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Krankenhausbau

Die neue DIN 13080 sowie die neuen Beiblätter 3 und 4

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Bei der Planung von Krankenhäusern muss man stets auf dem neuesten Stand sein. Wir stellen die neue DIN 13080 „Gliederung des Krankenhauses in Funktionsbereiche und Funktionsstellen“ vor.

Text: Thomas Jansen und Franz Labryga

Inhalt der DIN 13080 „Gliederung des Krankenhauses in Funktionsbereiche und Funktionsstellen“

Die DIN 13080 ordnet und gliedert die umfangreichen und komplexen Bereiche, Abteilungen, Stationen, Raumgruppen und -einheiten von Krankenhäusern und anderen Bauten des Gesundheitswesens und stellt damit der Planung dieser Bauten ein praktikables Arbeitsgerüst zur Verfügung. Es werden vier Gliederungsebenen definiert: Funktionsbereiche, Funktionsstellen, Teilstellen und Unterteilstellen.

Für die Anwendung gibt es Regeln, die ein einheitliches Vorgehen festlegen. Für Planungen sind die Funktionsbereiche jeweils mit einer Farbe gekennzeichnet. In einem umfangreichen Anhang (45 Seiten) werden vor allem Planungshinweise für die verschiedenen Raumgruppen und im Bedarfsfall auch Räume gegeben.

Inhalt des Beiblatts 3 „Formblatt zur Ermittlung von Flächen im Krankenhaus“

Das Beiblatt soll Planern und Nutzern helfen bei Bestandserfassungen und -bewertungen, bei Raumprogrammen, bei der Ermittlung von Differenzen zwischen Raumprogramm und Bestand sowie Entwurfsplanung und bei der Gegenüberstellung von Entwurfsplanung, Bestand und Neubau.

Inhalt des Beiblatts 4 „Begriffe und Gliederung der Zielplanung für Allgemeine Krankenhäuser“

Das Beiblatt dient als Orientierungshilfe für Zielplanungen. Es zeigt eine Planungsstrategie auf, die die Funktionsfähigkeit einer Anlage in den verschiedenen Planungsstufen sichert. Neben einer Erläuterung der erforderlichen Begriffe werden die Planungsstufen definiert, und es wird das Beispiel eines Flächenlayouts dargestellt.

Notwendigkeit der Überarbeitung

Die erste DIN wurde im Jahr 1987 veröffentlicht (Obmann: Prof. Franz Labryga). Die in den Jahren 1999 und 2003 erfolgte Aktualisierung war nur geringfügig, weil sich die Norm auch außerhalb Deutschlands sehr bewährt hatte und man deshalb wesentliche Veränderungen gescheut hat. In den folgenden Jahren haben sich aber im Gesundheitswesen deutliche Veränderungen mit Auswirkungen auf die Planung entsprechender Bauten ergeben. Die Notwendigkeit einer Überarbeitung der DIN 13080 und der Beiblätter war unabdingbar geworden.

Arbeitsgruppen

Eine interdisziplinär besetzte Expertenkommission hat notwendige inhaltliche Vorarbeiten geleistet. Außerdem wurde der Weg zur Finanzierung des Vorhabens gefunden (27.000 Euro für die Geschäftsstelle des DIN). Zu danken ist der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, der AKG – Architekten für Krankenhaus und Gesundheitswesen sowie 15 Sponsoren der Wirtschaft.

Zur Vorbereitung der Ausschussarbeit im DIN war eine Arbeitsgruppe des AKG mehrere Jahre tätig. Obmann war Thomas Jansen (tsj Architekten), der auch nach der Genehmigung durch die DIN-Geschäftsstelle den Arbeitsausschuss der DIN leitete. Er tagte 13 Mal und verab-schiedete nach Einarbeitung der in der öffentlichen Einspruchsberatung gewonnenen Erkenntnisse im Dezember 2015 die neue DIN 13080 sowie die Beiblätter 3 und 4. Mit Datum Juni 2016 hat der DIN-Normenausschuss Bauwesen (NA Bau) die Veröffentlichung vorgelegt.

Änderungen der DIN 13080:2003-7

Die Änderungen der Norm beziehen sich auf den gesamten Aufbau und auf alle Abschnitte. Hervorzuheben sind:

Aufhebung der bisherigen Unterteilung in die DIN 13080 und die (informellen) Beiblätter 1 und 2. Jetzt hat die DIN 13080 einen informellen Anhang. Damit ist die Norm mit 55 Seiten zwar deutlich umfangreicher, aber als zusammenhängendes Werk auch praktischer handhabbar geworden.

Übernahme der Regeln zur Anwendung der Norm aus den bisherigen (informativen) Beiblättern 1 und 2 in die DIN 13080, sie haben jetzt den erforderlichen normativen Charakter.

Ergänzung mit dem Funktionsbereich 8.00 Technische Gebäudeausrüstung. Die  bisher nicht enthaltenen Funk-tionsstellen der Technik haben jetzt den ihnen zukom-menden Stellenwert. Zu beachten ist, dass es sich hier nicht um Nutzungsflächen (neuer Begriff der DIN), son-dern um Technikflächen (auch neuer Begriff) handelt.

Änderung der Farbkennung für den Funktionsbereich 7.00. Damit wird die bewährte Farbkodierung optimiert.

Änderung der Benennung einiger Funktionsstellen und Funktionsbereiche sowie der erläuternden Texte. Diese neuen Bezeichnungen und neuen Erläuterungen berücksichtigen die Veränderungen im Gesundheitswesen.

Einführung der Spalte „Planungshinweise“ in den Tabellen des Anhangs. Mit diesen sehr umfangreichen Anmerkungen werden die Erfahrungen der Experten des DIN-Arbeitsausschusses weitergegeben. Sie gliedern sich in die Kapitel „Allgemeines“, „Hygiene“, „Arbeitsschutz“, „Technik“ und „Literatur“. Diese Hinweise haben keinen normativen, sondern nur informativen Charakter.

Änderungen in den Beiblättern 3 und 4

Gegenüber dem Beiblatt 3:1999-10 wurde das Basis-Formblatt an die Neufassung der DIN 13080 angepasst. Außerdem wurden einige Bezeichnungen der Variationsmöglichkeiten geändert.
Gegenüber dem Beiblatt 4: 2004-07 wurden die Texte und grafischen Darstellungen im gesamten Dokument geändert.

Übersetzung ins Englische

Mit finanzieller Hilfe des AKG wurde eine Übersetzung der DIN 13080 sowie der Beiblätter 3 und 4 ins Englische erarbeitet. Damit soll den im Ausland tätigen Architekten eine Planungshilfe angeboten werden. Bisher gibt es vor allem britische und amerikanische Planungsunterlagen (guidelines). Mit der Übersetzung wird eine auf deutscher Seite bestehende Lücke zu einem Teil geschlossen.

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