Austauschbeziehung mit Südamerika

Die Straße führt nach Iquique, eine Hafenstadt im Norden von Chile. (Foto: Presse) Mit einer multimedialen Präsentation beleuchtet die Ausstellung „Relaciones“ im Dortmunder U die internationalen Beziehungen des Lehrstuhls Baukonstruktion der TU Dortmund und der Fakultät mit der südamerikanischen Architektur und ihren Protagonisten. Neben mehreren Exkursionen nach Südamerika sind es die Gegenbesuche ausländischer Hochschulen und eine jüngst ins Leben gerufene Hochschulkooperation mit der Fakultät für Architektur, Design und Urbanismus in Buenos Aires FADU, die eine Fülle an Ausstellungsinhalten eröffnet, so die Veranstalter. Die durch den Lehrstuhl Baukonstruktion realisierte Ausstellung ist bis zum 7. Januar 2018 auf der Hochschuletage U1 zu sehen. Die Ausstellung präsentiert Werke der Architekten Cristiane Muniz (UNA Arquitetos, Sao Paulo), Tristán Dieguez (Dieguez Fridman Architectos, Buenos Aires), Marcelo und Martín Gualano (gualano+gualano arquitectos, Montevideo) und Max Núñez (Max Núñez Arquitectos, Santiago) und nimmt eine vergleichende Betrachtung innerhalb der Gebäudetypologien Bildung, Sakralbau, Umnutzung, Wohnen, Industriearchitektur und Landschaftsgestaltung vor. Die Organisation der Austauschprogramme und Exkursionen in den südamerikanischen Kulturkreis war Teil der Lehrveranstaltungen von Ansgar und Benedikt Schulz, Professoren am Lehrstuhl Baukonstruktion der TU Dortmund, und wurden von den Studenten in Gruppenarbeit realisiert. Weitere Informationen zum Ausstellungsort finden Sie hier.

Architektur zum Genesen

Eine Ausstellung in der Architekturgalerie München beleuchtet den Einfluss der gebauten Umgebung auf den Genesungsprozess. (Grafik: Architekturgalerie München) Kann Architektur heilen helfen? Die Ausstellung „Healing Architecture“ in der Architekturgalerie München (bis 8. Dezember 2017) erkundet den Zusammenhang von Gesundheit und Architektur. An der Technischen Universität Berlin erforscht Professor Christine Nickl-Weller im Fachbereich „Architecture for Health“ Architektur in Bezug auf die Gesundheit. Welche Auswirkungen hat die gebaute Umgebung auf den Genesungsprozess? Die Einbeziehung der Variable „Gesundheit“ in alle Lebensbereiche stellt den Mittelpunkt von Lehre und Forschung des Fachgebietes dar, so Nickl-Weller. „Healing Architecture“ stehe dabei für den Mut, über Neues nachzudenken, zu erforschen und zu erkunden und damit über konventionelle Vorstellungen von Architektur hinauszugehen. Neben Auszügen aus den Forschungstätigkeiten wird die Ausstellung von ausgewählten Projekten der praktischen Tätigkeit von Nickl-Weller sowie studentischen Arbeiten begleitet. Die Schau, die zuvor bereits im Architekturforum der TU Berlin gastierte, ist mit der Präsentation des Buchs „Healing Architecture 2004-2017“ von Christine Nickl-Weller verbunden. Die Architektin trat 1989 in die Architektengemeinschaft Nickl & Partner in München ein und übernahm 2008 den Vorstandsvorsitz der Aktiengesellschaft. 2004 erfolgte die Berufung an die Technische Universität Berlin, Fachgebiet „Entwerfen von Krankenhäusern und Bauten des Gesundheitswesens“. Weitere Informationen finden Sie hier.

Klimapreis „Blauer Kompass“ ausgelobt

Gebäudebegrünung, Sonnenschutz, Flächenentsiegelung: Mit dem „Blauen Kompass“ werden nachhaltige Projekte ausgezeichnet, die die Folgen des Klimawandels antizipieren. (Foto: Matthias Buehner/adobestock) Das Umweltbundesamt sucht Projekte, die dazu beitragen, den Folgen des Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten begegnen zu können. „Anpassungspioniere“ werden mit dem „Blauen Kompass“ ausgezeichnet. Preiswürdig sind lokale und regionale Maßnahmen wie Dachbegrünungen von Bürobauten, die Entsiegelungen von öffentlichen Flächen oder Sonnenschutzkonstruktionen. Die sogenannten Anpassungsprojekte können in den drei Kategorien „Private und kommunale Unternehmen“, „Bildungs- und Forschungseinrichtungen“ und „Vereine, Verbände, Stiftungen“ eingereicht werden. Bewerbungsschluss ist der 11. März 2018. Bei der dritten Auflage des Wettbewerbs wird erstmals zudem ein Publikumspreis vergeben. Eine öffentliche Internetabstimmung in der „KomPass-Tatenbank“ entscheidet über den Gewinner. Alle vier Siegerprojekte des „Blauen Kompass“ werden im Juni 2018 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Bundesumweltministerium in Berlin ausgezeichnet. Zu jedem Projekt wird ein Kurzfilm erstellt, den die Gewinner für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen können. Ausführliche Informationen und die Bewerbungsunterlagen finden Sie hier.

