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Meldungen

Von Auslobungen, Bartnings sozialer Moderne und neuen Hilfen vom BKI

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Von Auslobungen, Bartnings sozialer Moderne und neuen Hilfen vom BKI: die Meldungen der Ausgabe.

Zwei auf einen Streich
Nach zehn Jahren Planungs- und fünf Jahren Bauzeit wird in Lüneburg das neue Zentralgebäude der Leuphana Universität (oben) nach Plänen ihres ehemaligen nebenberuflichen Professors Daniel Libeskind eröffnet. Das wurde auch Zeit, denn es drohten EU-Fördermittel zu verfallen. Das skandalträchtige Projekt, das wegen seiner intransparenten Planung auch die EU-Korruptionsbekämpfungsbehörde, den Landesrechnungshof und die Oberfinanzdirektion beschäftigte, wird inzwischen auf 100 Millionen Euro statt geplanter 58 Millionen geschätzt. Zumindest in den letzten Jahren lief es dank neuer Projektsteuerung einigermaßen rund. Deutlich reibungsloser ging es bei Libeskinds Berliner Luxus-Wohnhaus „Sapphire“ (unten) gegenüber der BND-Zentrale zu, dessen Fassade dem Lüneburger Projekt nicht völlig unähnlich ist. Während oben auf hohem Preisniveau gewohnt wird, schließt unten ein Supermarkt eine Versorgungslücke in der ehemaligen Rand- und werdenden Toplage.

 

Gemeinschaftswerk
Architekturstudenten der TU Kaiserslautern und drei ihrer Professoren planten und bauten gemeinsam mit Flüchtlingen für die Erstaufnahmestelle in der Mannheimer Spinelli-Kaserne einen multifunktionalen Pavillon. Der Holzbau, der fast komplett mit Handarbeit und Muskelkraft errichtet werden konnte, umschließt einen intimen Hof und einen offenen Bereich mit Bühne. Hinzu kommen Sitznischen und Lagerräume, die auch Werkstatt oder Kiosk werden können. Einige Flächen erhielten ein Lattengeflecht, das ein orientalisch anmutendes Ornament erzeugt. Mehr zum Thema Bauen für Flüchtlinge finden Sie hier und hier.

Auslobung 1: Einfamilienhäuser
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung lobt zum siebenten Mal ihren Preis für „neue Wohnhäuser privater Bauherren aus, die durch architektonische Qualität und ein stimmiges Konzept überzeugen. Berücksichtigt werden ausschließlich Wohnhäuser in Deutschland, die Architekten im Auftrag privater Bauherren geplant haben.“ Auch erneuerte Altbauten haben Chancen: Die Häuser müssen in den letzten zwei Jahren fertiggestellt oder saniert sein. Zudem müssen die Bauherren selbst darin wohnen. Beiträge können bis zum 9. Mai eingereicht werden; mehr Informationen gibt es unter www.faz.net/haeuser

Auslobung 2: Wohnungsbau
Mehr als 30 Jahre Tradition hat der Deutsche Bauherrenpreis „Hohe Qualität zu tragbaren Kosten“ – gemeinsam ausgelobt vom Bund Deutscher Architekten, dem Städtetag und dem Immobilienverband GdW. Prämiert werden seit 2013 neu gebaute oder sanierte Wohnhäuser. Ausdrücklich erwünscht sind Gebäude mit experimentellem Charakter, in denen nach den Worten der Auslober „Gewohntes und Herkömmliches, aber auch Normen und Vorschriften in Frage gestellt worden sind“. Die Auslober teilen mit: „Vom Wettbewerb ausgeschlossen sind nicht in den städtebaulichen Kontext eingebundene freistehende Einzelbauten.“ Zur Einreichung ist Zeit bis zum 1. Juni; mehr unter www.deutscherbauherrenpreis.de

Auslobung 3: Beton
Das Informationszentrum Beton vergibt den Architekturpreis Beton 2017; auch hier ist der Bund Deutscher Architekten beteiligt. Prämiert werden „herausragende Leistungen der Architektur und Ingenieurbaukunst, deren Qualität von den gestalterischen, konstruktiven und technologischen Möglichkeiten des Baustoffs Beton geprägt ist“. Die jetzt einzureichenden Projekte müssen seit 2014 fertig gestellt sein; einbezogen sind auch Ingenieurbauwerke. Gesucht werden auch „architektonisch wirksame Zu- und Umbauten zu bestehender Bausubstanz“. Einreichungsschluss ist hier am 10. Mai. www.architekturpreis-beton.de

Auslobung 4: Denkmal-Substanz
Mit dem Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung werden Baumaßnahmen seit Fertigstellung 2012 prämiert, die „Substanzielle ­Beispiele für den Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz sind“. Ein amtlicher Schutzstatus ist nicht nötig: „Maßnahmen an Gebäuden oder Ensembles, die nicht oder noch nicht unter Denkmalschutz stehen, können mit qualifizierter Begründung ihrer Denkmalwürdigkeit ebenfalls eingereicht werden.“ Bewerbungen sind bis zum 24. April möglich. Details verrät die Website www.gestaltungspreis.de

