Artikel drucken Artikel versenden

Meldungen

Von einem Gestaltungszertifikat, einer Sieb-Fassade und 90 Jahren Bauhaus-Gebäude

Diesen Artikel teilen:

06-11artikel_2Premiere für Gestaltungs-Zertifikat

Der Neubau des Energienetz-Betreibers 50Hertz nahe dem Berliner Hauptbahnhof soll mit seinem außen liegenden Tragwerk den Netz-Charakter der Firma symbolisieren. Das Tragwerk ermöglicht tiefe, stützenfreie Räume im Inneren und damit die bei Büro-Unternehmen so beliebte Flexibilität. Der Bau ist 13 Etagen hoch und bietet Raum für 650 Beschäftigte; entworfen ist er von LOVE architecture and urbanism aus Graz und realisiert in Kooperation mit kadawittfeldarchitektur aus Aachen und Wien. Die bunte, luftige Innengestaltung besorgte das Büro Kinzo aus Berlin. Erstrebt war „ganzheitliche Arbeitsplatzgestaltung mit besonderer Berücksichtigung von Funktionalität, Kommunikation und individuellem Wohlbefinden“.

Das Projekt ist das erste, das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen die neue Auszeichnung „Diamant“ erhalten hat, welche herausragende gestalterische und baukulturelle Qualität würdigt. Die Pilotphase zum „Diamant“-Zertifikat hat die DGNB gemeinsam mit der Bundesarchitektenkammer (BAK) und mit fachlicher Begleitung des Bundes Deutscher Architekten (BDA) gestartet. Dabei wurde eine Systematik in zwei Varianten entwickelt. Die erste besteht aus Handlungsempfehlungen, die Architekten und Bauherren in einer frühen Planungsphase ihres Projekts durch eine Kommission für Gestaltungsqualität erhalten. Variante 2 ist die Bewertung der umgesetzten Gestaltungsqualität bei fertiggestellten Gebäuden – darunter das von 50Hertz. Die DGNB ist nach ihren Angaben die weltweit erste Organisation, die über die Vergabe von Zertifikaten für nachhaltiges Bauen hinaus eine eigene, ergänzende Auszeichnung für die gestalterische und baukulturelle Qualität vergibt. BAK-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann sagt dazu: „Ich bin froh, dass die gestalterische Qualität als Aspekt von der DGNB aufgenommen wurde. Dauerhaftigkeit und Schönheit sind konstitutive Bestandteile einer ausgereiften Baukultur.“

Einen Einblick in die Bürolandschaften im Inneren bekommen Sie auf: www.DABonline.de/tag/bueroausstattung

Auslobung: Preis für gute Schularbeiten

Der globale Architektenverband UIA hat ­erneut seine „Golden Cubes Awards“ für ­Projekte und Aktivitäten der Architekturvermittlung an Kinder und Jugendliche. Es gibt vier Preiskategorien: Schulen, Institutionen, Print- und audiovisuelle Medien. Die Aktivitäten, Beiträge und Produkte können seit 2014 stattgefunden haben oder publiziert worden sein; sie sind bis 30. Januar 2017 einzureichen. Die nationale Nominierung organisiert die Bundesarchitektenkammer in Kooperation mit den Länderkammern Bayern und Thüringen.

Mehr unter www.bak.de/baukultur/architektur-macht-schule

Architektur-Kalender 2017

Täglich ein anderes Haus – das verspricht der „Archipendium“-Kalender für Wand oder Schreibtisch auch für 2017. Und zwar nicht nur Ikonen: „Arbeiten von jungen und innovativen Büros werden ebenso dargestellt wie die Bauwerke renommierter und erfahrener Architekten.“ Zum täglichen Bild gibt es Plan, Grundriss und Texte – Letztere von den Büros selbst verfasst; kritische Worte sind also nicht zu befürchten. Der Kalender im Format 11 mal 14,5 Zentimeter kostet 21,90 Euro; online findet man ihn auf www.archipendium.com.