Architektur nach Vorbild der Natur

Beispiel für moderne Bionik: Der Elytra Filament Pavillon basiert auf der Struktur der Deckflügel (den sogenannten Elytren) von Käfern. (Foto: NAARO) Die Analyse von biologischen Konstruktionen kann zu verblüffenden neuen technischen Lösungen führen. Die Ausstellung „Baubionik – Biologie beflügelt Architektur“ im Stuttgarter Naturkundemuseum (bis 6. Mai 2018) präsentiert neue Forschungsansätze und Architektur nach Vorbild der Natur. Die Entwicklung bionischer Architektur erfordert die Zusammenarbeit von Disziplinen, die im Forschungsalltag wenig miteinander zu tun haben. Genau diesen Grenzüberschreitungen widmet sich der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Sonderforschungsbereich „Entwurfs- und Konstruktionsprinzipien in Biologie und Architektur“. Hier kommen Physiker, Chemiker, Mineralogen, Biologen und Paläontologen auf der einen Seite mit Materialwissenschaftlern, Ingenieuren und Architekten auf der anderen Seite ins Gespräch. 15 interdisziplinäre Teams von verschiedenen Universitäten und Instituten untersuchen in einem Forschungsverbund biologische Konstruktionsprinzipien und übertragen dabei gewonnene Erkenntnisse in Architektur und Bauingenieurswesen. Die Ausstellung im Naturkundemuseum Stuttgart – Schloss Rosenstein beleuchtet konkrete Ergebnisse der Forschungsarbeiten. Hoch interessant sind für die Forscher etwa Wanzen mit ihrem gelenklos beweglichen Stechrüssel oder Schlupfwespen mit ihrem Legebohrer, denn Gelenke an technischen Konstruktionen sind immer Schwachstellen, so die Ausstellungsmacher. Das Skelett des Seeigels besteht beispielsweise aus zahlreichen individuellen Platten und hält schwerster Brandung stand. Ist das ein Vorbild für eine neue, ansprechende Art des stabilen und individuellen Bauens, eine Alternative für die übliche Verwendung genormter Bauelemente? Und wie lassen sich die oft kleinen biologischen Strukturen und die an ihnen gewonnenen Erkenntnisse in die Dimensionen der Architektur übersetzen? Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen, es gibt eine Vortragsreihe und ein umfangreiches Rahmenprogramm. Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier.

Ideen aus Stahl gesucht

Tragwerke, Fassadenkonzepte oder individuell entwickelte Details aus Stahl können bis zum 26. Januar 2018 für den „Stahl-Innovationspreis 2018“ vorgeschlagen werden. (Foto: Wirtschaftsvereinigung Stahl) Die Stahlindustrie in Deutschland vergibt alle drei Jahre den Stahl-Innovationspreis. Architekten können ihre Projekte bis zum 26. Januar 2018 einreichen. In den Kategorien „Produkte aus Stahl”, „Stahl im Bauwesen”, „Stahl-Design” und „Stahl in Forschung und Entwicklung” werden jeweils drei Preise vergeben. Mit dem Sonderpreis „Klimaschutz und Ressourceneffizienz“ wird zudem eine Idee ausgezeichnet, die durch Verwendung von Stahl dazu beiträgt, Energie und Material einzusparen. Ob Tragwerke, Fassadenkonzepte oder individuell entwickelte Details und Bauteile aus Stahl: Auszeichnungswürdig sind Innovationen, die in den letzten fünf Jahren realisiert wurden und die „maßgeblich neue Akzente hinsichtlich Konstruktion, Architektur, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit setzen“, so die Auslober. Der Stahl-Innovationspreis 2018 ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 60.000 Euro dotiert. Die Teilnahme ist kostenfrei; Teilnehmer können beliebig viele Projekte einreichen. Die Siegerurkunde wird – natürlich – auf Edelstahl gedruckt. Einen Rückblick auf die Gewinner im Jahr 2015, ausführliche Informationen zu den verschiedenen Kategorien und die Möglichkeit zur Projekteinreichung finden Sie hier.

Berlin 2050

Der Berliner Westhafen im Jahr 2050 nach einem Entwurf von Florian Wiegand (Potsdam School of Architecture/Prof. Dr. Silvia Malcovati). (Grafik: F. Wiegand) Wie könnte Berlin im Jahre 2050 aussehen? Die erste von drei Ausstellungen zur Zukunft der wachsenden Hauptstadt stellt Möglichkeiten der Verdichtung von bestehenden Stadtteilen vor. Drei Architekturhochschulen zeigen noch bis zum 11. November 2017 im Projektraum Satellit der Architektur Galerie Berlin ihre unterschiedlichen städtebaulichen Entwürfe zu den fünf Standorten Charlottenburg-Nord, Karl-Marx-Allee, Niederschöneweide, Westhafen und Westkreuz. Unter dem Titel „Konkrete Dichte“ beschäftigen sich Studierende der University of Texas, der Potsdam School of Architecture und der Universidad de Navarra mit der Frage, welche gesellschaftspolitischen Ziele angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums von bis zu 60.000 Menschen pro Jahr gesteckt werden sollten – und wie städtebauliche Entwicklungen dahingehend konzipiert werden könnten. Innerstädtische Gewerbegebiete wie der Westhafen oder Verkehrsinfrastruktur-Resträume wie etwa am Westkreuz sind aufgrund ihrer zentralen Lage prädestiniert dafür, in die Gesamtstruktur der Stadt integriert zu werden, so die Ausstellungsmacher. Historische Brüche könnten so im Sinne einer Großstadt geschlossen werden. Aber auch periphere Industriebrachen wie in Niederschöneweide oder Quartiere, die sich im Umbruch befinden, wie in Reinickendorf, werden aufgrund des kontinuierlichen inneren Wachstums zu innerstädtischen Entwicklungsräumen. Weitere Informationen zum ersten Teil der Ausstellungstrilogie finden Sie hier.

