Artikel drucken Artikel versenden

Baukonjunktur

Volle Auftragsbücher dank Wohnungsbau

Diesen Artikel teilen:

Die Auftragslage bei freischaffenden Architekten bleibt auf hohem Niveau, wie das ifo Institut ermittelt hat. Die regelmäßige Umfrage wurde allerdings eingestellt

Text: Erich Gluch

Nach den Umfrageergebnissen des ifo Instituts schätzten die freischaffenden ihre Geschäftssituation zum Beginn des dritten Quartals nochmals deutlich besser ein als in der ersten Jahreshälfte. Damit hat sich die Geschäftslage über rund 13 Jahre hinweg nahezu kontinuierlich verbessert. Nur noch knapp 10 Prozent bezeichneten ihre derzeitige Auftragssituation als schlecht. Bei derart guter Lage überrascht es nicht, dass der größte Teil der Befragten (gut drei Viertel) nun aber von keiner nachhaltigen Veränderung in den nächsten sechs Monaten mehr ausgeht.

Im zweiten Quartal 2017 konnten 61 Prozent der befragten Architekten neue Verträge abschließen. Dieser Wert wurde bislang nur selten übertroffen. Das geschätzte Bauvolumen aus den neuen Verträgen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) im Wohnungsbau erhöhte sich gegenüber dem ersten Quartal um rund 20 Prozent. Der Aufwärtstrend im Wohnungsbau scheint sich somit auf hohem Niveau zu stabilisieren. Die Auftragsvergaben für Ein- und Zweifamilienhäuser lagen gut ein Achtel über dem Vergleichswert. Bemerkenswert war eine deutliche Belebung in Bayern. Die Aufträge für Mehrfamilienhäuser variieren von Quartal zu Quartal viel stärker als im Ein- und Zweifamilienhausbau. Das Volumen der neuen Aufträge in diesem Segment konnte zwar im zweiten Quartal 2017 um fast ein Viertel gegenüber dem Jahresanfang gesteigert werden. Die hohen Werte von 2016 wurden allerdings deutlich verfehlt.

Im Wirtschaftsbau sorgten einige Großaufträge für eine spektakuläre Auftragsspitze und ein um rund 70 Prozent höheres Volumen. Nur der öffentliche Sektor belebt sich nicht. Die Auftragseingänge für öffentliche Hochbauten waren im zweiten Quartal 2017 erneut rückläufig (minus 44 Prozent). Gegenüber dem Niveau vor fünf Jahren haben sich die Auftragsvolumina in diesem Teilsektor glatt gedrittelt.

Erich Gluch ist Dipl.-Ing. und Dipl.-Wirtsch.-Ing. und arbeitet im ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München

NACHTRAG

Das ifo-Institut führte die Befragung seit Ende der 1970er-Jahre durch – ursprünglich als Forschungsauftrag für das Bundeswirtschaftsministerium. Zuletzt wurden jedes Quartal etwa 500 freischaffende Architekten in allen Bundesländern befragt. Da die Umfrage nun eingestellt wurde, können wir Sie an dieser Stelle zum vorerst letzten Mal mit aktuellen Zahlen versorgen.

Passend zum Thema



Bestes Klima, Boom im Geschossbau

Das Geschäftsklima bei freischaffenden Architekten ist so gut wie seit über 20 Jahren nicht mehr, wie die jüngste Umfrage des ifo Instituts ergab. 46 Prozent der Interviewten nannten ihre Lage gut. Dagegen bewerteten nur 14 Prozent ihre Lage als schlecht – noch weniger waren es seit Beginn der Neunzigerjahre erst zwei Mal gewesen. Auch die Geschäftserwartungen haben sich verbessert. Während sich der Anteil der eher optimistisch eingestellten Architekten leicht von 16 Prozent auf rund 17 Prozent erhöhte, sank der Anteil … Weiterlesen



Kommentare

Wir freuen uns über Ihre Beiträge und bitten Sie, die Regeln dieses Forums einzuhalten:

  • Bitte nennen Sie uns Ihren Namen und Ihre e-Mail-Adresse. Anonyme Statements werden nicht veröffentlicht. Ihre e-Mail-Adresse wird selbstverständlich nicht mit veröffentlicht und nur im Falle von Rückfragen durch die Redaktion genutzt.
  • Schreiben Sie zur Sache.
  • Teilen Sie etwas Neues mit.
  • Nennen Sie Argumente.
  • Bitte keine Beleidigungen.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zurückzuweisen.
Texte können erst nach Freischaltung durch die Redaktion erscheinen.

Ein Gedanke zu “Volle Auftragsbücher dank Wohnungsbau

  1. Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Das Thema Wohnungsbau ist ja aktuell kaum wegzudenken. Schließlich haben wegen der Wohnungsnot in den Großstädten alle Parteien etwas davon.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*