10 Regeln für Bauherrn

Höher, dichter, flexibler – wer künftig städtisch und urban wohnen möchte, wird sich in seinen Lebensgewohnheiten umstellen müssen. Zumindest in den Metropolen. REGEL 1: Absprachen mit dem Partner Das klingt banal – ist es aber nicht. Experten berichten es immer wieder: Bauvorhaben sind für viele Partnerschaften eine echte Prüfung. Da hilft es enorm, wenn beide klar äußern, welche Wünsche sie ans neue Zuhause haben. Um danach die Zuständigkeiten zu klären: Wer übernimmt die Kommunikation mit dem Architekten oder der Baufirma, wer kümmert sich um die Finanzierung, wer erledigt den Papierkram? Und wie wird der andere über den Stand der Dinge informiert? Wichtig auch: inmitten der Aufregungen auch mal die Ruhe für ein Wellness-Wochenende zu finden. REGEL 2: Viele Musterhäuser anschauen! Pläne zu zeichnen ist wunderbar, 3-D-Animationen am Computer oder die immer beliebter werdenden Virtual Reality-Rundgänge simulieren tolle Wohnräume – aber nichts geht über den sinnlichen Eindruck eines Raumes, eines Hauses, in dem man steht. Selbst wenn Sie gar nicht neu bauen wollen, hilft der Besuch in Musterhäusern, die eigenen Wohnbedürfnisse besser kennenzulernen. Hier lässt sich erleben, wie groß ein Wohnzimmer von 30 Quadratmetern tatsächlich ist, welche Fußbodenbeläge einem die liebsten sind, welche Wandfarben und Fliesen das neue Zuhause schmücken sollen. Manche Musterhäuser sind so gelungen, dass sie eine kostenlose Einrichtungsberatung darstellen. REGEL 3: Lassen Sie sich Zeit! Die meisten Bauvorhaben dauern länger als gedacht. Die Planung braucht noch Zeit, die Bank hat weiteren Klärungsbedarf, es liegen nicht alle Kos­tenvoranschläge vor. Wer jetzt schon die Mietwohnung gekündigt hat oder unbedingt Weihnachten im neuen Zuhause feiern will, kann in unan­genehme Bedrängnis kommen.So entstehen schlechte Kompromisse oder Pfusch unter Zeitdruck. Und womöglich muss man in ein Haus einziehen, in dem noch die Handwerker arbeiten. Planen Sie deswegen mit einem großzügigen Zeitpuffer. Die weiteren sieben wichtigen Regeln für angehende Bauherren lesen Sie auf unserem Partner-Portal Wohnglück.de, Deutschlands neuer Adresse für die Themenfelder Bauen, Wohnen & Leben. Bei den weiteren sieben Bauherren-Regeln geht es um die Stichworte:
  • Experten
  • Terminplanung
  • Bemusterung
  • Baudetails
  • Bautagebücher
  • u.a.m
WEITERLESEN auf Wohnglück.de: 10 Regeln für Bauherren

Asmaras ausgezeichnete Architektur

Das „Cinema Impero“ in Asmara gilt als bestes Beispiel der Moderne in Eritrea. Eritreas Hauptstadt Asmara ist in die Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten aufgenommen worden. Das ermöglichten auch deutsche Architekten. Asmara, die Hauptstadt von Eritrea, zählt ab sofort zum Weltkulturerbe der Unesco. Das Welterbekomittee der UN-Kulturorganisation nahm die Stadt offiziell in die Liste auf. Die Stadt gilt als eindrucksvolles Beispiel europäischer Städtebaukunst des 20. Jahrhunderts. Bis heute ist der Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Italien (1890 bis 1941) auf die Architektur der Stadt sichtbar. Viele der futuristischen, monumentalistischen oder rationalistischen Gebäude sind erhalten und prägen noch heute das Bild der im Nordosten Afrikas gelegenen Stadt. Die Verwaltungsgebäude, Schulen, Fabriken, Kinos, Tankstellen, Villen und Wohnbauten gelten als als außergewöhnliche Beispiele der frühen Moderne. Asmara bildet damit das beste Beispiel der architektonischen Umsetzung der Moderne auf dem afrikanischen Kontinent. Deutsche Architekten unterstützten die Unesco-Initiative in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Asmara, einem Zusammenschluss von Eritreern sowie äthiopischen und deutschen Architekten. Zuvor hatte die Projektgruppe bereits mehrere Ausstellungen zu Asmara  in Europa realisiert. Der Fotograf Stefan Boness beleuchtet in seinem eigens zur Verleihung des Unesco-Weltkulturerbes neu aufgelegten Buch „Asmara. Africa’s Jewel of Modernity“ insbesondere die Ende der 1930er- und Anfang der 1940er-Jahre errichteten Bauten. Über mehrere Monate war er im Land unterwegs und fotografierte private, öffentliche sowie industrielle Gebäude und inszenierte sie im Kontext ihres städtischen Umfeldes. Boness gelingt es mit dem Buch, die einzigartige Atmosphäre Asmaras einzufangen. Einer scheinbar stillstehenden Zeit, Ausdruck zu verleihen. Essays zur Geschichte und Architektur Asmaras sowie ein Blick in die Zukunft der Stadt ergänzen den umfangreichen Bildteil. Dabei wird auch nicht verschwiegen, dass sich Eritrea nach der Unabhängigkeit des Staates 1993 zu einer Militärdiktatur entwickelt hat. Stefan Boness: „Asmara. Africa’s Jewel of Modernity“, Jovis Verlag, Berlin, 2016, 96 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86859-435-5 – only in English.