Wo alle Generationen wohnen

Pläne für ein Haus, in dem Generationen zusammen wohnen: Sredzki 44. (Foto: AI3 Architekten) In Berlin ist ein beispielgebendes Projekt des altersgerechten und inklusiven Bauens und Wohnens entstanden. Ein von der Bundesarchitektenkammer angeregter Architektenwettbewerb, der sich vornehmlich an Innenarchitekten wendete, ermittelte den Siegerentwurf für das Informations- und Ausstellungsprojekt „Sredzki 44 – Wo alle Generationen wohnen“. Raumdeuter, ein Büro dreier Innenarchitekten in Berlin, wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Ihre Arbeit schafft „fließende Weite“ durch die Anordnung der Räume in Form eines Rundgangs. Reuter Schoger Architekten (Berlin) und Baustudio Kastl (Rostock) folgern auf den Plätzen. Die Entwürfe finden Sie hier im Überblick. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude im Bezirk Prenzlauer Berg wurde im Zeitraum von 2015 bis 2017 bedarfsgerecht saniert und im vergangenen September eröffnet. Die elf entstandenen Wohnungen berücksichtigen verschiedene Familiengrößen und variieren zwischen rund 59 und 111 Quadratmetern. Altersgerechte und energieeffiziente Komponenten konnten miteinander verbunden und so auch entsprechende Fördermittel der KfW und der Umweltbank genutzt werden. Die Wohnungen im Vorderhaus sind mit einem Aufzug barrierefrei zu erreichen, zudem wurden drei Wohneinheiten behindertengerecht umgebaut. Ergänzt wird das Projekt durch ein Informations- und Ausstellungszentrum im Erdgeschoss, das auch anhand einer kleinen Musterwohnung veranschaulichen soll, wie barrierereduziertes Wohnen unter schwierigen baulichen Bedingungen realisiert werden kann. Besuchern werden Lösungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter vorgeführt. So etwa eine Rauchmeldeanlage, die durch das Aussenden spezieller Signale den Bedürfnissen hörbehinderter Menschen, die einen akustischen Alarm nicht hören würden, Rechnung trägt. Zugleich dient der Ausstellungsbereich als Gemeinschaftsfläche für die Bewohner und zum Austausch mit Vereinen und Initiativen des umliegenden Quartiers. Der ebenfalls modernisierte Innenhof hält neben Spielmöglichkeiten für Kinder eine barrierefreie Mülltonnenanlage bereit, die durch eine abgesenkte Konstruktion von Rollstuhlfahrern besonders gut genutzt werden kann. Der Entwurf für die Anlage stammt von ai3 Architekten und ist in einem Wettbewerb des Berliner Stadtreinigungsunternehmens BSR unter die Finalisten der Kategorie „Next Generation“ gekommen. Das vom Bundesfamilienministerium geförderte Projekt ist mit dem Engagement der Mietergenossenschaft „Selbstbau“ realisiert worden, die als Bauherrin die Bewohner von Anfang an bei der Planung beteiligt hat. So ist ein auf Partizipation und aktiver Teilhabe basierendes Projekt entstanden, ein Bürgerprojekt im besten Sinne. Im Video erklärt Beate Hückelheim-Kaune vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die wettbewerbliche Vergabe des Informations- und Ausstellungszentrums und warum das Projekt trotz seiner überschaubaren Größe beispielhaft ist. Hendrik Haupt von der Berliner Stadtreinigung BSR stellt den rollstuhlgerechten Müllentsorgungsplatz vor, der auch als Beitrag zur Aufwertung eines Innenhofs dient.

Neue alpine Architektur

Karwendelrohr, Steinert Architekten. (Foto: BR/Steinert Architekten/Hans Fischer) Das Bauen in den Bergen war schon immer eine besondere Herausforderung. Ein unberechenbares, oft raues Klima, unwegsames Gelände und schwierige wirtschaftliche Verhältnisse haben gerade in den Alpen einen ganz eigenen Stil geprägt. Der Anspruch, diese besondere Bautradition in eine moderne, zeitgemäße Formensprache zu übersetzen, hat innovative Beispiele hervorgebracht, die international Beachtung fanden. Die Reihe „Neue Alpine Architektur“ im BR Fernsehen bietet einen Panoramablick auf die regionalen Neuerungen. Die dritte Sendung der vierteiligen Reihe geht am 17. Oktober 2017 um 22.30 Uhr im BR Fernsehen auf Sendung und widmet sich Südtirol. (Die vergangene Folge, die neue alpine Architektur in Österreich nachspürte, finden Sie hier in der BR-Mediathek.) Vor allem in Südtirol hat sich eine junge, dynamische Architektenszene entwickelt: Experimentierfreudig, weltoffen und doch stark verwurzelt in der Heimat und ihren baulichen Traditionen. Architekten wie bergmeisterwolf, MoDus Architects oder Höller & Klotzner bauen innovativ, aber immer im Dialog mit Tradition und Topographie. Ob sich die Gebäude in die Hänge eingraben, die Berge spiegeln, wie etwa die Mirror Houses von Peter Pichler, oder ihre Form nachahmen, wie der Salewa-Firmensitz in Bozen – stets gelingt es den Architekten, ausdrucksstark und doch zurückgenommen zu bauen, so die Autoren. Das gilt auch für die Werke der Südtiroler Altmeister Werner Tscholl und Matteo Thun. Hier finden Sie eine Fotostrecke zu den im Film thematisierten Bauwerken. Der moderne Neubau einiger Bergsteigerhütten hat aber auch für Kontroversen gesorgt. Doch die Vorteile, die nicht zuletzt neue Materialien wie etwa die Dreifachverglasung mit sich bringen, sind nicht von der Hand zu weisen. Energieeffizienz und Autarkie durch hochwertige Dämmung, Solarenergie und Brauchwasserwiederaufbereitung sind Errungenschaften, die auf fast 3.000 Metern noch wichtiger sind als im Tal. Der vierte Teil der Reihe wird am 24. Oktober 2017 um 22.30 Uhr ausgestrahlt. Thema ist dann das moderne Bauen in der Schweiz.

Fotogene Betonmonster

Klotzbauweise: Brutalistische Architektur gefällt nicht jedem, doch kalt lässt sie keinen. (Foto: Wolf Leeb) Die brutalistische Architektur der 1950er bis 1970er Jahre ist in Verruf geraten und vielerorts vom Abriss bedroht. Doch in sozialen Medien kämpfen inzwischen immer mehr Fans um den Erhalt der fotogenen Sichtbetonbauten. Mit der Ausstellung „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster!“ (9. November 2017 – 2. April 2018) zeigt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftung den expressiven Baustil erstmals im weltweiten Überblick. Zu sehen sind Bauten aus Japan, Brasilien, dem ehemaligen Jugoslawien, Israel und Großbritannien, wo der New Brutalism von Alison und Peter Smithson erfunden wurde. Ungewöhnlich große Modelle und Betongüsse sollen zu einer differenzierteren Bewertung der materialsichtigen Ästhetik führen, hoffen die Veranstalter. Denn der Hang zur nackten Konstruktion gibt Zeugnis von einer Zeit der Experimente und des gesellschaftlichen Aufbruchs. Die Rettungskampagne #SOSBrutalism mit einer Datenbank zu über 1.000 Bauten erweitert die Ausstellung ins Internet. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: „SOS Brutalismus – Eine internationale Bestandsaufnahme“ Hg.: Oliver Elser, Philip Kurz, Peter Cachola Schmal 668 Seiten, 1200 Abbildungen Preise: 59 Euro im Museumsshop / 68 Euro im Buchhandel Park Books Zürich; ISBN 978-3-03860-074-9

