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Vom Städtebaupreis, neuen Honorartabellen und einem Wohnturm ohne Zimt und Glocken

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006_artikel_meldungen_100 Prozent für Ettinger-Brinckmann
Die Bundeskammerversammlung hat einstimmig Barbara Ettinger-Brinckmann als Präsidentin der Bundesarchitektenkammer wiedergewählt. Die Vizepräsidenten Ralf Niebergalll, Joachim Brenncke und Martin Müller (von links) wurden ebenfalls mit großer Mehrheit bestätigt. Für Ettinger-Brinckmann zeigt das Wahlergebnis „die Geschlossenheit und Stärke des föderalistisch organisierten Berufsstands“. Sie nennt als wichtige „berufspolitische Baustellen“ der nächsten Zeit die Verteidigung der HOAI gegen eine Abschaffungs-Initiative der Europäischen Kommission sowie „ein mittelstandsfreundliches Vergaberecht, eine angemessene Haftungssituation, die praxisgerechte Normung, die verträgliche Einbindung der Digitalisierung sowie insgesamt den Erhalt der Freiberuflichkeit“.

Noch eins aufs Dach
Bei Dachausbauten und Aufstockungen sind große Potenziale noch ungenutzt, stellt eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) fest. „Auf Baumaßnahmen im Bestand ­entfallen derzeit maximal zehn Prozent an allen fertiggestellten Wohnungen in Deutschland“, klagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. Das Institut fordert daher, Kommunen sollten Kostentreiber, wie etwa die Stellplatzverordnung oder eine Aufzugpflicht, reduzieren. Außerdem müsse die Kommunikation gegenüber den Bewohnern verbessert werden, um Widerstände zu vermeiden.

Die Studie mit Fallbeispielen gibt es unter: www.bbsr.bund.de

006_artikel_meldungen_2Städtebaupreis für Brückenhäuser
Den Deutschen Städtebaupreis 2016 haben ein Projekt der Münchener Genossenschaft wagnisEG und ihre Planer bogevischs buero sowie SHAG Schindler Hable und die Arge bauchplan auböck/kárász erhalten. Die Wohnanlage wagnisART ist ein Ensemble aus fünf asymmetrisch geformten, durch Brücken miteinander verbundenen Wohnhäusern. Die ­Erdgeschosse werden teils gemeinschaftlich und öffentlich genutzt. Die Anlage ist das ­Produkt eines gemeinschaftlichen Entwurfsprozesses; die Architekten sprechen von ­„parametrischem Gruppen-Entwerfen“. Weitere Auszeichnungen gab es für das Bremer Projekt „Tarzan & Jane“ von Spengler & Wiescholek aus Hamburg sowie Spalink-Sievers Landschaftsarcharchitekten aus Hannover, für den Stuttgarter Hospitalplatz und Hospitalhof von den Büros Lederer Ragnarsdóttir Oei und Baldauf, für die Neue Mitte Hallstadt von Schettler & Wittenberg aus Weimar sowie für den Stadtumbau Schwäbisch Gmünd von A24 Landschaft (Steffan Robel). Den Preis lobt die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) aus; die Wüstenrot-Stiftung fördert ihn.

006_artikel_meldungen_4Würdiger Raum für Obdachlose
Äußerlich schlicht, doch ein Ausdruck gebauter Menschenwürde ist das Pflegeheim für Obdachlose in Berlin-Kreuzberg, geplant vom Berliner Büro ZappeArchitekten. Es ergänzt ein Obdachlosen-Wohnheim der Siefos GmbH, zu dem die Architekten mitteilen: „Die feste Unterkunft gewährt Stabilität in der Not. Bisher war es jedoch so, dass ein Bewohner genau diese mühsam erworbene Sesshaftigkeit verlor, wenn er pflegebedürftig wurde. So entstand die Idee, eine Pflegestation in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wohnheim zu errichten.“ Der viergeschossige Neubau im Blockinnenhof bietet ausschließlich Zimmer mit Gartenblick. Zudem entstand ein Kopfbau für Verwaltung und Pflegedienst.

006_artikel_meldungen_3Wohnturm ohne Zimt und Glocken
Die Bezeichnungen sind frei, mögen sich die Erbauer des Wohnturms in der Hamburger Hafencity gedacht haben. So nennen die Bauherren ihn „Cinnamon“, zu Deutsch Zimt, wogegen die Architekten Bolles + Wilson aus Münster wirklichkeitsgetreuer von „unterschiedlichen dunklen Rottönen“ sprechen sowie im Schatten von einer „warmen und eher ernsten, Paul Klee nachempfundenen Kolorierung“. Die Architekten wiederum nennen ihn „Campanile“, zu Deutsch Glockenturm, obwohl natürlich gerade im teuren Wohnraum ganz oben keine Glocke hängt. Die zehn Wohnungen sind 130 bis 300 Quadratmeter groß und reichen über eine bis drei Etagen. Dank der Schlankheit des Turms steht einer der wenigen Altbauten der Gegend, das „Alte Hafenamt“, weiterhin frei. Dies war eine Idee der Architekten im Wettbewerb von 2006. Sie selbst bezeichnen ihren schlanken Turm als „Pin auf einer Piazza“.