„Architektur zum Angucken“

Köln lag beim Tag der Architektur in Nordrhein-Westfalen ganz vorne – zumindest was die Anzahl der gezeigten Bauten betrifft. Eines der geöffneten Gebäude war die Ehrenfelder Moschee. Einblicke erwünscht: Zum 22. Mal konnten Architekturenthusiasten, Bauwillige oder neugierige Nachbarn am Tag der Architektur die Gelegenheit nutzen, einen Blick hinter üblicherweise verschlossene Türen zu werfen. 120.000 Interessierte kamen. Wir haben für Sie zusammengestellt, was es bundesweit zu sehen gab – und wie darüber berichtet wurde. Zusammengestellt von: Stefan Kreitewolf „Vom futuristischen Einfamilienhaus bis zum neuen Hörsaal“ In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist zum Tag der Architektur (TdA) immer besonders viel los. Die Rheinische Post (RP) beschreibt den Zweck des Events mit „Architektur zum Angucken“. Die Zeitung berichtet weiter: „326 Bauwerke aller Art sowie Quartiere, Gärten und Parks in 140 Städten und Gemeinden (…) waren für Besucher geöffnet.“ In der Süddeutschen Zeitung (SZ) beschreibt die NRW-Redaktion die Bandbreite der gezeigten Bauten: „Vom futuristischen Einfamilienhaus bis zum neuen Hörsaal an der RWTH Aachen“ konnten Interessenten zeitgenössisches Bauten aus nächster Nähe sehen. Die Aachener Zeitung zeigt „unter dem diesjährigen Motto ‚Architektur schafft Lebensqualität‘“ alle Gebäude in der Region. Das Motto sei „vor allem dann im wahrsten Sinne des Wortes spürbar, wenn Menschen mit ihr unmittelbar in Berührung kommen – also im Wohnbereich.“ Intensive, informative Führungen boten Architekt Paul Böhm und Projektleiter Selim Mercan in der neuen Zentralmoschee in Köln an. Die Zahl der Besucher musste auf 250 begrenzt werden, das Interesse war noch viel größer. Auch die Westdeutsche Allgemeinen Zeitung (WAZ) stellt gleich mehrere Projekte im Ruhrgebiet vor und präsentiert „elf spannende Projekte – vom neuen Einfamilienhaus über gekonnte Umbauten bis hin zu schmucken Gärten“. Besonders in Köln, gab es viel zu sehen. Der Kölner Stadtanzeiger nennt die Stadt, in 27 Bauwerke zu besichtigen waren, deshalb „die Hochburg der Architektur“. Denn: „In keiner anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen beteiligten sich so viele Architekten an dem Aktionstag. Die Stimmung beim „größten Architekturfestival des Jahres“ beschreibt der ebenfalls in Köln ansässige Westdeutsche Rundfunk als „stimmungsvoll und ausgelassen“. „Immer mehr Laien nutzen das Angebot“ In Norddeutschland herrschte typisches Seewetter, dennoch: „Der TdA wurde trotz des Regens sehr gut genutzt“, schreibt die Nordwest-Zeitung. Die Regionalausgabe der Welt berichtet vom TdA in Niedersachsen: „So hatten unter anderem ein Forsthaus in Hannover-Münden, das Freibad in Salzdetfurth, die Basilika in Duderstadt, das Theologicum in Göttingen und Studentenwohnungen in Lüneburg geöffnet. Architekten und Stadtplaner stellten Bauten und Planungen vor, Innenarchitekten präsentierten Räume, Landschaftsarchitekten führten durch Gärten und Parks.“ Die Wilhemshavener Zeitung schreibt über das SOS-Kinderdorf-Zentrum in der Nordsee-Stadt: „In drei Führungen stellte die Wilhelmshavener Architektin Maike Winter, den interessierten Besuchern das multifunktionelle Gebäude vor.“ Die Zeitung berichtet von „vielen Diskussionen“ zur Farbgebung des Gebäudes. Auch der Hafven Coworking Space in Hannover war am TdA gut besucht. Das Bersenbrücker Kreisblatt nimmt ebenfalls Farbe zum Anlass, um über den TdA zu berichten. Zuschauer sahen in Bersenbrück eine Grundschule, „die mit ihren fröhlichen Signalfarben (…) weithin davon kündet, dass dies ein Gebäude für Kinder ist.“ In der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung ist die Rede von „größtem Interesse“ Das meiste verzeichnete der Zeitung zufolge die Neue Schule in Wolfsburg. „Rund 140 Teilnehmer nahmen an den Führungen teil.“ So manches Enkelkind habe den Tag genutzt, um Eltern oder Großeltern die eigene Schule zu zeigen. „War der TdA vor Jahren noch ein Nischen-Angebot, so nutzen immer mehr Laien das Angebot“, schließt die Zeitung. „Überbleibsel einer Doppelsuite“ Die Kreiszeitung Syke schreibt: „Von hermetisch abgeriegelten Büchertürmen bis hin zu Häusern, die pro Etage nur aus einem Raum bestehen, wurde den Besuchern einiges geboten.“ Der Weser Kurier berichtet außerdem von einem Flüchtlingswohnheim in der „Überseestadt“, einem Stadtteil nahe des alten Hafens. „Das Übergangswohnheim Port in der Überseestadt sollte mal ein Hotel werden, jetzt wohnen hier Geflüchtete,“ schreibt die Lokalzeitung. „Fast wie im Hotel, wie der Blick in ein Einzelzimmer im sechsten Stock zeigt: ein kleines Bad, ein Tisch, ein Bett. Nur eben mit Küchenzeile. Ceranfeld mit zwei Platten, ein paar Ober- und Unterschränke, ein Spind und gelbes Linoleum, auf dem die Schuhsohlen quietschen.“ Zweckmäßig und schlicht sei es, ein „Überbleibsel einer Doppelsuite“. „Vom Mittelalter über die Planungen in der NS-Zeit bis zum Wiederaufbau“ In Hamburg heißt der TdA offiziell „Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst“ (TdAI). Und auch in Norddeutschlands größter Stadt stand die Umwidmung von Gebäuden im Mittelpunkt. „Derzeit wird zum Beispiel ein Block der ehemaligen Viktoria-Kaserne in Altona zur Nutzfläche für Künstler, in Langenhorn verwandelten sich die historischen Krankenhausbauten der Klinik Ochsenzoll in das Wohnquartier Unter den Linden“, berichtet die Hamburg-Ausgabe der Welt. Ein weiterer Schwerpunkt des TdAI sei die Rubrik „Zeitzeugen“. In dieser schauen „Architekten und Stadtplaner mit zeitlichem Abstand auf ihr Werk.“ Diese Rubrik ist neu im Programm. „Dabei können auch die Besucher überlegen, ob etwa der Rathausmarkt als repräsentative Piazza des täglichen Gebrauchs bis heute funktioniert und ob sich der Gerhart-Hauptmann-Platz, wie ehemals geplant, als Ort der Ruhe etabliert hat“, schreibt die Zeitung. Die Schleswig-Holstein-Zeitung (SHZ) berichtet von einer Führung mit dem Titel „Nur noch Relikte – Wie das historische Hamburg verschwand“. „Die Tour durch die Altstadt führt zu Relikten früherer Epochen und zeigt die bauliche Entwicklung vom Mittelalter über die Planungen in der NS-Zeit bis zur Wiederaufbau-Ära,“ erläutert die SHZ. „Freier Blick nach Dänemark gratis“ In Schleswig-Holstein fand der TdA bereits am 10. und 11. Juni, statt. Das hat im hohen Norden Tradition, weil in den letzten Junitagen die Kieler Woche gefeiert wird. Auch in Schleswig-Holstein ist zum TdA ein Relikt alter Zeiten zu bestaunen. Die Lübecker Nachrichten (LN) beschreiben „das neue Leben des alten Fährhauses“, das zum TdA präsentiert wurde und seit dem Mittelalter der Hansestadt gehört. „Was dem Besucher als Erstes ins Auge fällt, ist der neue Anbau“, schreibt die Zeitung. Der Vorgängerbau aus den 1950er-Jahren sei abgerissen worden, der aus Holz konstruierte Neubau außen mit Reet verkleidet. „Das gibt es (…) bisher fast nur in Holland“, berichten die LN. Während das Fährhaus Schiffen diente, ist ein weiteres beim TdA geöffnetes Gebäude in Schleswig-Holstein wie eines konstruiert. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) war in Eckernförde und besuchte das „Pier 61“ genannte Haus von Architekt Stefan Rimpf. Für ihn war das Haus eine Herausforderung: „Gerade einmal zwölf Meter breit ist der Baugrund an der Sehestedter Straße. Auf dem kurzen Hang geht es steil bergab. Die Höhendifferenz beträgt ganze neun Meter“, schreibt der NDR auf seiner Online-Plattform. Der Bau wirke leicht und hell. Seine „Anmutung als Schiff“ sei der „gläsernen Kommandobrücke ganz oben“ geschuldet. Der NDR schließt: „Wer es sich hier gemütlich macht, kriegt den freien Blick nach Dänemark gratis.