Möglichst viel Schinkel

„So viel Schinkel wie möglich“: Der Titel des Wettbewerbs ist Programm. (Foto: Bauakademie Schinkel) Im Herzen Berlins und am ursprünglichen Standort soll die Bauakademie Karl Friedrich Schinkels wiedererrichtet werden. Das Bundesbauministerium gab unter dem Motto „So viel Schinkel wie möglich“ den Startschuss für einen Programmwettbewerb. Die Auslobung verfolgt das Ziel, Ideen für die künftige Nutzung und ein möglichst flexibles Raumprogramm zu entwickeln. Die Nationale Bauakademie soll mit Bundesmitteln in Höhe von 62 Millionen Euro wiedererrichtet und im Jahr 2023 eröffnet werden. Die Bekanntmachung richtet sich sowohl an Architekten, Ingenieure und Stadtplaner als auch an Ausstellungsgestalter und Veranstaltungsagenturen, die möglichst als Teams zusammenarbeiten sollen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden im Anschluss in einen offenen Realisierungswettbewerb einfließen. Baubeginn könnte dann ab 2021 sein, so das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Über die architektonische Gestaltung und künftige Nutzung wurde in den vergangenen Monaten in drei Dialogforen mit mehreren Hundert Teilnehmern öffentlich diskutiert. Die Ergebnisse der Foren bilden eine Grundlage für den Programmwettbewerb, so die Veranstalter: Die Nationale Bauakademie wolle nicht in Konkurrenz zu bestehenden Architekturinstitutionen treten, sondern verstehe sich als Teil eines Netzwerks von Architekturzentren und -museen in Berlin, in Deutschland und weltweit. Die Auslobungsunterlagen stehen ab dem 16. Oktober 2017 nach vorheriger Registrierung hier zum Download bereit.

Fassadentag in Stuttgart

Lichte Fassade am Veranstaltungsort: Das Forum – Haus der Architekten in Stuttgart. (Foto: Mueller Photografie) Das serielle und modulare Bauen steht im Mittelpunkt des Deutschen Fassadentages in Stuttgart. Wie lassen sich Bauprozesse von vorgefertigten, modularen Wand- und Fassadenkonstruktionen effizienter gestalten? Die 17. Ausgabe der Veranstaltungsreihe lädt am 17. Oktober 2017 ins „Forum – Haus der Architekten“ und zeigt in Expertenvorträgen unterschiedliche Lösungsansätze vonseiten der Politik, Stadtplanung und Wohnungswirtschaft sowie von Architekten und Materialforschern auf. Das Vorprogramm beginnt um 14 Uhr mit einer Erkundung der umfangreichen Sammlung ausgesuchter Materialmuster mit dem Fokus auf serielle Technologien der Materialbibliothek Raumprobe. Ein Shuttlebus bringt die Teilnehmer danach zum Haus der Architekten, wo um 16 Uhr das Vortragsprogramm beginnt. Die Fortbildungsveranstaltung der Architektenkammer Baden-Württemberg ist nach Angabe des veranstaltenden Vereins Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (FVHF) mit 2 Unterrichtsstunden anerkannt. Eine Anmeldung ist bis zum 9. Oktober 2017 erforderlich. Weitere Informationen zum Vortragsprogramm und die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie hier.

Aus dem Schatten

Elisabeth von Knobelsdorff und Therese Mogger an der Technischen Hochschule München, 1909/10. (Foto: I. Weber-Pfleger) Den Architektenberuf ergriffen Frauen erstmals vor gut hundert Jahren. Von jeher eine Männerdomäne, absolvieren mittlerweile mehr Frauen als Männer ein Architekturstudium. In Führungspositionen sind sie dennoch bis heute eher selten anzutreffen. Eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt beleuchtet historische und aktuelle Entwicklungen in der Branche aus weiblicher Perspektive. „Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf“ (30. September 2017 bis 8. März 2018) erzählt die Architekturgeschichte exemplarisch in 22 Porträts, Werkbeispielen und ganz persönlichen Geschichten. Die Collage fügt sich zu einem Bild der Selbstbehauptung und zeigt, wie Architektinnen immer mehr aus dem männlichen Schatten treten, um die Baukultur prägend mitzugestalten. Heute erreichen zwar mehr Frauen als früher leitende Positionen als Partnerinnen in Architekturbüros, als Hochschullehrerinnen, als Präsidentinnen von Architektenkammern. Doch die Gründung von Büros, die Besetzung einflussreicher Stellen und Professuren sind noch immer Männersache. Die Ausstellung im DAM geht diesem Phänomen nach. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Symposien, Vorträgen, Streitgesprächen und Studientagen dient als Plattform, um möglichst vielen Architektinnen Gesicht und Stimme zu geben, so die Veranstalter. Parallel zur Ausstellung zeigt das DAM in seiner Reihe „Schätze aus dem Archiv“ eine kleine Auswahl der Pläne und Zeichnungen zu einem nicht realisierten Entwurf für ein Berliner Bürohaus von Zaha Hadid. Weitere Informationen über „Frau Architekt“ und das Begleitprogramm finden Sie hier.

