über: DABonline.de/tag/studie-nachverdichtung
Preis für Nachhaltigkeit
Zum vierten Mal lobt die DGNB den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Bauen aus. In der Kategorie „Nachhaltiges Bauen“ werden „herausragende und beispielhafte Leistungen der Architektur ausgezeichnet, bei deren Planung grundsätzliche Aspekte der Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales berücksichtigt wurden“. Prämiert werden aber auch „innovative Lösungsansätze sowie ein besonderer architektonischer Anspruch im städtebaulichen Kontext“. Bewerbungen können bis zum 10. Juni eingereicht werden. www.nachhaltigkeitspreis.de
Baumanagement kurz gefasst
Der Deutsche Verband der Projektmanager hat vier Kurzanleitungen zum Bauprojektmanagement herausgegeben. Darin geht es um Prozesse, um die „Planung der Planung“, um Ausschreibung und Vergabe sowie um das Risiko-Management. Zielgruppe sind vor allem Architekten und Ingenieure; die Bände sind vor dem Hintergrund der HOAI und ihrer Leistungsbilder geschrieben. Sie kosten 13 bis 25 Euro. www.dvpev.de/verlag/neuerscheinungen
BKI – neue Kostenkennwerte für Freianlagen
Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) bietet mit dem neuen Fachbuch „Objektdaten Freianlagen – Band F7“ eine sichere Grundlage zur kompetenten Kostenplanung im Garten- und Landschaftsbau. Das BKI-Buch dokumentiert transparent aktuelle Kosten innovativer Garten- und Landschaftsarchitektur mit ausführlichen Beschreibungen von 59 realisierten Objekten und statistischen Kostenkennwerten zu 18 unterschiedlichen Freianlagenarten. Alle erst kürzlich fertiggestellten Objekte wurden mit Kostenkennwerten nach DIN 276 und Leistungsbereichen, den abgerechneten Mengen und Vergabepreisen dokumentiert.

1.012 Seiten, 99 Euro. Bestellung über info@bki.de oder Tel. 0711 954 854-0.
Jeweils vier Wochen Rückgaberecht.
Fassade in sanfter Bewegung8_Artikel_5
Würde Oswald Mathias Ungers – lebte er noch – heute Fassaden mit versetzten Fenstern gestalten? Sein der Symmetrie bisher ebenso verpflichteter Schüler Max Dudler hat es nun getan, wenn auch dezenter und mit mehr Regelmaß als manche Kollegen, die Fensterlöcher frei über die Fassade streuen. „Es entspinnt sich ein Spiel von Bekanntem, Bewährtem, von Unerwartetem und Neuartigem“, teilt Dudler dazu mit. Das Gebäude setzt den Startpunkt für den Komplex „Schwabinger Tor“ in München. Es ist übrigens ein Wohnhaus.
Hamburg: Verein für Karl Schneider

In Hamburg hat sich die Karl Schneider Gesellschaft e.V. gegründet, die sich dem gleichnamigen Architekten und Designer (1892-1945) widmen will. Die Gesellschaft charakterisiert ihn als „herausragenden Architekten der frühen Hamburger Moderne“. www.karl-schneider-gesellschaft.de

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