“ „Wir beschreiben Zukunft durch Bauen“ Die Ostsee-Zeitung (OZ) berichtet von „48 Bauprojekten in Mecklenburg-Vorpommern“ (MV), die zum TdA „von Boizenburg bis Ueckermünde“ besichtigt werden konnten. Dazu gehöre das Dock Inn Hostel in Rostock-Warnemünde, „das aus alten Übersee-Containern entstand“, sowie ein Wohnhaus nahe Bad Doberan, „das mit einem Schalenbetondach (…) überrascht“. Außerdem konnte in Bentwisch bei Rostock ein Bürgergarten und ein Mehrgenerationen-Spielplatz besichtigt werden. „In Schwerin ist die zu einem Wohnhaus umgebaute Volksschwimmhalle im Ortsteil Lankow dabei“, schreibt die OZ. In Warnemünde stand das Dock-Inn-Hostel Interessierten offen. Zugleich nutzt die Zeitung den TdA zur Reflektion über Baukultur in MV. Im OZ-Interview fordert Joachim Brenncke, Präsident der hiesigen Landesarchitektenkammer, „mehr Gemeinschaftssinn bei der Bauplanung“. Bauherren sollten nicht nur eigene Wünsche verwirklichen. Neubauten müssten auch ein Gewinn für den jeweiligen Ort sein. Brenncke formuliert das im Interview so: „Wir brauchen etwas, das an den Standort passt, aber auch weiterentwickelt werden kann.“ Und schließt: „Wir beschreiben Zukunft auch durch Bauen.“ „Respekt jenen Bauplanern, die Gebäuden neues Leben und neuen Charme einhauchen“ In Brandenburg berichtet die Lausitzer Rundschau (LR) von „Architekten für besondere Fälle“ und beleuchtete das Tätigkeitsfeld des Berufsstands. Die Lokalzeitung zog den Hut vor „Architekten, die sich als Schöpfer neuer innovativer Objekte mit Ausstrahlungskraft bewähren“. Außerdem zollte die LR „Respekt (…) jenen Bauplanern, die sich Bestandsimmobilien aufs Reißbrett ziehen, um diesen Gebäuden neues Leben und neuen Charme einzuhauchen“. Als Beispiel fungierte „die Verwandlung von Räumlichkeiten eines ehemaligen Kindergartens in eine Tagespflegestelle“ in Altdöbern. Das Gebäude sei ein „Glücksfall für das Architekturbüro“ gewesen. Denn: „Es basiert auf einem Massivbau mit tragenden Außenwänden.“ Das habe ihm, „bei der Innengestaltung mehr Spielraum verschafft“ erläutert Architekt Mario Lunau in dem Bericht. So seien unterschiedliche Nutzungsbereiche entstanden, „ohne diese stark voneinander zu trennen“. Die TdA-Besucher sahen in Brandenburg zum Beispiel den Umbau des Heizhauses in Güterfelde von +BK Architektur aus Stahnsdorf. Der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) berichtet in seinem Onlinedienst von insgesamt 36 Gebäuden, die in Brandenburg zum TdA für Besucher offenstanden. Der RBB erzählt in dem Bericht die Geschichte des Alten Heizhaus neben dem Potsdamer Schloss Güterfelde, das „vom grauen Kasten zum modernen Wohnatelier“ verwandelt worden sei. Besucher durften sich frei im Haus bewegen. „Da ist der große, offene Wohn-Essbereich, das riesige Fenster mit Blick in den Schlossgarten. Dann die Rückzugsräume, die man über eine Treppe aus lackiertem Stahl in das eingezogene Obergeschoss erreicht: Schlafzimmer, Bad, alles offen, alles licht, weiße Wände, nackter Beton“, schreibt der RBB. Bauherrin Beate Kalus wollte mit der Öffnung ihres Hauses auch anderen Bauherren Mut machen, die auf der Suche nach alten Schätzen in Brandenburg sind: „Ich glaube, wenn man eine (…) gute Planung erstellt, (…) dann kann ein solches Bauvorhaben (…) wirtschaftlich sein“, sagte sie dem RBB. „BND-Zentrale bleibt auch bei den Architekturtagen topsecret“ In Berlin öffneten laut Focus-Online 125 Büros ihre Türen für Besucher. Architektur-Interessierte konnten sich „kostenfrei ein Bild über den Stand der Baukunst verschaffen“. Darüber hinaus führten Architekten an 77 Orten durch ihre Projekte. Die Tageszeitung (Taz) befasst sich indes mit einem besonderen Objekt, das – zumindest in Teilen – zum TdA besichtigt werden konnte. Die Rede ist von der neuen Hauptzentrale des Bundesnachrichtendiensts (BND). Der Taz-Artikel konstatiert, dass das BND-Gebäude „statt wie alle anderen Gebäude seine Räumlichkeiten und baulichen Besonderheiten, ja, sein ganzes Pathos herzuzeigen“, am TdA verschlossen blieb. Besucher durften dem Bericht zufolge lediglich „im Außenbereich auf das Gelände, aber nicht ins Haus“. Die Zeitung schließt: „Ob das Konzept von Jan Kleihues für den riesigen und fast 1,1 Milliarden Euro teuren Komplex (…) sticht, bleibt also auch bei den Architekturtagen topsecret.“ Neben dem TdA konnte an diesem Wochenende auch das Berliner Schloss besichtigt werden. Der RBB berichtet: „Der Tag der offenen Baustelle im rekonstruierten Berliner Schloss hat (…) 40.000 Neugierige angelockt.“ Das Interesse an der Baustellen-Besichtigung sei größer als vermutet ausgefallen. „Für die Besucher gab es neben Einblicken in unfertige Räume auch ein Programm mit Kunst, Kultur und kulinarischen Genüssen“, schreibt der RBB online, und ergänzt: „Geöffnet war die 30 Meter hohe Eingangshalle mit dem barocken Eosanderportal.“ „Reichenbach stiehlt Dresden die Show“ „Rund 8000 Menschen haben sich (…)  in über 80 geöffneten Objekten in Sachsen umgeschaut“, schreibt die Deutsche-Presse-Agentur (DPA). „Dabei waren vor allem die Führungen im Dresdner Kraftwerk Mitte und im Kulturpalast – den beiden jüngst vollendeten Bauprojekten in der Landeshauptstadt – übervoll“, schreibt die DPA. Die Freie Presse berichtet: „Reichenbach stiehlt beim TdA Dresden die Show“. Nicht Dresden oder Leipzig hätten den sachsenweit größten Zulauf zum TdA erreicht, sondern das Städtchen im Vogtland. Die Lokalzeitung beziffert die Zuschauerzahl allein in Reichenbach auf 1000. Zu sehen gab es dort „Wohn- und Geschäftshäuser am Solbrigplatz“. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Sachsen fasste für seinen TdA-Bericht den „Wohnpark Lebens(t)räume Chemnitz“ ins Auge. Der „soll nach seiner Fertigstellung Menschen mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Wohnen ermöglichen“, schreibt der Sender online. Insgesamt sollen dort 115 Wohneinheiten für 165 Bewohner entstehen. „Aha-Effekte“ In Sachsen-Anhalt ist der TdA Bestandteil der Landesinitiative „Architektur und Baukultur“. Dort konnten 24 Projekte besichtigt werden, berichtet der MDR. Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) zeigt ein „besonderes Bauprojekt“: den Vierseithof in Mosigkau. „Zum TdA führen Bauherrin und Architekt Jens Fischer die Besucher gemeinsam über das ehemalige Gehöft“, schreibt die MZ. Schon von der Straße aus sei der einstöckige Kubus mit Flachdach in hellen Blautönen erkennbar. „Dort, wo sich früher Schweineställe und Wirtschaftsgebäude befanden, entsteht über Abstellräumen ein hochgelegener Wintergarten mit sich anschließender Terrasse“, heißt es in der Zeitung. Die Besucher seien begeistert gewesen. Gerade die Kombinationen von Alt- und Neubau sei ein Zusammenspiel, „das bei den Gästen (…) für Aha-Effekte sorgt“. Das Café Kaiserrampe in Magdeburg erlebte einen Besucheransturm. Weil es in Sachsen-Anhalt „jede Menge historische Burgen, Schlösser und Gutshäuser gibt“, wie der MDR berichtet, war der Sender bereits einige Wochen zuvor zum „Tag der offenen Schlösser“ im Land unterwegs und spürte Altem und Neuem nach. Veranstaltung würde „ermutigen, alte Gebäude zu erhalten“. „Gucken, Staunen, Ideensammeln und Fachsimpeln“ Zum TdA seien in Thüringen „63 Neubau- und Modernisierungsprojekte in 24 Städten“ geöffnet, schreibt das Internetportal inSüdthüringen.de. Die Thüringische Landeszeitung veröffentlichte einen Kommentar, in dem Ebba Wachler von „Ärger mit Veranstaltern“ in Weimar berichtet. „An den Jakobshöfen gab es nur eine Führung. In der Prellerstraße mussten wir vor zwei Jahren eine halbe Stunde warten“, schreibt sie. Angesichts berühmter Architekturen in der Geschichte Weimars sei das „eine Schande“. Der Kommentar ist indes ungerechtfertigt, weil es sehr wohl zwei Führungen an den Jakobshöfen gab. Hinzu kommt: Vor zwei Jahren (!) gab es an der Prellerstraße gar keine Besichtigung. Am Gemeindehaus St. Laurentius lauschten Interessierte. Die Thüringer Allgemeine (TA) berichtet: „Auf Spuren der Architekten wandelten viele Neugierige zum Gucken, Staunen, Ideensammeln und Fachsimpeln.“ Das Spektrum der Beispiele für gelungene Projekte reiche „von der neuen Innenraumgestaltung im Lutherhaus in Eisenach über eine Seniorenresidenz in Schmalkalden bis zu Mehrfamilienhäusern wie an den Friedensbergterrassen in Jena“. In der Lokalzeitung heißt es weiter: „In Erfurt, wo neben neuen Wohnbauprojekten auch das neue Konventhaus für die Schwestern des Ursulinenklosters gezeigt wurde, war auch eine Radtour möglich.