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Meldungen

Von neuer Landlust, einem Gebäude wie ein Seeigel und ein pechschwarzes Museum

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Von neuer Landlust, einem Gebäude wie ein Seeigel und ein pechschwarzes Museum – die Meldungen der Ausgabe.07_Artikel_Meldung
Raus aufs Land
Je teurer und enger die Großstädte werden, desto mehr Menschen wollen auch wieder aufs Land und sei es nur übers Wochenende. Schon seit Längerem spezialisiert auf praktische und prägnante Wochenendhäuser, Lauben und andere Kleinbauten ist das Berliner Büro „Hütten und Paläste“. Dessen neuestes Werk ist das Landhaus Wall 07_Artikel_Meldung2nordwestlich von Berlin. Die Konstruktion in Holz­rahmenbauweise bietet immerhin 110 Quadratmeter Bruttogeschossfläche: im Erdgeschoss eine große Wohnküche, zwei kleine Schlafbereiche und einen Service-Kern sowie ­einen weiteren Wohnbereich auf einer Galerie. Dach und Fassade sind in rotes Trapezblech gehüllt, nur die Südseite besteht aus Lärchenholz. Es geht eben auch ohne verklärte ­Landidylle.

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Holz vernähen
Ein Seeigel lieferte die Inspiration für den sehenswerten neuen Forschungspavillon der Universität Stuttgart. Der Entwurf für die Segmentschalen wurde von der Natur abgekupfert und beruht auf einer Analyse der Konstruktionsmorphologie des Sanddollars, einer Unterart der Seeigel. Der Clou: Die Schalensegmente der Konstruktion bestehen aus dünnen Furnierplatten aus Buchenholz, die mittels Robotertechnik und Industrienähmaschinen verbunden wurden. Ziel sind Erkenntnisse, wie textile und robotische Fertigungsmethoden kombiniert und im Leichtbau angewendet werden können. Das Projekt wurde von Studenten der Architektur, Ingenieurwissenschaft, Biologie und Paläontologie realisiert.

Mehr dazu auf http://icd.uni-stuttgart.de.

Medienpreis für Architektur und Stadtplanung

Engagierten Journalisten winkt eine Auszeichnung: Um den Medienpreis 2016 der Bundesarchitektenkammer kann sich bewerben, wer die Gestaltung der gebauten Umwelt mit Text-, Ton, Bild- und Online-Beiträgen in Publikumsmedien für Laien kritisch begleitet hat. Der Preis will das Bewusstsein für die Relevanz der geplanten und gebauten Umwelt fördern. Es werden insgesamt 11.000 Euro Preisgelder vergeben, darunter ein Förderpreis für Autoren bis 30 Jahre. Die Beiträge müssen seit Anfang 2015 veröffentlicht sein; Bewerbungen sind bis zum 5.September möglich. Details zum Vorgehen bei der Bewerbung stehen unter: www.bak.de/baukultur/architekturpreise/Medienpreis

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Innenarchitektur: frisches Handbuch
Ein breites Spektrum aktueller Projekte zeigt der Bundesverband Deutscher Innenarchitekten (BDIA) in seinem aktuellen Handbuch, das in diesem Jahr zum 31. Mal erscheint. Vielfalt und Sinnlichkeit der Projekte deuten deren Namen wie „Silberpfeil“, „Tapetenklang“ oder „Freiheit + Geborgenheit“ an. Ergänzt werden die Projekte durch einen umfassenden Adressteil sowie durch Fachbeiträge zu Themen wie Umnutzung und Flächeneffizienz. Die BDIA-Vizepräsidentin und Buch-Redakteurin Sylvia Leydecker mahnt: „Die Perspektive der Innenarchitekten darf beim wichtigen Thema Verdichtung im Bestand nicht fehlen.“

BDIA Bund Deutscher Innenarchitekten (Hrsg.): BDIA Handbuch Innenarchitektur 2016/17. Callwey Verlag, München 2016, 226 Seiten, 29,95 Euro.

08-09_Artikel_Meldungen4Ratgeber zur optischen Barrierefreiheit
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hat eine Broschüre zur „Kontrastreichen Gestaltung öffentlich zugänglicher Gebäude“ herausgegeben. Das Thema wird wegen der wachsenden Zahl Älterer immer wichtiger. Die Broschüre liefert Grundinformationen zur Farb- und Kontrastwahrnehmung und zur systematischen Integration des Themas in die Gebäudeplanung. Zwei der drei Autorinnen sind Architektinnen: Erika Mühlthaler und Hilke Groenewold. Als Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes erklärt Renate Reymann: „Ästhetik und orientierende Gestaltung sind kein Widerspruch!“

Link zur Online-Broschüre unter: DABonline.de/tag/Kontraste

Drei BKI-Publikationen zum Neubau
Band I: Statistische Kostenkennwerte für 74 Gebäudearten
Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architekten (BKI) bietet drei neue Publikationen zu Neubauten. „BKI Baukosten Gebäude Neubau 2016 – statistische Kostenkennwerte“ bündelt Baukosten-Werte zu 74 Gebäudearten. Mit ihr lassen sich Kostenermittlungen für Hochbaumaßnahmen in frühen Planungsphasen erstellen. Alle Kennwerte basieren auf der Analyse von nahezu 3.000 bereits abgerechneten Vergleichsobjekten. Zu jeder Gebäudeart gibt es Referenzobjekte.