Auslobung 5: Wirklich das Beste?
Wer sich um den „best architects Award“ bewerben will, sollte die Kosten und Konditionen kennen. Für die Teilnahme zahlt man bei Einreichung bis zum 3. April 190 Euro, danach bei Einreichung bis zum 29. Mai 250 Euro. Wer ausgezeichnet wird, zahlt dann 1.600 Euro für ein „Winner Package“ mit Label in Gold, zwei Seiten in einer Publikation, einem Belegexemplar von ihr und schließlich zwei Urkunden. Zu allen genannten Kosten kommt noch die Umsatzsteuer. Die Auszeichnung ist nicht allzu exklusiv: Im Vorjahr gab es 93 Gewinner. Teilnahmebedingungen und -verpflichtungen stehen unter https://bestarchitects.de

Dreispitz
Ein neues Mehrfamilienhaus ­integriert sich im Bergisch Gladbacher Ortsteil Herkenrath bestens in die kleinstädtische Umgebung und fällt doch auf. Zunächst könnte man an drei Townhouses denken, die das Kölner Büro HPA+ hier entworfen hat. Doch es befinden sich sechs Wohnungen im Haus, von denen drei über einen ­Laubengang im Obergeschoss erschlossen werden. Nur dieser Gang ist in Sichtbeton ausgeführt, ansonsten dominiert ­Ziegel – auch als Blickschutz vor einigen Fenstern und an den Untersichten. Ausdrucksstark und modern wirkt das Trio, weil man sich über eine Grundregel des Maurerhandwerks hinwegsetzte: Die Ziegel wurden in keinem der bekannten Verbände gesetzt, sondern im Raster.

Ausstellung: Bartnings soziale Moderne
Als „Architekten, Ideengeber und Organisator“ würdigt eine Berliner Ausstellung Otto Bartning (1883 – 1959). Präsentiert werden unter anderem Kirchenbauten der 1920er- und die seriellen „Notkirchen“ der 1940er-Jahre, die von ihm geleitete Internationale Bauausstellung in Berlin 1957, zu der der „Spiegel“ ihn als „heiligen Otto“ titulierte, sowie seine Tätigkeiten für den Deutschen Werkbund und die (West-)Berliner Akademie der Künste. In deren Bau von Werner Düttmann läuft die Ausstellung bis zum 18. Juni. Mehr unter www.adk.de/bartning

Bestandsprojekte: Neue Hilfen vom BKI
Das Fachbuch „Objektdaten Altbau – Band A 10“ ist beim BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern neu erschienen. Es umfasst 56 aktuelle Baukosten-Dokumentationen von abgerechneten Altbau-Projekten mit farbigen Vorher- und Nachher-Fotos auf 677 Seiten. Die Begleit-CD-ROM enthält detaillierte Ausführungsbeschreibungen und Baukosten auf 1.200 Seiten. Alle weitverbreiteten Gebäudetypen sind enthalten; einen Schwerpunkt bilden Wohn- und Gemeinschaftsbauten.
Ebenfalls dem Bauen im Bestand dient das neue BKI-Programm „Fotoaufmaß – Ver-¬
sion 7“ mit 3D-Funktion sowie DXF- und Excel-Export. Auf Basis von Fotografien und mit nur einem Referenzmaß kann ein Gebäude schnell und einfach vermessen werden. Perspektivische Verzerrungen ermittelt das Programm automatisch und berücksichtigt sie bei der Ermittlung der abgeleiteten Maße. Zugleich können auch die korrespondierenden Beschriftungen eingetragen werden.
Das Fachbuch inklusive CD-ROM kostet 99 Euro plus Versand, die Basisversion des Aufmaßprogramms 599 Euro und die Komplettversion 799 Euro.
Alle Produkte können vier Wochen zur Ansicht mit Rücknahmegarantie unter Tel. 0711 954 854-0 oder ­info@bki.de bestellt werden.

Freiraum-Konferenz in Berlin
Unter dem Titel „metropolitan open space“ läuft vom 18. bis 21. Mai eine internationale Konferenz zu urbanen Freiräumen. Anlass ist die Internationale Gartenschau im Stadtteil Marzahn-Hellersdorf. Experten aus Soziologie, Stadt- und Freiraumplanung, Philosophie und Kulturwissenschaften referieren und präsentieren, ebenso Landschaftsarchitekten aus allen fünf Kontinenten, die für die IGA Gartenkabinette geschaffen haben. Natürlich werden auch die IGA selbst sowie weitere Berliner Freiräume besichtigt. Mehr unter www.bdla.de

Feuerrot und kurvig
Luckenwalde in Brandenburg kann sich über einen weiteren gelungenen Neubau freuen, denn jüngst wurde die neue Feuerwache von Pussert und Kosch Architekten aus Dresden in Betrieb genommen. Obwohl ein zusammenhängender Baukörper, bietet die Wache je nach Standpunkt verschiedene Ansichten: auf einer Seite als Gruppe unterschiedlich hoher Bauteile um einen Eingangshof herum, auf der anderen Seite als kompakte Halle. Im niedrigsten Trakt befinden sich die Werkstätten, im höchsten die Personalräume. Dazwischen vermittelt die Fahrzeughalle. Der hellrote Ziegel und die abgerundeten Ecken, die durch eloxierte Aluminiumprofile betont werden, sorgen für Dynamik.

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