“ Die TA bezeichnete die Atmosphäre des TdA in Thüringen als „schön und aufregend“. „Brandschutz ganz großes Thema nach London.“ „126 neue oder erneuerte Bauwerke“, gab es in Hessen zu sehen, schreibt die Frankfurter Neue Presse.  Von Bad Wildungen bis Bensheim luden „private und öffentliche Bauherren in Wohnungen, Einfamilienhäuser, Privatgärten oder Bürobauten ein.“ In Frankfurt gab es der Zeitung zufolge „die meisten Bauten – fast 40“ zu besichtigen. Dort seien auch „spezielle Rad- und Bustouren zu den Objekten angeboten“ worden. Das Museum Wiesbaden veranstaltete „einen Workshop für Kinder, die nach Herzenslust mit Holz, Karton oder Draht eigene Räume bauen“ konnten. In Wiesbaden gab es eine TdA-Rundfahrt. Das Studentenwohnheim am Sonnenblumenweg in Wiesbaden von KISSLER + EFFGEN Architekten war gut besucht. Das Wiesbadener Tageblatt berichtet: „Es steigen viele ein – zu einem Rundkurs durch die halbe Stadt. Es geht um Beispiele guter Alltagsarchitektur.“ Die Lokalzeitung beobachtet: „Von den Teilnehmern (…) kamen übrigens an allen Stationen Fragen zum Brandschutz.“ Das sei „ein ganz großes Thema nach London.“ „Ich hatte auch mal Lust, mit Fachleuten unterwegs zu sein“ Auch in Baden-Württemberg wurde der TdA mit Bustouren begangen. Eine Kammergruppe klapperte so vier Stationen ab. Der Schwarzwälder Bote (SB) begleitete sie und sah bei „hochsommerlichem Wetter“ vier Bauten im Landkreis Rottweil. Bereits die erste Station, die Maximilian-Kolbe-Schule in Hausen“, sei „ein besonderes Erlebnis“ gewesen. Das Gebäude hole „mit seinen raumhohen Glaswänden“ den Außenbereich optisch herein und mache „das Grün tatsächlich erreichbar“. Mit bereits 20 Minuten Verspätung sei die Gruppe an der zweiten Station der Reise, dem neuen Stadtgarten von Schiltach, eingetroffen. Dort schilderte der Bürgermeister „ die Entwicklung des Ortes (…) im Schatten der gewaltigen Linde“. In Obersdorf war die Gruppe dann beim japanischen Unternehmen Mitutoyo zu Gast. Dort sahen sie laut SB „ein lichtes Gebäude mit klaren Strukturen und viel Transparenz“. In Rottweil endete die Busreise. Dort angekommen, sei der „Zeitplan ein wenig aus den Fugen“ geraten, schreibt die Lokalzeitung. Die „Umwandlung eines Klosterbaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, das seit dem 19. Jahrhundert Amtsgebäude und zuletzt Polizeidirektion war“, in eine moderne Jugendherberge, wollten die Busreisende aber noch sehen. Dass Bus-Reisen am TdA in Baden-Württemberg sehr beliebt zu sein scheinen, zeigt auch ein Artikel im Reutlinger General-Anzeiger (RGA). Die Zeitung berichtet über eine drei Bauten umfassende Fahrt in der Nähe von Reutlingen. Einer der 30 Teilnehmer sagte dem RGA: „Ich hatte auch mal Lust, mit Fachleuten unterwegs zu sein.“ „Das größte Glück der Erde für Pferde“ In Trier waren laut Südwest-Rundfunk (SWR) „unter anderem eine umgebaute alte Scheune“ und „ein ehemaliges barockes Gutshaus, das denkmalgerecht zum Weingut mit Gästehaus umgestaltet wurde“, zu sehen. „61 Bauwerke und Freiflächen“ seien es in ganz Rheinland-Pfalz gewesen, schreibt die Allgemeine Zeitung (AZ). Sie berichtet über eine Kita in Erbes-Büdesheim. „Außen grüne Fassade, innen vier Gruppenräume, tageslichtdurchflutet – die Kita ist Farbtupfer und zweites Kinderzimmer in einem“, schreibt die AZ. Die Kita sei „energetisch saniert, aufgestockt“ worden. Das Foto zeigt die „Quartiersplätze in Mainz-Gonsenheim“ und TdA-Besucher. Laut Rhein-Zeitung (RZ) brachte der TdA „Mensch und Tier zusammen“. In Koblenz habe Architektin Sarah Schellenberg „ein ein Hektar großes Einfamilienhaus (…) binnen drei Monaten für – Achtung, kein Scherz – ihre Pferde entworfen“. Zum TdA öffnete sie ihr Herzensprojekt nun für Besucher. Das Haus sei das „größte Glück der Erde für Pferde“, schließt die RZ, für die Besucher war es indes „sehr amüsant“. „Besucher bleiben den ganzen Abend sitzen“ „TdA mit neun Gebäuden an der Saar“, titelt die Saarbrücker Zeitung. Im Saarland falle das Besichtigungsprogramm damit in diesem Jahr „magerer aus als in den Vorjahren“. 2016 seien es noch 16 Objekte gewesen. Die Saar-Architekten seien diesmal zurückhaltend mit Präsentationen. „In Saarbrücken selbst kann, wer diverse Baustellenführungen nicht genutzt hat, sich das sogenannte Siemensgebäude in der Martin-Luther-Straße anschauen“, schreibt die Zeitung. Insgesamt präge das Wohnen in der Stadt das Besichtigungsangebot: Zwei Stadthäuser gab es noch in der Stadt zu sehen. Auch die Kita St. Michael in Homburg war rege besucht. Außerdem stand „in Völklingen-Geislautern (…) ein Einfamilienhaus auf der Besichtigungsliste“. Wer im Saarland mehr Lust auf frische Luft hatte, sei bei den Bliesterrassen in Neunkirchen an der richtigen Adresse gewesen, berichtet die Neunkircher Rundschau. Am Nordufer der Blies in der Neunkircher Innenstadt sei ein Platz geschaffen worden, der dazu einlade, „dort zu verweilen, wo einst eine schroffe Böschung dem Fluss einen eher unschönen Charakter verlieh“. Der Zeitung zufolge honorierten die Besucher das und blieben gleich den ganzen Abend sitzen. „Leistungsschau der Architektur“ In Bayern heißt der TdA „Architektouren“. Die Besichtigungstouren mit Architekten fanden am gleichen Wochenende statt. Laut SZ, die das Ereignis als „Leistungsschau der Architektur“ bezeichnet, konnten Bayern-weit 221 Bauprojekte besichtigt werden. Die Bauten hätten Vorbildcharakter. Das sei umso wichtiger, „als die aktuelle Bau- und Siedlungstätigkeit in Bayern zunehmend Unbehagen auslöst“. Bauherren seien in der Gestaltung ihrer Bauten so frei wie noch nie. „Auf der anderen Seite führt diese Freiheit zu einem baulichen Kraut-und-Rüben-Verhau“, schreibt die SZ. Und zitiert Albert Scharf, den ehemaligen Intendant des Bayerischen Rundfunks, mit den Worten: „Wir bauen mitten ins Land Kraftwerke, Silos, riesige Hallen aus Stahl und Blech statt anheimelnder hölzerner Scheunen.“ Das sei „alles funktional, kühl und glatt, meist aber auch einfach hässlich, nicht selten unsäglich“. Scharf beklagt: „Uns ist beim Bauen das natürliche Stilempfinden abhandengekommen.“ Die SZ hält indes dagegen: „Trotzdem zeigen gerade die Architektouren, dass es nach wie vor auch vorbildliche Baukultur gibt.“ Schließlich gäbe es „vorzügliche Architektur jenseits des schrillen Wildwuchses in den Siedlungen, inklusive virtuoser Lösungen für Barrierefreiheit und Energieeffizienz“. Das passt zum diesjährigen Motto „Architektur schafft Lebensqualität“ ebenso wie die Präsentation von „besonders gelungener Innengestaltung“, wie der Bayrische Rundfunk online schreibt. „Ob Kiosk, Pumpstation, Künstleratelier oder Sporthalle“: Bei den „Architektouren“ in Bayern sei für alle Architekturinteressierten etwas dabei gewesen. In Penzberg, Osterhofen, Nürnberg, Oberpleichfeld, Augsburg und Kempten, wurden außerdem „insgesamt neun kreative und kindgerechte Mitmach- Projekte – vom Modellbau im Museum bis zum Bau von schwimmenden Objekten im Wasserkraftwerk – kostenlos angeboten.“ „Gute Stimmung“ und „schlechte Bezahlung“ Zum Anlass des TdA wirft heute.de einen Blick auf den Berufsstand und seine wirtschaftliche Situation (lesen Sie hierzu auch den Artikel „Unterbezahlt und unbezahlbar“). Heute.de berichtet von „guter Stimmung“ und „schlechter Bezahlung“ und zitiert Zahlen der Bundesarchitektenkammer. Demnach erziele „jeder Inhaber im Schnitt einen Überschuss (Umsatz minus Kosten) von 84.000 Euro pro Jahr, dieser relativ hohe Durchschnitt kommt aber durch wenige sehr gut verdienende Büros zustande. Der Überschuss liege „im Schnitt bei 43.000 Euro, von Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern bei 261.000 Euro je Inhaber. In mehr als einem Viertel aller Büros bleiben am Jahresende maximal 30.000 Euro je Inhaber übrig.“ Während heute.de eine negative wirtschaftliche Bilanz der Architektenschaft zieht, heißt es am Ende des Artikels: „Dennoch überwiegt die Freude am Beruf.“