Inklusion: Neue Konferenztermine
Für vier Konferenzen zu inklusionsfreundlicher Architektur und Planung stehen jetzt Orte und Termine fest: Es beginnt am 28.11. (nicht, wie vor einem Monat gemeldet, am 26.11.!) in der Bayerischen Architektenkammer in München; 2017 gibt es Konferenzen am 24. Januar in Hannover, am 16. März in Duisburg sowie Ende April oder Anfang Mai in Schwerin. Gemeinsame Veranstalter sind die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, sowie acht Architektenkammern. Der Titel der Konferenzen lautet „Inklusiv gestalten – Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung“. Architekten und Stadtplaner diskutieren hier innovative, interdisziplinäre und intelligente Planungsansätze. Anhand von Praxisbeispielen soll die inklusive Gestaltung von Wohnungen und Stadträumen gezeigt werden.

Ein Link zur Anmeldung steht unter: DABonline.de/tag/inklusion

Neue Honorartafeln: Landschaftsplanung und Großprojekte
Der Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung (AHO) hat das Heft „HOAI – Tafelfortschreibung, Erweiterte Honorartabellen“ in überarbeiteter Fassung neu herausgegeben. Es berücksichtigt neben den Leistungsbildern der Objekt- und Fachplanungen nunmehr auch den gesamten Bereich der Landschaftsplanung sowie der Anlage 1 HOAI (Umweltverträglichkeitsstudie und Bauphysik/EnEV). Mit der Fortschreibung der Honorartafeln werden die Besonderheiten von Großprojekten und die Honorar-Ermittlungsansätze der HOAI 2013 berücksichtigt. Die nachvollziehbare Darstellung der mathematischen Grundlagen macht es möglich, Zwischenwerte genau zu ermitteln. Das Heft schlägt Wege der Honorarfindung vor, die dem Auftragnehmer eine Berechnungsgrundlage und dem Auftraggeber eine Möglichkeit zur Kontrolle außerhalb der verbindlichen Honorargrenzen geben.

AHO-Schriftenreihe, Heft 14: „HOAI – Tafel­fortschreibung, Erweiterte Honorartabellen“, 21,80 Euro. Zu beziehen per Fax an 030 310191711 oder über www.aho.de/schriftenreihe

006_artikel_meldungen_5Jubiläums-Fassadenpreisträger
Ein spannendes Stück Fassaden-Zeitgeschichte ist unter www.fassadenpreis.de zu besichtigen: Die Ausloberin Brillux präsentiert 16 „Jubiläumspreisträger“ aus 25 Jahren Preisgeschichte. Sie alle „loteten die Grenzen für eine architektur­bezogene farbige Gestaltung jeweils auf ganz eigene Art neu aus“, so Brillux. Präsentiert werden unter anderem ein Einfamilienhaus in technisch neu­artigen dunklen Farbtönen, voluminöse Industriehallen und WDVS-Fassaden mit einer laut Ausloberin „sehenswerten Ausformung des Gebäudeprofils“.

Bildkommentar zu Kostengruppen
Welche Baukosten gehören in welche der über 200 Kostengruppen? Diese Frage stellt sich in der Praxis immer wieder. Entscheidungsgrundlagen liefert der neue BKI-Bildkommentar DIN 276/DIN 277 des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern. Das Werk dient als praktische Arbeitshilfe zur rechtssicheren ­Baukostenplanung. Es ­enthält die kompletten ­Originaltexte beider Normen und kommentiert sie umfassend mit leicht verständlichen Erläuterungen und Anwendungshinweisen. Den fachlichen Schwerpunkt des Buches bilden Tabellen, mit ­deren Hilfe die Kosten eindeutig den Kostengruppen der DIN 276 zugeordnet und die Mengen und Bezugseinheiten nach der neuen DIN 277 richtig ermittelt werden können.

Das Buch mit 542 Seiten kostet 99 Euro und kann kostenlos vier Wochen mit Rückgabegarantie ­angesehen werden. Bestellung telefonisch unter 0711 9548540 oder über: info@bki.de

Massiv gewinnt
Wer ein Eigenheim in Massivbauweise geplant hat, kann an einem Fotowettbewerb teilnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau vergibt für besonders individuelle und außergewöhnliche Ein- oder Zweifamilienhäuser Geld- und Sachpreise sowie den Titel „Massivhaus 2017“. Dabei ist es egal, ob Landhaus, Stadtvilla oder Bungalow, solange das Traumhaus aus Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Leichtbeton errichtet wurde und nicht älter als vier Jahre ist. Einsendeschluss für Fotos und Angaben zur Bauweise ist der 30. November 2016. www.massiv-mein-haus.de

Spanier ehren Wolfgang Haack
Mehr als zwanzig Jahre lang war der hessische Architekt Wolfgang Haack im europäischen Verband ACE (Architects’ Council of Europe) aktiv. Nun erhält er für sein Engagement eine exquisite Ehrung: die Medaille der spanischen Architektenkammer CSCAE (Consejo Superior de los ­Colegios de Arquitectos de España). Deren Präsident Jordi Ludevid i Anglada würdigt Haacks „riesigen Einsatz für sinnvolle Berufsregeln, vor allem für die Verteidigung der HOAI“. Die Medaille wird am 24. November in Madrid feierlich verliehen.

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