Die Zukunft des Bauens in Paris

Beste Ausblicke: Die Konjunktur der französischen Bauwirtschaft entwickelt sich positiv, da kommt die Leitmesse Mondial du Bâtiment in Paris gerade recht. (Foto: Sunpartner Technologies) Alle zwei Jahre lädt die Mondial du Bâtiment nach Paris. Die französische Leitmesse für die Hochbau- und Architekturbranche (06. bis 10. November 2017) fasst wieder die drei Fachausstellungen Batimat, Interclima+Elec und Idéobain zusammen. Die Batimat ist das größte Event der Bauwirtschaft in Frankreich. Die Kontaktbörse für Architekten und Auftraggeber präsentiert Konferenzen, Workshops, Themenforen und Sonderschauen, etwa zu technischen Innovationen, neuen Materialien, interessanten Start-ups und zum Bauen der Zukunft mit BIM. Das genaue Programm wird in Kürze hier vorgestellt. Interclima+Elec (7. bis 10. November) ist den Themen nachhaltiges Bauen, Energieeffizienz und Smart Home gewidmet. Und die Idéobain ist Frankreichs größte Messe rund ums Bad. Vor dem Hintergrund von Energiewende, der Digitalisierung der Bauwirtschaft und der positiven Konjunktur im französischen Baugewerbe werden rund 2.600 Hersteller und 350.000 Fachbesucher auf dem Messegelände Paris Nord Villepinte erwartet. Weitere Informationen zur Mondial du Bâtiment und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Lebendiges Archiv

Früher Wachgebäude, bald Heimstatt des „Archiv der Avantgarden“: das historische Blockhaus Dresden. (Foto: Christoph Münch) Der Kunstsammler Egidio Marzona schenkt seine riesige Sammlung avantgardistischer Kunst den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Nun läuft ein Realisierungswettbewerb  zum Umbau des historischen Blockhauses in ein „Archiv der Avantgarden“. Bewerbungsschluss ist der 18. September 2017. Eine Institution soll entstehen, die das visionäre Gedankengut des 20. Jahrhunderts erlebbar macht und sich zugleich für neue wissenschaftliche Fragestellungen im 21. Jahrhundert öffnen wird. So stellt sich der Freistaat Sachsen das lebendige und interdisziplinäre Zentrum in Innenstadtlage laut Wettbewerbsausschreibung vor. Das Archiv wird für das wissenschaftliche Publikum ebenso wie für Interessierte geöffnet, es soll ein transparentes und offenes „Denklabor“ entstehen. Kostenrahmen: 20 Millionen Euro. Das Blockhaus, gelegen am Brückenkopf der Augustusbrücke gegenüber der Altstadt, wurde 1739 nach Plänen von Zacharias Longuelune fertiggestellt. Später aufgestockt, brannte das Wachgebäude im Zweiten Weltkrieg aus. Als Veranstaltungszentrum 1982 wiedereröffnet, musste das Haus 2013 erneut, diesmal aufgrund von Hochwasserschäden, stillgelegt werden. Seine Fassade steht unter Denkmalschutz, im Innenbereich gibt es in dieser Hinsicht keine Auflagen. Der Standort gehört zu den bedeutsamen städtebaulichen Lagen im Dresdner Panorama. Die Sammlung des deutsch-italienischen Galeristen und Verlegers Egidio Marzona umfasst etwa 1,5 Millionen Objekte verschiedener Kunstbewegungen der Avantgarde, wie Futurismus, Arte Povera, Expressionismus, Minimalismus oder Fluxus. Zu seiner umfangreichen Kollektion gehören etwa Werke von Bruce Naumann, Richard Serra und Mario Merz. Der Realisierungswettbewerb ist mit insgesamt 120.000 Euro dotiert, aufgeteilt auf Preise und Anerkennungen. Ausführliche Informationen zur Auslobung finden Sie hier.

Urbane Fremdbestimmung

„Platz der Akademie“ (1988), Öl auf Holz, von Brigitte Fugmann aus dem Kunstarchiv Beeskow. (Bild: Brigitte Fugmann) Das kleine Schloss Biesdorf im Berliner Osten ist zum „Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum“ umgebaut worden. Die aktuelle Ausstellung „Zwischen Räumen“ (bis 8. Oktober 2017) erforscht, wie politische und wirtschaftliche Interessen unser urbanes Leben formen und bestimmen. Inspiriert vom Werk des New Yorker Künstlers Gordon Matta-Clark (1943-1978), der in den 1970er Jahren Häuser zerschnitt oder soziale Räume in städtischen Brachen schuf, beschäftigen sich in der Ausstellung 15 Künstler mit den Bedingungen von Raumbegrenzung und -produktion – sowie ihrer Überwindung. Aus dem Kunstarchiv Beeskow werden sechs Künstler aus der DDR präsentiert, die sich in Bildern, Grafiken und Fotografien mit der Stadtlandschaft Ost-Berlins auseinandersetzten. Die Arbeiten werden Filmen und Fotografien Matta-Clarks gegenübergestellt, die ihrerseits aus einer Zeit des Umbruchs hervorgegangen sind. Wie aktuell viele der Themen noch heute sind, zeige nicht zuletzt der Dialog mit zeitgenössischen Positionen Berliner Künstler zum umkämpften Bezugsraum Stadt, so die Veranstalter. Weitere Informationen zur Ausstellung „Zwischen Räumen“ finden Sie hier. Das ZKR – Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum wurde übrigens im September 2016 in den denkmalgerecht sanierten Räumen von Schloss Biesdorf eröffnet. Die zweistöckige, klassizistische Turmvilla, vor 150 Jahren erbaut, ist später von der Familie Siemens um einen landschaftlichen Park erweitert worden. Dieser mag Besucher dazu inspirieren, die Kunstausstellung mit einer Besichtigung der sehr empfehlenswerten und überdies nahegelegenen Internationalen Gartenausstellung im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf zu verbinden. Alle Informationen zur IGA Berlin finden Sie hier.

Neue Umbaukultur

Das Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum. (Foto: Brigida Gonzalez) Das Weiterbauen im Bestand macht bereits einen Großteil der Bauinvestitionen aus. Welche Strategien es dafür gibt und was man dabei lernen kann, wird am 7. und 8. September 2017 im Rahmen der Baukulturwerkstatt „Umbaukultur“ in Bochum diskutiert. Passend zum Thema sind die Veranstaltungsorte gewählt. Am 7. September laden die Veranstalter – Bundesstiftung Baukultur und StadtBauKultur NRW – zum Empfang in die Rotunde ein, dem vormaligen Katholikentagsbahnhof von 1949. Für alle Teilnehmer, die Bochums Umbaukultur entdecken möchten, wird am Nachmittag ein geführter Stadtspaziergang angeboten. Der Werkstatttag am 8. September findet im Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum statt. Das 2016 eröffnete Gebäude vereint die ehemalige Marienkirche mit neu entstandenen Konzertsälen für die Bochumer Symphoniker. Mittags führen die für die Planung verantwortlichen Architekten Bez + Kock aus Stuttgart durch das Haus. Zu den Referenten der Baukulturwerkstatt gehören etwa Gunther Adler (Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), Steven Sloane (Generalmusikdirektor Bochumer Symphoniker), Thomas Kröger (Thomas Kröger Architekten) und Stephan Schütz (gmp Architekten). Konkrete Beispiele zur Umbaukultur stellen Architekten anhand kurzer Impulsvorträge vor. Im Nachgang können alle Teilnehmer zu diesen Projekten an offenen Werkstatttischen diskutieren. Themen sind etwa die Umnutzung von Kirchen, Umbau als identitätsstiftende Maßnahme und der Umgang mit der Architektur der Nachkriegszeit. Die kostenfreie Anmeldung zu der Baukulturwerkstatt „Umbaukultur“ ist hier möglich.