Speziell seriell

Schnell, kostengünstig und qualitätsvoll: Das Bundesbauministerium, die BAK und die Wohnungswirtschaft fördern innovative Konzepte des seriellen Bauens. Worauf es ankommt. In vielen deutschen Großstädten wird der Wohnungsmangel allmählich zur Wohnungsnot. Preisgünstige Wohnungen müssen her. „Das serielle Bauen hat vor dem Hintergrund der Wohnungsnot neue Aktualität“, sagt Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK). Gemeinsam mit dem Bundesbauministerium (BMUB) und der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sucht die BAK nach Wegen aus der Krise. In einer Ausschreibung für „Serielles Bauen“ sollen Architekten neue Ideen für den Bau preisgünstiger Wohnungen in hoher Qualität präsentieren.  Dazu wurde ein europaweites Ausschreibungsverfahren gestartet. Ziel ist es, eine Rahmenvereinbarung über den Neubau von mehrgeschossigen Wohngebäuden in serieller und modularer Bauweise abzuschließen. „Presgünstiges Bauen mit hoher Qualität“ „Wir wollen das schnelle und preisgünstige Bauen mit hoher gestalterischer Qualität verbinden“, erklärt  Ettinger-Brinckmann ihre Motivation. Nur gut gestaltete Wohnungen und Häuser erfreuten sich über lange Dauer großer Beliebtheit und Anziehungskraft.  Die Herausforderung für Städte und Gemeinden bestehe darin, geeignete Flächen zu finden, auf denen gebaut werden kann. „Hier gilt es, die urbanen Räume zu verdichten, um nicht nur die bestehende Infrastruktur wirtschaftlich zu nutzen, sondern auch neue Großsiedlungen mit all ihren Problemen zu vermeiden“, gibt Ettinger-Brinckmann die Richtung vor. Für sie ist klar: „Es wird keine neuen Plattenbausiedlungen geben.“ Denn Architekten und Stadtplaner sähen den langfristigen Erfolg des seriellen Wohnungsbaus zwingend mit integrierten Stadtentwicklungskonzepten verknüpft. Gesucht werden neue, innovative Konzepte des Wohnungsbaus, die in wenigen Monaten bereits in Deutschlands Städten für zeitgemäßen Wohnraum und eine Marktentlastung sorgen können. Die Bundesarchitektenkammer klärt in einem PDF zum Thema auf. Hier finden Sie die Hinweise für Architekten. Hier finden Sie die vollständigen Vergabeunterlagen Mehr Informationen und Artikel zum Thema „bezahlbarer Wohnraum“ finden Sie in unserem DABthema „bezahlbarer Wohnraum“.

So sehen Sieger aus

Das Bundesbauministerium und die Bundesarchitektenkammer verleihen den Preis jährlich. Die Architektur der Schule prägt das gemeinsame Lernen. Sieger des Deutschen Architekturpreis 2017 ist ein Gymnysium. Sehen Sie selbst! Die Architektur der Schule prägt das Zusammenleben und das gemeinsame Lernen und schärft zugleich die Sinne für die Baukultur. Der Deutsche Architekturpreis 2017 rückte das Thema Bildung  in den Fokus. Die Jury wählte das Schmuttertal-Gymnasium der Architekten-Arbeitsgemeinschaft Florian Nagler und Hermann Kaufmann ZT zum diesjährigen Preisträger. Das Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, das im Auftrag des Landkreises Augsburg gebaut wurde, ist als ressourcenschonendes Plusenergiehaus in Holzskelettbauweise errichtet und in seiner architektonisch-pädagogischen Gestaltung zukunftsweisend. „Das klug und feinsinnig gestaltete Gebäude findet auf die wesentlichen ästhetischen, funktionalen und prozessualen Fragestellungen der Architektur durchweg überzeugende Antworten,“ begründet die Jur ihre Entscheidung.

DeutscherArchitekturpreis_

Bild 1 von 10

Sieger ist das "Schmuttertal-Gymnasium" in Diedorf von der Arbeitsgemeinschaft Herrmann Kaufmann ZT und Florian Nagler Architekten. Außerdem wurden ausgezeichnet...

Neben dem Sieger wurden zehn weitere Gebäude ausgezeichnet. Darunter befinden sich unter anderem der Gebäudekomplex „Altes Hafenamt“ Hamburg von der BOLLES+WILSON GmbH & Co. KG aus Münster, der Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart von den Berliner Staab Architekten sowie die Deutsche Schule in Madrid von dem ebenfalls in Berlin ansässigen Grüntuch Ernst Architekten. Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Gebäuden finden Sie hier. Bilder der Preisverleihung finden Sie hier.