Einen Wochenkalender im Format 18 x 19,5 cm für den ­Schreibtisch mit je einem aktuellen Projektbild gibt es für 25 Euro über www.waisdesign.de

06-11artikel_Sieb-Fassade fürs Wasserlabor

Kölns Stadtentwässerungs-Betriebe haben ein neues baukulturelles Schmuckstück. Das Unternehmen verfolgt dank seines früheren Chefs Hubertus Oelmann und seines Nachfolgers Otto Schaaf immer wieder architektonische Ambitionen – siehe hier. Hier reiht sich das gerade eröffnete Labor- und Bürogebäude des örtlichen Büros kister scheithauer gross (ksg) ein. Die scheinbar willkürliche Form dient der optimalen Grundstücks-ausnutzung; die metallische Fassade soll an Siebe erinnern, wie sie in Wasser-Laboratorien gang und gäbe sind. Sie ist aber keine Spielerei, sondern funktional, da sie als Sonnenschutz dient und einen einheitlichen Rahmen für die unterschiedlich großen Fenster von Labor-, Büro- und Sozialräumen schafft.

BKI 1: Energieplaner

Die bewährte Energieplanungs-Software des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern ist in der 16. Version erschienen. Es gibt eine Basisversion für Wohngebäude und eine Komplettversion einschließlich der Nichtwohngebäude. Beide enthalten alle Funktionen und Nachweise zur Vor-Ort- und Energieberatung, für Sanierungsfahrpläne, verbrauchs- und bedarfsorientierte Energieausweise sowie zum raumweisen Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes. Der Energieplaner erfüllt dabei alle Kriterien von EnEV/EEWärmeG und der KfW: integriert ist das neue Gebäudedaten-Transfer-Tool (GeDaTrans 2016) der Dena. Neu ist auch die Programmkomponente „Lüftungskonzept DIN 1946-6“ zur Prüfung, ob eine Lüftung jeweils notwendig wird. Das Programm greift auf eine Datenbank mit den aktualisierten BKI-Kostenkennwerten für ausgewählte energiesparende Konstruktionsdetails zu. Der „Energieplaner 16“ kostet in der Basisversion 399 und in der Komplettversion 749 Euro; dazu kommt die Mehrwertsteuer. Bestelladresse siehe unten.

BKI 2: Positionen mit Baupreisen

Die „Positionen mit Baupreisen 2016/2017“ dienen der Erarbeitung regelkonformer Positionstexte verbunden mit reellen Termin- und Kostenangaben als wichtige Grundlagen für eine kompetente Ausführung. Sie stehen auf CD-Rom nach der neuen VOB 2016 zur Verfügung. Jede Position enthält auch statistische Baupreise mit marktüblichen Preisspannen, die dem aktuellen Marktniveau entsprechen. Insgesamt stehen mehr als 23.000 aktuelle Vergabepreise zu 45 Neubau- und 41 Altbau-Leistungsbereichen zur Verfügung. Neu sind die Leistungsbereiche Aufzüge und Verglasungsarbeiten sowie Positionen für barrierefreies Bauen. Mit den integrierten Baukosten-Regionalfaktoren können die Bundesdurchschnittswerte an den jeweiligen Land-oder Stadtkreis in Deutschland angepasst werden. Die BKI-Positionen lassen sich in marktgängige AVA-Programme übertragen. Die Versionen Neubau oder Altbau kosten je 399 Euro, beide zusammen 699 Euro plus Mehrwertsteuer.

Bestellung aller BKI-Publikationen unter Tel. 0711 954 854-0 oder per Mail info@bki.de

06-11artikel_3Kasseler Straßenumbau prämiert

Den Deutschen Verkehrsplanungspreis 2016 erhält die Stadt Kassel für den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße unter dem Motto „Von der Verkehrsachse 06-11artikel_4zum Boulevard“ – ein Gemeinschaftswerk von Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt in Kassel. Schon die Kooperation ist bemerkenswert. Mehr noch ist es die Tatsache, dass eine innerstädtische Straße mit täglich 18.000 Motorfahrzeugen als lebendiger öffentlicher Raum mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltbar ist. Die Jury würdigt damit, „dass es möglich ist, die autogerechte Stadt zukunftsweisend umzugestalten und Lebens- und Arbeitsraum mitten in der Stadt zurückzugewinnen“. Anerkennungen gab es für die Projekte Osterstraße in Hamburg sowie die Ortsdurchfahrt Rudersberg in Baden-Württemberg unter dem Motto „Eine Gemeinde erobert ihre Mitte zurück“. Ausloberin des Preises ist die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL).

