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Technik

Die Kunst des Fugenverschlusses

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Möglichkeiten der Brandweiterleitung: Über diese Wege an der Fassade können Rauch und Feuer in die darüberliegenden Geschosse gelangen.

Über die Fuge zwischen Tragwerk und Fassade können sich Rauch und Feuer schnell im Gebäude ausbreiten – diese Schwachstelle wird oft nicht gesehen.

Text: Stephan Appel

Fassaden von Gewerbebauten werden in der Regel mit einer von der Tragstruktur entkoppelten Konstruktion ausgeführt. Typisch hierfür sind neben den klassischen Pfosten-Riegel-Konstruktionen die Element- und Paneelfassaden sowie unzählige Varianten hinterlüfteter Systeme. Im Anschlussbereich zwischen Baukörper und Fassade entstehen schon aufgrund der zulässigen Maßtoleranzen geschossübergreifende Hohl- oder Lufträume, die im Brandfall Rauch und Feuer weiterleiten können. Selbst kleine Fugen stellen somit eine Gefahr für den Brandschutz dar. Die sichere Ausbildung der Anschlüsse und das fachgerechte Schließen der Fugen bleiben in der Praxis allerdings häufig unbeachtet. Es werden zwar Brandschutzplaner und Sachverständige mit der Erstellung von Brandschutzkonzepten beauftragt. Deren Leistung endet jedoch meist mit der Definition von Schutzzielen und der Abgabe des Konzeptes im Rahmen der Baugenehmigung. Dabei bleiben die Ausführungsdetails oft auf der Strecke. Dagegen endet die Arbeit des Architekten in der Regel nicht mit der Abgabe der Baugenehmigung – und dieser Gefahrenpunkt obliegt dann seiner Verantwortung.

Typische Fassadenkonstruktionen: Die Vielzahl erschwert die Detailplanung für den Brandschutz.

Wodurch entsteht die Fuge und wie muss die Ausbildung erfolgen?

Die Größe der Fugen beträgt im Durchschnitt 20 bis 50 Millimeter. Sie entstehen bereits im Rohbau aufgrund herstellungsbedingter Toleranzen, die in der DIN 18202 geregelt sind. Danach darf beispielsweise ein Stahlbetonbauwerk, abhängig von der Abmessung des Einzelbauteils, 10 bis 30 Millimeter (Tabelle 4 der DIN) von der Planung abweichen. Nach der gleichen Norm darf eine darauf montierte Metallkonstruktion nur eine Abweichung zwischen 3 und 25 Millimetern besitzen. Außerdem sind zwischen Rohbau und Fassade Mindestabstände einzuhalten, um die Bewegungen aufgrund der thermischen Ausdehnung und des Winddrucks auszugleichen.

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