Hüttenzauber 2.0

„Tiny houses“, „small architecture“ oder einfach Hütten: Der Trend um kleine Häuser trägt viele Namen. Drei Bildbände gehen der Faszination des neuentfachten Hüttenzaubers auf den Grund. Klein, funktional, hübsch, und das alles inmitten der Stadt: Der neue Trend zu kleinen, aber smarten und flexiblen Raum- und Gebäudelösungen ist auch in Deutschland angekommen. Angesichts des immer knapper und teuerer werdenden Wohnraums in den Städten ist das eine logische Entwicklung. Für Architekten gilt es, kreativ zu werden und den vorhandenen Raum besser zu nutzen. DABonline zeigt anhand von drei Bildbänden, was auf wenigen Quadratmetern Wohnfläche alles möglich ist. Das „Gestalten“-Buch „Raumwunder“ bietet „große Ideen für kleine Wohnungen“, wie es selbst vollmundig verspricht. Und das stimmt sogar: Die präsentierten Design- und Bauprojekte sind durchaus sehenswert, weil sie kreative Lösungen für kleine Wohnungen bereithalten. Und zwar dort wo der Platz begrenzt ist: in den Städten. Das Buch treibt zwar den Effizienzwahn um die eigenen vier Wände auf die Spitze, erscheint dabei aber angenehm unverkrampft. Im Großteil aller Buchbeispiele bleiben die Miniheime wohnlich. Die flexiblen Raumlösungen zeigen, wie Bücher, Fahrräder, Kleidung und sogar Betten auf nur wenigen Quadratmetern smart versteckt werden können. „Raumwunder“ ist damit auch ein Guide zu innovativen und überraschenden Wohnideen für Anwender und Architekten. Dabei schaffen die dargestellten Beispiele Erstaunliches: Zum Beispiel, wenn eine Ein-Zimmer-Wohnung genügend Platz für eine vierköpfige Familie bietet, oder wenn Treppen zu Kleiderschränken und Mülltonnen verwandelt werden. Die Architekturideen beweisen so, dass man auch mit wenig Wohnfläche ein gemütliches und modernes Heim schaffen kann. Ein weiteres Plus des Buches: Es bietet mit vielen Praxistipps Inspiration und Anregung für die eigene Arbeit.

Raumwunder2_Artikel_2

Das Buch „Winzig. Innovative Häuser im Mini-Format“ von Sandra Leitte, erschienen bei der Deutschen Verlagsanstalt, ist ein gutes Buch für den Coffeetable. Futuristische Blockhütten im Wald, Feriendomizile in Dreiecksform oder vollständige Wohnhäuser im Miniformat: Das alles findet man in diesem Buch. Mehr aber auch nicht. Der Bildband im handlichen Mini-Format präsentiert zwar rund 40 fantasievolle und teils inspirierende Projekte aus den USA, Europa und Asien. Leider geht Leitte aber nur sehr selten in die Tiefe. Angenehm ist hingegen, dass der Bildband nicht mehr sein will als er ist: ein Buch zum Blättern.

SmallArchitects_Artikel_

Bild 1 von 10

Das "Silo-Haus" steht in Berlin-Moabit. Jan Körbes und Denis Oudendijk zeichnet sich 2013 für das Minihaus verantwortlich.

Kleine Gebäude zwingen ihre Planer dazu, aus weniger mehr zu machen. Der Bildband „Small Architecture“ zeigt das auf eindrucksvolle Weise. Das Buch aus dem Taschen Verlag ist Nabelschau und Architekten-Inspiration zugleich. Obschon die dargestellten Objekte nur selten etwas für kleine bis mittelgroße Portemonnaies sind. Ein Puppenhaus für Calvin Klein in New York, ein Spielhaus für Kinder in Trondheim, Ferienhütten deluxe – all dies ist schön, aber teuer. Die Bandbreite der abgebildeten Architekten ist dabei dennoch bemerkenswert: Toyo Ito, der 2013 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, ist ebenso vertreten wie junge, aufstrebende Architekten aus Portugal, Chile, England und Neuseeland. Frische neue Talente zeigen zwischen weltberühmten Namen architektonische Innovation in kleinem Maßstab. Philip Jodidio: „Small Architecture“, Taschen Verlag, Köln, 2017, 584 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-8365-4790-1. Sandra Leitte: „Winzig. Innovative Häuser im Mini-Format„, Deutsche Verlagsanstalt, München, 2017, 224 Seiten, 29,95 Euro, ISBN 978-3-421-04023-7. Gestalten: „Raumwunder. Große Ideen für kleine Wohnungen„,  Die Gestalten Verlag, Berlin, 2016, 256 Seiten, 39,90 Euro, ISBN 978-3-89955-912-5. Noch nicht genug von Hütten? Hier finden Sie noch mehr.

Brutal schön!

Lange wurden brutalistische Betonbauten verachtet. Jetzt findet sie neue Fans. Mehr noch: Der Brutalismus erlebt ein Revival. Im Netz und in den Museen ist die Architektur der 1960er-Jahre der Renner. Zwei Bildbände zeigen Baukunst in Beton. Gestapelte Betonriegel in Georgien, Betonwaben in Israel und klobige Kirchen in Venezuela: Brutalistische Architektur wird gehasst oder geliebt. Peter Chadwick verehrt sie. Diese Liebe entstand zwischen den Betontürmen seiner Heimatstadt Middlesbrough. Chadwick war noch ein Jugendlicher, als die visionäre Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre ihn in seinen Bann nahm. Mit „This Brutal World“ widmet er den brutalen Betonbauten einen 220 Seiten starken Bildband, der Gebäude von den 1920er-Jahren bis heute dokumentiert. Chadwich ist jedoch kein Jünger der reinen brutalistischen Lehre. Zwischen die kantigen, meist grauen Riegel, Quader und Keile streut er filigrane Figuren und subtile Skulpturen. Geradezu verspielt kommen sie im Kontrast zu den stilgebenenden Elementen daher. Ein von Fernando Higueras und Antonio Mirò 1988 gestaltetes Kulturzentrum in der spanischen Hauptstadt Madrid setzt mit einer kleinteiligen Krone ebenso einen Kontrapunkt wie die 2011 erbaute georgisch-türkische Grenzstation von Jürgen Mayer H. mit ihrer runden Silhouette.

Brutalismus_Artikel_6

Bild 1 von 6

Etwas filigraner kommt auch der "Trans World Airlines Terminal" am JFK Airport in New York City, New York, USA daher. Eero Saarinen zeichnetet sich 1962 dafür verantwortlich.

Das im Londoner Phaidon Verlag erschienene Buch verzichtet leider auf die fachliche Behandlung einer gefährdeten Architekturform. So fehlt dem Buch, auch bei dem streng schwarz-weißen und vermeintlich dokumentarischen Stil, ein wenig die seriöse Tiefe. Weltbekannte Architekten wie Alvar Aalto, Frank Lloyd Wright, Le Corbusier, Mies van der Rohe, Oscar Niemeyer oder Zaha Hadid, die mit ihren Bauten gezeigt werden, können daran leider nichts ändern.

Brutalismus2_Artikel_

Bild 1 von 6

Das "Cultural Center of the Philippines" steht in Manila. Das Kulturzentrum wurde 1969 von Leandro Locsin konzipiert.

  Christopher Beanland versucht mit seinem Buch „Concrete Concept“ zumindest, die Logik hinter der brutalistischen Architektur zu ergründen. In der Einführung seines 192 Seiten langen Bandes, erschienen im Frances Lincoln Verlag, behandelt er die Anfänge der Betonriesen und widmet sich den stilistischen Wegbereitern des Brutalismus. Folgerichtig stellt er die Objekte nicht nur im Gegensatz zu Chadwick in Farbe, sondern überdies mit fachlichen Informationen zum originalen Nutzen, zur öffentlichen Wahrnehmung und zum aktuellen Zustand der Gebäude vor. Die 50 internationalen Bauten in „Concrete Concept“ wurden allesamt zwischen 1950 und 1979 erbaut. Von der Sozialplatte von Le Corbusier in Marseille über die „Torres Blancas“ genannten Wohntürme in Madrid bis zu Gottfried Böhms Wallfahrtsdom in Velbert-Neviges spannt Beanland den Bogen. Auf zwei Doppelseiten präsentiert er eine Weltkarte brutalistischer Architektur und schafft damit ein ansprechendes Kompendium für interessierte Architekten und Nicht-Architekten, die sich mit der Geschichte einer längst verdammt geglaubten Archteikturform befassen möchten. Peter Chadwick: „This Brutal World“, Phaidon, London, 2017, 220 Seiten, 39,95 Euro, ISBN 978-0-71487-108. Christopher Beanland: „Concrete Concept„, Frances Lincoln Limited, London, 2016, 192 Seiten, 17,99 Euro, ISBN 978-0-7112-3764-3. Noch nicht genug vom Brutalismus? Hier finden Sie noch mehr Informationen.