90 Jahre Bauhaus-Gebäude – neue Analyse des Entwurfs

90 Jahre alt wird das Dessauer Bauhaus-Gebäude am 4. Dezember. Aus diesem Anlass hat der Landauer Architekt Thomas Seyler Walter Gropius’ Entwurf neu analysiert – „die Abfolge der Entscheidungen, den goldenen Schnitt und die Kontrolle der komplexen Form durch abstrakte, reduzierende Elemente“. Seyler betrachtet Größenbeziehungen zwischen den drei Trakten und schiebt sie in einem Klötzchen-Modell zu einem überraschend symmetrischen Gesamtkörper zusammen. Er würdigt die Straßenüberbauung und nicht zuletzt Gropius’ seltener genannte Kollegen und Schüler, die am Entwurf beteiligt waren. Das Thema findet er am Ende unerschöpflich – und zieht daraus Beruhigung: „So lange das Bauhaus in Dessau noch nicht vollständig ausgewertet ist, so lange lebt die Moderne.“ Thomas Seylers Studie gibt es hier.

06-11artikel_5Studenten im Grünen

Das Haus der Essener Luther-Gemeinde stand idyllisch in einer Grünanlage, diente aber nicht mehr seiner alten Funktion. Nach einem Abriss wäre hier kein Neubau mehr zugelassen worden, weshalb sich ein grundlegender Umbau lohnte. ACMS Architekten aus Wuppertal verwandelten den Bau nahe der Universität in ein Apartmenthaus für Studenten; Bauherr war das Studierendenwerk Essen-Duisburg. Dazu blieb nur die Primärkonstruktion erhalten; drinnen kam eine Zwischendecke in den luftigen Saal und draußen erlaubte die Stadt eine weitere Etage mit einer leichten Holzkonstruktion, so dass die Geschossfläche um mehr als das Doppelte gewachsen ist. 31 bis 33 Apartments und Wohnungen sind entstanden – drei Einheiten sind zur Zeit zusammengelegt. Auch die Laubengänge sind neu.

06-11artikel_6Krapfen statt Donut

„Das Beste gehört ins Zentrum, nicht an die Ränder.“ Das ist eine der Forderungen, die die Bundesstiftung Baukultur mit ihrem Baukulturbericht 2016/17 „Stadt und Land“ aufstellt. Im Bericht, der Anfang November auf dem Konvent der Baukultur vorgestellt wurde, finden sich Handlungsempfehlungen und Beispiele, wie dem „Donut-Effekt“, also einer leeren Ortsmitte bei Rändern voller Neubaugebiete und Handelszentren, entgegengewirkt werden kann. Außerdem geht es darum, wie Bürgerbeteiligung zu lebendigen Ortsgemeinschaften beiträgt und wie Infrastruktur für Verkehr und Energie landschaftsverträglich gestaltet wird. Ebenfalls auf dem Konvent wurde BAK-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann in den Stiftungsrat der Bundesstiftung Baukultur gewählt.

Der Baukulturbericht kann kostenlos heruntergeladen werden: www.bundesstiftung-baukultur.de

Passend zum Thema





Kommentare

Wir freuen uns über Ihre Beiträge und bitten Sie, die Regeln dieses Forums einzuhalten:

  • Bitte nennen Sie uns Ihren Namen und Ihre e-Mail-Adresse. Anonyme Statements werden nicht veröffentlicht. Ihre e-Mail-Adresse wird selbstverständlich nicht mit veröffentlicht und nur im Falle von Rückfragen durch die Redaktion genutzt.
  • Schreiben Sie zur Sache.
  • Teilen Sie etwas Neues mit.
  • Nennen Sie Argumente.
  • Bitte keine Beleidigungen.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zurückzuweisen.
Texte können erst nach Freischaltung durch die Redaktion erscheinen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*