Kampf um die Stadt

Im August wird der Hof des Architekturzentrums Wien zu einem Freiluftkino für Architekturfilme. (Foto: Hertha Hurnaus) Zu den schönen Dingen des Sommers gehört der Gang ins Freiluftkino. Zu einem solchen wird immer mittwochs im August auch der Hof des Architekturzentrums Wien, das dort gerade zum fünften Mal sein Open-Air-Architekturfilmfestival veranstaltet. Unter dem Titel „Kampf um die Stadt“ stehen filmische Plädoyers gegen Architektur als Statussymbol und für eine inklusive Entwicklung der Stadt als Lebenswelt für alle auf dem Programm. Das besteht aus Dokumentarfilmen, Kurz- und Experimentalfilme sowie Animationen, die aus 125 internationalen Einreichungen ausgewählt wurden. Kurzentschlossene können bei freiem Eintritt noch zwei Kinoabende erleben. Am Mittwoch, den 23. August 2017, lautet das Motto „Rast-los“. Ab 20.30 Uhr wird der Film „Rast“ (AT 2016) von Iris Blauensteiner gezeigt, der das Leben von Bewohnern eines Lkw-Rastplatzes und eines Campingplatzes bei Wien dokumentiert. Im Anschluss folgt der italienische Beitrag „Gente dei bagni“ (IT 2015) von Stefania Bona & Francesca Scalisi, der sich mit der letzten öffentlichen Badeanstalt der Stadt Turin und ihren Nutzern beschäftigt. Am 30. August, ebenfalls ab 20.30 Uhr, heißt es „Film ab“ unter der Überschrift „Leerstand in der wachsenden Stadt“: Hintereinander laufen die Filme „Sava Buildering“ (AT 2015) von Ulrich A. Reiterer, „The March of the White Elephants“ (BR/ZA 2015) von Craig Tanner, „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ (DE 2016) von Constantin Alexander und Hendrik Millauer sowie Memory Reel (RO 2016) von Adela Muntean. Weitere Informationen zum Open-Air-Architekturfilmfestival „Architektur.Film.Sommer“ und zu den einzelnen Beiträgen finden Sie hier.

Architekten persönlich

Drei erfolgreiche Architekten, die nicht über ihre Projekte sprechen dürfen: so lautet das Konzept von „Architects, not Architecture“. (Foto: Irene Osei-Poku) Die Veranstaltungsreihe „Architects, not Architecture“ rückt die Menschen in den Vordergrund, die hinter bekannten Architekturwerken stehen. Drei erfolgreiche Architekten, die nicht über ihre Projekte sprechen dürfen, sondern nur über Persönliches, besondere Begegnungen, ihre Werdegänge und Werte: Das ist das Konzept des Formats, das bereits in Hamburg und Düsseldorf sowie im März erstmals in München auf die Bühne gebracht wurde. Bei der nächsten Ausgabe am 13. September 2017 in München sprechen Hans Nickl (Nickl & Partner), Andrea Gebhard (mahl gebhard konzepte) und Werner Frosch (Henning Larsen) über prägende Erfahrungen und ihren Beruf. Die Architekten halten je eine zwanzigminütige Rede und stellen sich dann einem zehnminütigen Interview. Im Anschluss erörtern die drei Protagonisten in einer Gesprächsrunde Fragen aus dem Publikum. Der Abend klingt mit einem Get-Together aus. Die Teilnahme an der Veranstaltung am 13. September ab 19 Uhr im Carl-Orff-Saal ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung jedoch hier erforderlich. Die Veranstalter rechnen mit einem hohen Besucheraufkommen und raten zur rechtzeitigen Registrierung. Weitere Informationen über Filme und Festival finden Sie hier.

Nachhaltig urban

Welche Bedeutung hat das Grün im 21. Jahrhundert in Städten, die immer mehr verdichtet werden? Fragestellung eines Fachkongresses in Heilbronn. (Foto: Bundesgartenschau Heilbronn) Die Bundesgartenschau als Motor der Stadtentwicklung thematisiert ein Kongress in Heilbronn: Wie kann grüne Infrastruktur dazu beitragen, Städte zu strukturieren und ihnen bauliche Qualität zu verleihen? Welche Rolle spielen Mobilität und Nachhaltigkeit? Im Mittelpunkt des Programms unter dem Titel „Urbane Qualitäten“ am 28. September 2017 steht die wachsende Stadt mit dem Willen zur städtebaulichen und architektonischen Qualität ebenso wie der städtische Landschaftsraum, entwickelt durch eine Bundesgartenschau. Gemeinsame Ausrichter des Kongresses sind das Institut Fortbildung Bau der Architektenkammer Baden-Württemberg, die Stadt Heilbronn und die Bundesgartenschau Heilbronn 2019. Anhand von Expertenvorträgen am Vormittag und mehreren parallel laufenden Themenforen am Nachmittag soll rund um die Fragestellung, welche Bedeutung das Grün im 21. Jahrhundert in verdichteten Städten hat, diskutiert werden. Der Kongress „Urbane Qualitäten“ wird von der Architektenkammer mit vier Stunden als Fortbildung für Architekten, Stadtplaner und Architekten sowie Stadtplaner im Praktikum anerkannt. Bereits am Vortag (27. September 2017) haben die Kongressteilnehmer die Möglichkeit, kostenfrei an dem „Rundgang Stadterleben“ durch die Bundesgartenschau und Heilbronn teilzunehmen. Der Rundgang wird von der Architektenkammer mit zwei Stunden als Fortbildung für Architekten und Stadtplaner anerkannt. Das Abendprogramm gestaltet der Architekt Matthias Sauerbruch (Sauerbruch & Hutton) unter der Überschrift „Experimenta II – Funktion und Form, Anregungen und Widersprüche“. Ausführliche Informationen zum Kongress samt Auftaktprogramm finden Sie hier.