Mehr als Minarette

Kuppel und Minarett: Das ist eine Moschee, oder? Ein Buch beweist: Islamische Architektur kann mehr. DABonline zeigt „Europas Moscheen“. Ein Ort, der nach Mekka ausgerichtet ist und an dem man sich zum Gebet versammelt: Das ist eine Moschee. Und nicht ein Kuppelbau mit Minarett. Die Architektur des Islams ist vielfältiger als weithin angenommen: Die Verbreitung der Moscheen in der Welt und die ästhetische Reaktion auf verschiedenste Kulturen, Regionen und Menschen hat die Formen der islamischen Architektur über Jahrhunderte verändert. Immer wieder neu hat sie sich an lokale Bedürfnisse und Traditionen angepasst. Christian Welzbacher verbindet in seinem Buch „Europas Moscheen. Islamische Architektur im Aufbruch“ im Deutschen Kunstverlag historische und baukünstlerische Perspektiven des Islams. Mit offenem Blick porträtiert er die islamische Architektur der letzten Jahrzehnte in verschiedenen Ländern. Neben Beispielen zeitgenössischer Islam-Architektur aus Frankreich, Deutschland, England, Italien, Dänemark, Spanien und den Niederlanden werden auch Moscheen, Schulen und Islamzentren auf dem Balkan und in der Türkei beleuchtet. Welzbacher stellt Projekte und Protagonisten, Diskurse und Zusammenhänge vor. Er will Menschen zum Mitwirken auffordern statt lediglich dokumentieren.

Moscheen_Artikel_2

Bild 1 von 12

Moschee Rijeka; Architekten: Darko Clahovic, Branko Vucinocvic; Rijeka, Kroatien.

Eine Moschee ist traditionell so etwas wie ein Kulturzentrum. In ihr wird nicht nur gebetet. Alle Formen islamischer Kultur finden unter dem Dach einer Moschee Obdach. In Architektur übersetzt, beudetet das: Moscheen können mit Bibliotheken, schulischen Einrichtungen, Cafés, öffentliche Begegnungsstätten und sogar Einkaufszentren eine architektonische Verbindung eingehen. Besonders die im Buch vorgestellten neuen europäischen Moscheen zeigen dies auf unmissverständliche Weise: Nicht nur die Architektur, sondern die Gesellschaft insgesamt ist im Aufbruch. Christian Welzbacher: „Europas Moscheen. Islamische Architektur im Aufbruch“, Deutscher Kunstverlag, Berlin, 2017, 112 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3-422073-913.

Bewahren statt Zerstören!

Ausgebaute Scheunen, entfremdete Fabriken und aufgestockte Dächer: Ein Bildband zeigt An- und Umbauten – und die Symbiose von alt und neu. Text: Stefan Kreitewolf Ein Bildband aus dem Gestalten Verlag lädt auf architektonische Entdeckungsreise ein und präsentiert, wie Architekten Lebensräume von kleinen Veränderungen bis hin zu kompletten Renovierungsprozessen gestalten. Das ausgebaute Dachgeschoss, die alte Fabrik, die zum modernen Büro umfunktioniert wurde, oder auf gestockte Dächer: Das Buch „Upgrade. Neuer Wohnraum durch Anbauen und Umbauen„ zeigt alte Bausubstanz aus neuer Perspektive. Das kommt mitunter radikal daher: So wurden eine baufällige Scheune, ein heruntergekommenes Stadthaus oder eine halb zerstörte historische Gebäudefassade zum Teil im Urzustand erhalten, um aus den Kontrasten von alt und neu, zerfallen und intakt ein neues Selbstverständnis vom Heim zu erschaffen. Indes fasst das Buch nicht nur hochsolvente Bauherren ins Auge. Der Band beweist: Auch mit schmalem Budget lässt sich aus alten Mauern Neues und Begehrenswertes schaffen.

COVAR_Artikel_2

Bild 1 von 8

Landscape Laboratory, Außenansicht; Architekten: Cannatá e Fernandes; Guimaraes, Portugal.

Die präsentierten Projekte demonstrieren äußerst charmant, dass vorhandene Bauten und Materialien mit etwas Kreativität völlig neu erfunden und Modernes mit Altem kombiniert werden kann. Aufschlussreiche Vorher-Nachher-Fotos dokumentieren beeindruckende Verwandlungen. Interessierte erhalten dabei Informationen aus erster Hand: An den gezeigten Projekten beteiligte Architekten berichten, mit welchen Herausforderungen sie und ihre Bauherren konfrontiert wurden, und welche ungeahnten Potentiale in alten Gebäuden stecken. Ihr Credo lautet: Bewahren statt Zerstören! „Upgrade. Neuer Wohnraum durch Anbauen und Umbauen“, Die Gestalten Verlag, Berlin, 2017, 256 Seiten, 29,99 Euro, ISBN 978-3-89955-910-1 – in English: ISBN 978-3-89955-699-5. Eine weitere Lektüre zum Thema Anbau, Umbau und Aufstockung finden Sie hier.

Ko(s)mische Konstruktionen

Zwei Bildbände erwecken Bauwerke der versunkenen Sowjetunion zum Leben. Die Bilder dokumentieren Konstruktionen der sowjetischen Raumfahrt und ihre Übersetzung in die Alltagsarchitektur der 15 Teilrepubliken. Text: Stefan Kreitewolf In der Sowjetunion genossen die Raumfahrt und die Raketentechnik allerhöchste Priorität. Mit dem Start des ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik im Jahr 1957 und mit dem ersten bemannten Raumflug mit Juri Gagarin vier Jahre später erreichte der Kalte Krieg  eine neue Stufe: Es begann ein Wettstreit um die Vorherrschaft im Weltraum. Diese Weltraum-Begeisterung manifestierte sich auch in den futuristischen Formen der sowjetischen Baukunst.  Philipp Meuser ist den Architekturpionieren dieser Ära gefolgt. Sein Buch „Architektur für die russische Raumfahrt. Vom Konstruktivismus zur Kosmonautik: Pläne, Projekte und Bauten“ (mehr Details siehe unten) schreibt dabei nicht weniger als Geschichte. In dem Buch werden einst als geheim eingestufte Materialien zur Raumfahrtarchitektur gezeigt, unter anderem der Plan der ersten jemals konzipierten Weltraumstadt. Hinzu kommen die bislang unter Verschluss gehaltenen Bauten für die sowjetische Raumfahrt in Baikonur, Kaluga oder den geschlossenen Städten bei Moskau. In Meusers Buch berichten nicht nur Akteure der sowjetischen Raumfahrt, sondern auch Architekten wie Viktor Asse, der Planer des bis zum Zerfall der UdSSR geheimen Sternenstädtchens, und Galina Balaschowa, die Innenarchitektin und Entwurfszeichnerin sowjetischer Raumkapseln. Bei der Lektüre darf man neben all den Insider-Informationen aber auch schmunzeln, angesichts der Bonbonfarben der russischen Raumstationdesigns der 1950er-Jahre oder der Gigantomanie in Baikonur.

