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Meldungen

Vom Kölner Rheintriadem, Schinkels Bauakademie und von Goethe im Orient

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Vom Kölner Rheintriadem, Schinkels Bauakademie und von Goethe im Orient – die Meldungen der Ausgabe.

Schwer trifft leicht
Die ehemalige Bahndirektion in Köln, unweit des Doms und direkt am Rheinufer, ist ein massiver wilhelminischer Bau, den kadawittfeld nun für den neuen Sitz der Europäischen Agentur für Flugsicherheit umgebaut h­aben. Eigentlich wurde bis auf die Fassade und die Eingangshalle fast alles neu gebaut. Denkmalgeschützte Treppengeländer, Verkleidungen und Laibungen wurden demontiert und an gleicher Stelle wieder verbaut. Stuck wurde abgedrückt und originalgetreu neu hergestellt. Dass es sich nun um ein modernes Büro­gebäude handelt, erkennt man von außen am Dach­aufbau: Er zeichnet die Kontur des kriegszerstörten Mansarddachs nach. Hinter den angeschrägten Fassadenbändern verbergen sich jedoch Dachterrassen und gläserne Arbeitsplätze.

Kongress zur ­Energie-Effizienz
Ein Kongress zum Thema „Energieeffizient Bauen“ findet am 30. und 31. Januar 2017 in Berlin statt. Praxisnahe Projekte aus zwei Forschungsinitiativen des Bundes-­Wirtschaftsministeriums zeigen, wie sich Gebäude und Quartiere in das Energie­versorgungssystem von morgen integrieren lassen.
Einen Link zum Kongress mit Programm und Anmeldeformular gibt es auf DABonline.de/tag/effizient-bauen

Gesucht 1: Gute Freiräume
Endspurt für den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis: Bewerbungen nimmt der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten noch bis zum 24. Januar an – erstmals ausschließlich online. In zwei Durchgängen entscheidet die Jury über die besten Arbeiten in neun Kategorien, von der „Pflanzenverwendung“ über „Sport, Spiel, Bewegung“ bis zu „Quartiersentwicklung und Wohnumfeld“. Die feierliche Preisverleihung findet im September in Berlin statt. Dann werden auch alle ausgezeichneten und nominierten Arbeiten in einer Ausstellung präsentiert.
www.deutscher-landschaftsarchitektur-preis.de

Gesucht 2: Gute Holzbauten
Wer einen Holzbau realisiert hat oder auf diesem Gebiet forscht, kann sich bis zum 31. Januar für den Deutschen Holzbaupreis bewerben. Die Projekte werden ebenso nach ihrer gestalterischen Qualität bewertet wie hinsichtlich ihres Lebenszyklus. ­Neben Neubauten und Maßnahmen im ­Bestand können auch Bauprodukte und -systeme eingereicht werden. Daher sind neben Architekten auch Tragwerksplaner, Bauherren und Unternehmen der Holz­wirtschaft zur Teilnahme eingeladen.
www.deutscher-holzbaupreis.de

Licht im Würfel
Das Thema Tageslicht steht stets im Mittelpunkt des „International Velux Award“, der alle zwei Jahre an ­Architekturstudenten verliehen wird. Diesmal gewannen Teams aus Südkorea und China den Preis. Die ­Koreaner erdachten für schlecht belichtete Räume ein würfelförmiges Fenster, das tagsüber Sonnenlicht einfängt und nach innen leitet und umgekehrt abends die Raumbeleuchtung nach außen streut (Abbildung). Das chinesische Team überlegte, wie blinde Menschen Licht und ­Schatten erfahren. Es versuchte dann, diese Gegen­sätze haptisch umzusetzen – mit einem Material, das auf Licht reagiert.
Mehr unter iva.velux.com

Außenwirtschaftstag: Weltweit planen
Der fünfte Außenwirtschaftstag Architektur, Planen und Bauen am 25. Januar träg das Motto „Baustelle Welt – deutsche Kompetenz für globale Herausforderungen“. Er findet im Auswärtigen Amt in Berlin statt, will den Austausch zwischen Export-Interessenten anregen und Unterstützung für internationale Projekten diskutieren. Workshops beschäftigen sich unter anderem mit energieeffizientem Bauen im Ausland, der Wasserversorgung sowie den Märkten Afrikas und des Iran.
Zum Programm und zur Online-Anmeldung geht es über www.DABonline.de/tag/export

Architekturpreis Wein: Gewinner Hille und Blinn
Zum Architekturpreis Wein sind zwei Namen nachzutragen: Verantwortlich für die Neuordnung des Weinguts Emmerich-Koebernik in Waldböckelheim sind Hille Architekten aus Ingelheim. Und die Vinothek Anton in Kirrweiler ist vom Innenarchitekten Thomas Blinn aus Weingarten.