Geplante Naturräume

„Landschaft Stimmung. Ein Stadtpark an der Donau“, zu sehen bis 28. August 2017 in der Architekturgalerie München (Foto: Saskia Wehler) „Landschaft Stimmung. Ein Stadtpark an der Donau“ in der Architekturgalerie München (bis 28. August 2017) zeigt die Planungen zur Renaturierung der Ufer-Gebiete der Donau in Ingolstadt zu einem Stadtpark. In der Pinakothek der Moderne ist gleichzeitig die Ausstellung „draußen | out there – Landschaftsarchitektur auf globalem Terrain“ (bis 20. August) zu sehen. Zeichnungen, Modelle, Projektionen und audio-visuelle Rauminstallationen machen die Renaturierungspläne für das Donauufer erlebbar, so die Veranstalter. Seit fünf Jahren arbeiten Silvia Benedito und Alexander Häusler mit ihrem Büro OFICINAA  an diesem Projekt, stimmen die Planungen mit den verschiedenen Interessengruppen und den Eigentümern ab, entwickeln Prototypen der Möblierung und passen die Planungen der ungewissen Haushaltslage der Automobilstadt an, um eine Umsetzung in kleinen Schritten voranzutreiben. Mit der Ausstellung in der Architekturgalerie München wird auch das jüngst erschienene Buch “Landschaft Stimmung” zum Projekt vorgestellt. Weitere Informationen finden Sie hier. In der Pinakothek der Moderne in München ist die Ausstellung „draußen | out there – Landschaftsarchitektur auf globalem Terrain” zu sehen, die ebenfalls von OFICINAA gestaltet wurde. Die Ausstellung präsentiert zehn weltweite Fallbeispiele, die das Zusammenwirken von Stadt und Umland, von Wasserkreisläufen sowie den lokalen und globalen Bedingungen anschaulich darstellt. Von Casablanca über Madrid und Changde bis Kigali und Medellin: die Forschungsprojekte analysieren hoch komplexe Situationen, um dann Ansätze für Transformationen zu entwickeln. Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Meisterhaft gezeichnet

Jeremie Frank, Makrofon, 1981. Zeichenstift und Tusche, Airbrush und Tusche, Collage und Graphitstift auf Karton. Sammlung Alvin Boyarsky Archiv. (Bild: Jeremie Frank) Die Ausstellung „Gezeichnete Welten“ in Berlin zeigt rund 50 Meisterwerke der zeitgenössischen Architekturzeichnung aus der Hand namhafter Architekten. Zusammengetragen von Alvin Boyarsky, dem ehemaligen Leiter der Architectural Association School of Architecture in London, ist seine Sammlung bis zum 24. September 2017 im Museum für Architekturzeichnung zu sehen. Der überwiegende Teil der gezeigten Werke stammt aus den 1980er Jahren, einer Zeit, in der die internationale Ausrichtung der Architectural Association School of Architecture (AA) und die wachsende Beliebtheit der Handzeichnung der Suche nach einer neuen Architektursprache frische Impulse verlieh, so die veranstaltende Tchoban Foundation. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen frühe Werke von Frank Gehry, Zaha Hadid, Daniel Libeskind, Rem Koolhaas und Bernard Tschumi. Sie ermöglichen Einblicke in die Ideenwelten der Architekten, die durch Zeichnungen umgesetzt wurden. Für den Sammler Alvin Boyarsky (1928 – 1990) war die Architekturzeichnung nicht nur ein Repräsentationsmittel oder ein Darstellungsmedium, sondern auch eine Form der Architektur. Unter seiner Leitung wurde die AA in den 1970er Jahren ein Zentrum für die Gegenbewegung einer zweiten architektonischen Moderne. Boyarsky vertrat die Auffassung, dass die wichtigste Aufgabe einer Architekturakademie darin besteht, gesellschaftskritisch zu sein. Ausführliche Informationen über die Ausstellung „Gezeichnete Welten. Alvin Boyarsky und die Architectural Association“ finden Sie hier.

Ruhrmoderne brutal

Studierende in der ehemaligen Hauptschule: Die Ruhrmoderne Sommerakademie gibt Brutalismuskunde im Marler Marschall 66. (Foto: Timo Panzer) Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine solche Dichte an großartigen und auch gruseligen Beispielen von Bauten der Nachkriegsmoderne wie im nördlichen Ruhrgebiet. Vom 27. bis zum 30. Juli 2017 bietet sich Interessierten dort die Gelegenheit, „100 Stunden Brutalismus“ intensiv zu erleben. Die Veranstaltung der Ruhrmoderne Sommerakademie (RMSA) lädt mit Exkursionen, Symposien und einer Filmnacht dazu ein, über Alternativen zur Musealisierung oder dem Abbruch der brutalistischen Gebäude und Ensembles nachzudenken. Die geführten Ausflüge führen zu Bauwerken in Marl und Wulfen sowie zu den Skulptur Projekten 2017 in Münster. Die Themen und Diskussionsteilnehmer der verschiedenen Symposien finden Sie hier. Viele der modernen Gebäude zeugen vom Willen der Kommunen, ihren Bürgern öffentliche Innen- und Außenräume zu bieten. Doch sie sind Symbole einer vergangenen Öffentlichkeit, so die Veranstalter. Um Zugang zu einer neuen Öffentlichkeit zu bekommen, sei es notwendig, neue öffentliche Beteiligungsprogramme zu entwerfen. Die RMSA ist in die Initiative Ruhrmoderne eingebunden, einem interdisziplinären Netzwerk, das sich aus Wissenschaftlern, Künstlern, Planern und Architekten zusammensetzt und sich regelmäßig über die Weiterentwicklung des baulichen Erbes der Nachkriegszeit austauscht. Wer mag, kann sich für die Dauer der „100 Stunden Brutalismus“ direkt im Hauptveranstaltungsort einquartieren. Die ehemals leerstehende Hauptschule trägt nun den Namen „Marschall 66“ und ist ein temporärer Studien- und Ausstellungsort, der von Studierenden und der Projektorganisation der Ruhrmoderne Sommerakademie thematisch gestaltet wird. Der Name erinnert an den Architekten Günther Marschall und das Entwurfsjahr 1966. Ausführliche Informationen zum Projekt Ruhrmoderne sowie über die Sommerakademie und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Stipendium für Studentinnen