Band II: Bauelemente – über 20.000 statistische Kostenkennwerte
In dem Fachbuch werden Kostenkennwerte für Grobelemente von 14 Gebäudearten nach unterschiedlichen Anforderungen der Baukonstruktion (sehr gering, gering, mittel, hoch, sehr hoch) aufgeführt. Kostenmindernde und kostenerhöhende Faktoren werden ebenso beschrieben wie die Ausführung von Baugruben, Außenwänden, Innenwänden, Decken und Dächern. Mehr als 20.000 Kennwerte zu 74 Gebäudearten nach DIN 276 dienen als sichere Basis für die Kostenermittlung von Bauelementen.

Band III: Positionen 2016 – mit Ausführungszeiten für die Terminplanung
Die Bepreisung von Leistungsverzeichnissen, die Vorbereitung der Vergabe sowie das Prüfen von Preisen erfordern Fingerspitzengefühl. Der dritte Band der BKI-Baukosten-Reihe bündelt mehr als 2.500 Positionen nach Leistungsbereichen mit den Baupreisen 2016. Zusätzlich wird zu jeder Position eine Ausführungsdauer definiert.

Alle drei Neuerscheinungen enthalten die neuen BKI-Baukosten-Regionalfaktoren 2016 für jeden Stadt- und Landkreis.

Teil I (846 Seiten), Teil II (642 Seiten), Teil III (974 Seiten); 229 Euro. Bestellung über info@bki.de oder Tel.. 0711 954854-0. Jeweils vier Wochen Rückgaberecht.

08-09_Artikel_Meldungen5Flirren auf der Netzhaut

Auch Hochregallager können reizvoll sein. Einen nichtssagenden 30 Meter hohen Kubus aus den 1970er-Jahren verwandelte das ungarische Büro Archi-kon in einen echten Hingucker, der gerade mit dem Domico-Architekturpreis Domigius für Metallfassaden ausgezeichnet wurde. Das Lagerhaus eines Pharmaunternehmens in einem Budapester Industriegebiet wurde neu gedämmt und auf einer hinterlüfteten Unterkonstruktion mit standardisierten Stahlblechen von ein mal zwei Metern Größe verkleidet. Diese wurden jedoch so gegeneinander verschoben, dass im oberen und unteren Bereich nicht nur für Autofahrer der Eindruck einer bewegten Fassade entsteht. Verstärkt wird dieser Moiré-artige Effekt durch Edelstahllamellen, die zwischen den Platten 15 Zentimeter aus der Fassade herausragen.

Zeitschrift für neue Arbeitswelten
Die Anforderungen an Arbeitsräume, vor allem an Büros, verändern sich laufend. Einen Überblick aus der Sicht von Organisations-Experten, Immobilienanbietern und Nutzern bietet das aktuelle Heft 2-2016 der Zeitschrift „OrganisationsEntwicklung“ mit dem Titel „Raum für Wandel“. Das 124 Seiten starke Heft enthält Grundlagentexte, Fallstudien und Reportagen aus Bürowelten, wie dem gerade viel diskutierten „Coworking Space“ und nicht zuletzt Visionäres zu Arbeitsräumen als „höhere Sphären von Produktivität und Innovation“. Es ist für 29,80 Euro bestellbar unter: www.zoe-online.org/zeitschrift
10_Artikel_MeldungenBambusflechten inspiriert zum Konzertsaal
Von Gerkan, Marg und Partner haben den Wettbewerb für die Konzerthalle in der chinesischen Millionen-Metropole Chengdu gewonnen. Das renommierte Sichuan-Musikkonservatorium erhält einen neuen Opernsaal mit 1.600 Plätzen und einen Konzertsaal für 1.000 Zuschauer. Außerdem wird das Gebäude ein Teehaus, ein Art-Hotel und eine Galerie beheimaten sowie ein Freilicht-Auditorium umschließen. Gestalterisch soll der Bau Bezug auf „die Handwerkskunst des Bambusflechtens in der Provinz Sichuan“ nehmen und wird deswegen von einem „filigranen kupferfarbenen Geflecht umhüllt“, erläutern die Architekten.
10_Artikel_Meldungen3Schwarz wie Pech

Einst prägte der Abbau von Pechkohle das oberbayerische Penzberg. Diese Szenerie faszinierte auch den deutsch-niederländischen Expressionisten Heinrich Campendonk, dessen Werk nun im Mittelpunkt des erneuerten und erweiterten Stadtmuseums steht. Dem alten, hellen Bergarbeiterhaus stellte der ortsansässige Architekt Thomas Grubert einen gleichgroßen, dunklen Nachbarn zur Seite, der zugleich den fehlenden zweiten Fluchtweg für den Altbau enthält. Verbunden sind die zwei Häuser durch das gläserne Foyer. Den Klinkern wurde Kohle beigemischt und es wurde ein spezielles Kohle-Salz-Brand-Verfahren angewandt.

Repressalien gegen türkische Kammer – BAK protestiert
Die türkische Regierung hat die Istanbuler Niederlassung der Architektenkammer des Landes zwangsräumen lassen und 15 Kollegen festgenommen, die sich dagegen gewehrt hatten – unter anderem den Kammerpräsidenten Eyüp Muhcu. Hintergrund ist der Protest der Kammer gegen die Bebauung des Gezi-Park-Geländes in der Stadt. Gegen die Räumung und Verhaftung hat das Architects‘ Council of Europe (ACE) protestiert, in dem die türkische Kammer Mitglied ist. Auch die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, hat sich in einem Brief an die Regierung der Türkei für die dortigen Kollegen eingesetzt.

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