Nachwuchs mit Hauptgewinn
Sechs Volontäre der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) begleiten in einem Online-Projekt die Entstehung der „Wasserstadt Limmer“ – so engagiert und kompetent, dass sie am 1. Dezember mit dem Medienpreis der Bundesarchitektenkammer (BAK) ausgezeichnet wurden. Nach den Worten von BAK-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann will der Preis „Journalisten ehren und motivieren, sich gezielt mit der Bedeutung von Architektur, Städtebau und Stadtplanung für die Gesellschaft auseinanderzusetzen“. Den zweiten Preis erhielt Gerhard Matzig von der Süddeutschen Zeitung (ganz rechts), den dritten Joachim Goetz von der Münchener Abendzeitung (Zweiter von links), den Förderpreis Adrian Lobe (Zweiter von rechts) für Beiträge in der Neuen Zürcher Zeitung. Die Volontäre sind (ab der Dritten von links) Linda Tonn, Isabell Rollenhagen, Lisa Malecha, Sabine Gurol, Nils Oehlschläger und Katharina Derlin. Ganz links Hannah Suppa aus der Chefredaktion der HAZ. Zum Siegerprojekt führt ein Link auf www.DABonline.de/tag/medienpreis

Schinkels Bauakademie: Geld ist da
In Wurfweite des Berliner Humboldt-Forums soll noch mehr rekonstruiert werden. Für Schinkels Bauakademie hat der Haushaltsausschuss des Bundestags im November 62 Millionen Euro bereitgestellt. Schon 1999 bis 2001 wurde eine Ecke des Gebäudes zu Ausbildungszwecken nachgebaut. Seit 2004 verdeutlicht eine inzwischen etwas mitgenommene Plane die Kontur des Hauses. Ein Förderverein, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und andere Institutionen hatten bereits seit Längerem auf einen Wiederaufbau hingewirkt. Der Durchbruch blieb jedoch aus. Nun ist plötzlich die gesamte Bausumme vorhanden – aber es steht noch keine Nutzung fest. Diskutiert wird etwa über ein Architekturmuseum. Die Berliner Architektenkammer wünscht sich hingegen ein Forum für Forschung, Diskussion und baukulturelle Bildung. Statt auf eine reine Replik hofft sie außerdem auf einen offenen Planungswettbewerb über das „Wie“ des Wiederaufbaus.

Inklusions-Tagung in Hannover
Wer sich in Norddeutschland über barrierefreie und inklusionsfreundliche Planung informieren will, ist zur Regionalkonferenz „Inklusiv gestalten – Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung“ eingeladen. Veranstalter sind Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, die Bundesarchitektenkammer sowie die Kammern von Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Ort der Konferenz ist Hannover; sie findet am 24. Januar von 14 bis 18.30 Uhr statt.

Die Anmeldung wird bis zum 13. Januar über www.fortbilder.de oder Fax 0511 – 280 9669 erbeten. Die Teilnahme kostet nichts.

Wolke am Gefängnis
Die Sieger des Deutschen Fassadenpreises 2016 demonstrieren, was mit Putz und Farbe möglich ist – sogar am Torbau eines Gefängnisses in Augsburg. Prämiert wurde hier ein dreidimensional erscheinendes Wolkenbild des Künstlers Gerhard Mayer. Dafür wurde ein Muster aus verschieden dicht angeordneten Rechtecken mithilfe einer Maske dreimal in unterschiedlichen Farben und immer leicht versetzt aufgebracht. Entwerfer waren die Arge Karl + Probst (München) und Dömges Architekten (Regensburg). Mehr unter www.fassadenpreis.de

BKI: Kostenplaner und Baupreise kompakt
Neu herausgekommen ist der „Kostenplaner 19“ des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern (BKI). Kernstück ist die aktualisierte Baukostendatenbank mit über 2.900 abgerechneten Vergleichsobjekten und 23.000 Baupreisen. Auch die neue DIN 276 ist berücksichtigt.

Für die Baupreis-Recherche auf der Baustelle hat das BKI die beiden Handbücher „Baupreise kompakt 2017“ herausgebracht. Die Handbücher im Jackentaschenformat verstehen sich als Grundlage zur Preiskontrolle für die Bereiche Rohbau, Ausbau, Gebäudetechnik und Freianlagen.

Die Basisversion des Kostenplaners 19 kostet 349 Euro plus Mehrwertsteuer; die Baupreise Kompakt für den Neubau mit 395 Seiten sowie für den Altbau mit 317 Seiten kosten zusammen 129 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Beide gibt es vier Wochen kostenlos zur Ansicht mit Rückgabegarantie. Zu bestellen sind sie beim BKI unter Tel. 0711 954 854-0 oder info@bki.de

Goethe im Orient
Botschaften oder Goethe-Institute sind schöne Bauaufgaben: Man kann Deutschland repräsentieren und zugleich Einflüsse der jeweiligen Standorte aufnehmen. Das tut auch der Neubau des Goethe-Instituts in Kairo von Worschech Architekten aus Erfurt. Um einen Altbau und dessen Garten herum wurden mehrere neue Baukörper angeordnet, zwischen denen Durchgänge und kleine Höfe ein orientalisches Gassengewirr im Kleinformat entstehen lassen. Unterstützt wird das Bild von der abwechslungsreichen Dachlandschaft der weißen Kuben und gestanzten Metallgittern an den Fenstern. Dass es sich bei deren Muster nicht um ein Ornament, sondern um Variationen des Logos des Goethe-Instituts handelt, fällt erst auf den zweiten Blick auf.

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