Ein Wohnhaus von Atelier ST, Leipzig – das Büro steht laut Auslober Houzz.de beispielhaft für die Arbeit talentierter Architektinnen. (Foto: Werner Huthmacher) Die Architektur wird von Männern dominiert, das belegen aktuelle Zahlen der Bundesarchitektenkammer. Die Plattform Houzz.de hat dieser Umstand auf die Idee gebracht, ein neues Stipendienprogramm speziell für Studentinnen der Architektur aufzulegen. Das Stipendium in der Kategorie „Frauen in der Architektur“ ist mit 3.000 Euro dotiert. Bewerben können sich an deutschen Hochschulen und Universitäten eingeschriebene Bachelor-, Master- und Diplomstudentinnen der Fachrichtungen Architektur und Innenarchitektur. Die vollständigen Bewerbungsunterlagen sind bis spätestens 15. September 2017 online einzureichen. „Houzz Scholarships für Frauen in der Architektur ist ein Programm, was die nächste Generation der Studentinnen der Fachrichtungen Architektur und Innenarchitektur fördert. Houzz möchte mit diesem Programm vor allem Frauen fördern und dazu beitragen, dass eine größere Zahl später in den gewählten Berufen tätig ist“, so die Auslober. Stipendiatinnen erklären sich dazu bereit, dass ihr Konterfei und ihre persönlichen Daten im Zuge des Marketings für das kalifornische Unternehmen verwendet werden. Ausführliche Informationen und die Möglichkeit zur Onlinebewerbung finden Sie hier.

Zuflucht bei Mies

Bitte zu Tisch: „Die Zugezogenen“ haben sich in Mies van der Rohes Haus Lange in Krefeld einquartiert. (Foto: V. Döhne/Elmgreen&Dragset und VG Bild-Kunst, Bonn 2017) Mies van der Rohes Haus Lange in Krefeld ist Wohnort einer fiktiven deutschen Familie, die vor dem Brexit aus England geflohen ist. Für die Ausstellung „Die Zugezogenen“ nutzt das Künstlerduo Elmgreen und Dragset die Architektur der Klassischen Moderne als Kulisse. Elmgreen und Dragset kombinieren ihre eigenen skulpturalen Arbeiten mit vorgefundenen Möbeln und Artefakten, um ein häusliches Setting zu kreieren. Einige Gegenstände sind bereits ausgepackt und installiert, andere noch halb verpackt und in Kartons. Indem der Umzug der Familie als Symbol für ein sich veränderndes Europa präsentiert wird, reflektiert die Ausstellung die Vision modernistischer Architektur im Licht der heutigen Realität, so die Veranstalter. Dabei geht „Die Zugezogenen“ auch der Frage nach, wie weit sich die Ideale der Klassischen Moderne von unserer gegenwärtigen globalen, geopolitischen Situation entfernt haben. Von ihrer berühmten  Installation einer Prada Boutique in der texanischen Wüste bis zur Konzeption einer vermeintlichen Kunstmesse in Peking 2015 arbeitet das Duo Elmgreen und Dragset an neuen Möglichkeiten, mit der Präsentation und Rezeption von Kunst und öffentlichen Räumen umzugehen. Im Herbst 2017 kuratieren sie die Istanbul Biennale. Weitere Informationen zur Ausstellung, die noch bis zum 27. August 2017 in Krefeld zu sehen ist, finden Sie hier.

Klimafreundliche Ideen gesucht

Ein Wettbewerb sucht Ideen für zukunftsweisende Gebäude – und für einen neuen Energiewettbewerb. (Foto: Franck-Boston) Hochambitionierte und innovative Konzepte für nahezu klimaneutrale Gebäude und Quartiere sucht der Projektträger Jülich im Rahmen eines Ideenwettbewerbs mit zwei unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Die Auslobung steht im Kontext der Förderinitiative „EnEff.Gebäude.2050“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und beinhaltet zwei unterschiedliche Themenschwerpunkte. Ziel des Wettbewerbs ist es, eine Brücke zwischen der Energieforschung und der gebauten Praxis von Gebäuden und Quartieren mit dem Zielhorizont des Jahres 2050 zu bilden. Im Fokus des ersten Themenschwerpunkts stehen modellhafte Vorhaben, die verdeutlichen, wie nahe wir bereits mit den heute verfügbaren Technologien und annähernd wirtschaftlichen Geschäftsmodellen der Zielstellung eines nahezu klimaneutralen Gebäudes beziehungsweise Quartiers kommen können, so die Veranstalter. Zum anderen will der Wettbewerb mit einem zweiten Themenschwerpunkt auch die internationale Dimension der Aufgabe unterstreichen, indem Konzepte für einen auszurichtenden Energiewettbewerb prämiert werden – anknüpfend an die Tradition des „Solar Decathlon Europe“ und diesen weiterentwickelnd. Thema 1 „Ideen für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“ (Einreichung bis zum 15. August 2017), die Auslobung zu Pilot‐ und Demonstrationsvorhaben, richtet sich an Planer und Bauherren oder entsprechende Konsortien, die aktuell auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland an der Umsetzung eines energetisch anspruchsvollen Gebäude‐ oder Quartierskonzepts arbeiten. Thema 2 „Konzepte für einen internationalen „Energiewettbewerb“ (Einreichung bis zum 15. September 2017) ist an Konsortien gerichtet, die mindestens aus einer Stadt‐ beziehungsweise Kommunalverwaltung bestehen und auch weitere Akteure (Wohnungswirtschaft, Unternehmen) enthalten können. Eine Bewerbung erfolgt in jedem Fall gemeinsam im Verbund. Die Ausschreibungsunterlagen und ausführliche Informationen finden Sie hier.