preview_fo_chaubin_cccp_03_1012131552_id_402104

Bild 1 von 9

Sowjetische Botschaft, Havanna, Kuba,1985. Foto: Frédéric Chaubin

In dem Bildband „CCCP. Cosmic Communist Constructions Photographed“ (mehr Details siehe unten) belebt Fotograf Frédéric Chaubin 90 Bauwerke aus der Schlussphase der Sowjetunion. Mit den poetisch anmutenden Bildern illustriert er die letzte Blütezeit der Kreativität der untergehenden Weltmacht zwischen 1970 und 1990. Anders als in den 1920er- oder 1950er-Jahren ist in den Fotografien keine einheitliche „Schule“ oder „Epoche“ zu erkennen. Die Bauten erwuchsen indes aus dem Chaos des implodierenden Sowjetsystems. Zugleich waren den Architekten damals keinerlei Grenzen gesetz. Der aus dieser schöpferischen Freiheit entstandene Stil-Mix fängt auch die Weltraum-Obsession jener Zeit ein. Oft scheint die Architektur wie von einem anderen Stern auf die Erde geschwebt zu sein. Modellskizzen einer Mondbasis bringen folgerichtig das Galaktische in die Baukultur. Architektur outta Space: Ein Forschungsinstitut trägt zum Beispiel eine abgestürzte fliegenden Untertasse auf seinem Dach. Der 312 Seiten starke Band spielt auch mit der Vermessenheit der sowjetischen Idee, den Weltraum beherrschen zu wollen und zeigt, wie dieser Gedanke auf der Erde in Bauten realisiert werden sollte. Philipp Meuser: „Architektur für die russische Raumfahrt. Vom Konstruktivismus zur Kosmonautik: Pläne, Projekte und Bauten„, Dom Publishers, Berlin, 2016, 412 Seiten, 78 Euro, ISBN 978-3-86922-219-6192. Frédéric Chaubin: „CCCP. Cosmic Communist Constructions Photographed“, Taschen Verlag, Köln, 2015, 312 Seiten, 39,99 Euro, ISBN 978-3-83652-5190. Noch nicht genug von Sozialismus und Sowjet-Charme? Hier finden Sie eine Typologie des sowjetischen Wohnungsbaus in einer Bildergalerie.

Glamourös gescheitert

Gescheiterte Visionen: Die Ruinen moderner Architektur wirken bedrohlich schön. Ein Buch vereint nun die größten Flops der Architektur. Text: Stefan Kreitewolf Archiflop führt zu den spektakulärsten Architekturflops der Welt. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute zeigt der Bildband monumentale Geisterstädte in Asien, traurige Überbleibsel amerikanischer Shoppingmalls und ein nie vollendetes Atomkraftwerk, das heute als Kulisse für ein Techno-Musikfestival dient. Im Kontext globaler Krisen erscheint die Buch gewordene Galerie der Gescheiterten aktueller denn je. Alessandro Biamonti, der in Mailand als Architekt, Kurator und Dozent für Design am Politecnico arbeitet, berichtet in unterhaltsamen Geschichten und beeindruckenden Fotos von ehrgeizigen Plänen, gescheiterten Visionen und überzogenen Erwartungen.

S048_cJauder-Ho_GettyImages-129765854

Bild 1 von 6

Sanzhi Pod City in New Taipei City, Taiwan: Die "Ufo"-Häuser wurden als Feriensiedlung errichtet, waren aber nie wirklich erfolgreich. Sie wurden bereits vor Jahrzehnten aufgegeben und erscheinen heute wie einem Sciencefiction-Film der 1960er-Jahre entsprungen. Foto: Jauder Ho/Getty Images

Das Buch, erschienen im DVA, reflektiert die Ursachen architektonischer Flops und beleuchtet so nationale sowie internationale Immobilienblasen ebenfalls wie die exzessive Ausbeutung von Bodenschätzen. Der so oder andersartig ausgelöste Verfall von Bauten und ganzen Ansiedlungen erzeugt Bilder von bedrohlicher Schönheit, in denen die Diskrepanz zwischen der Kurzatmigkeit des Spekulationsobjektes und der Dauerhaftigkeit der baulichen Konsequenzen ins Auge fällt. Alessandro Biamonti: „Archiflop: Gescheiterte Visionen. Die spektakulärsten Ruinen der modernen Architektur“, Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2017, 192 Seiten, 120 Farbfotos, 29,95 Euro, ISBN: 978-3-421-04053-4.

Hütten im Hinterland

Viele Menschen sehnen sich nach Ruhe, Einsamkeit und Einfachheit. Kein Wunder also, das sie nach einem individuellen Rückzugsort suchen. Ein Bildband stellt die Architektur gewordenen Sehnsüchte vor. Text: Stefan Kreitewolf Die Welt ist voll – und mit ihr die Städte. Bis 2050 leben vermutlich 66 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, heute wohnt bereits die Hälfte der Menschheit in urbanen Ballungsräumen. In der Hektik des Alltags sehnen sich viele Städter nach Ruhe in der Natur. Die Einsamkeit ist plötzlich erstrebenswert. Und mit ihr die Einfachheit. Der Wunsch nach einem einfachen Leben offenbart sich in rustikalen Holzhütten. Vielerorts werden Baumhäuser zu Kleinoden. Es geht aber auch luxuriös und mondän. Eines haben aber alle gemein: Sie sind der Gegenentwurf zur Stadt. „The Hinterland“ aus dem Gestalten Verlag zeigt die unterschiedlichsten Rückzugsorte. Der Prachtband vereint Holzhütten, Baumhäuser und Luxus-Verstecke mit großformatigen Bildern. Die Architektur gewordenen Sehnsüchte der Städter sind vor allem eines: wunderschön anzuschauen.

thehinterland_press_p238-239

Bild 1 von 5

Ein Ort der totalen Abgeschiedenheit sollen die beiden Holzhütten an der neuseeländischen Küste sein. Eine Unterkunft ist sehr dunkel, wie eine Höhle, gehüllt in dunkle Farben und mit nur wenigen Fenstern und Lichtblicken. Die andere Hütte ist hell und einladend.

Sven Ehmann & Robert Klanten The Hinterland – Cabins, Love Shacks and Other Hide-Outs Ein 288 Seiten starker, großer Bildband zum Blättern mit kurzen ­Erläuterungen zu 67 Rückzugsorten, die weltweit gebaut wurden. Praktisch sind die Infos zu allen Architekten am Ende des Buchs. Gestalten Verlag, Berlin, 2016, 288 Seiten, 39,90 Euro; ISBN: 978-3-89955-663-6  

Himmelhohe Paradiese

5 ©Cordia Schlegelmilch -TASCHEN

Bild 1 von 5

Auf dem Dach es Fichtebunkers in Berlin entstanden 13 Häuser mit ebenso vielen Gärten. Verde-Gartengestaltung führte hier die landschaftsarchitektonische Feder. Bild: ©Cordia Schlegelmilch - TASCHEN

Es wird eng in den Städten. Architekten erschließen deshalb die Höhenlagen der Metropolen. Ein Bildband zeigt Freiflächen auf hohem Niveau. Text: Stefan Kreitewolf Während die Innenstädte immer voller und dichter besiedelt werden, drängen Stadtlandschaften sowohl in die Breite als auch in die Höhe. Architekten und Städteplaner experimentieren mit neuen Bauwerken, suchen aber auch die bestehenden nach neuen Möglichkeiten der Erweiterung und Ausdehnung ab. Vor allem die Gebäudedächer, die früher kaum berücksichtigt wurden, haben sich zu einem eigenen städtischen Lebensraum entwickelt, der sowohl neue Wohnflächen schaffen als auch eine Oase für die Flucht vor der Großstadthektik bieten kann. Der Prachtband katalogisiert diese neue urbane Dimension. Philip Jodidio Rooftops – Islands in the Sky Ein 384 Seiten starker, großer Bildband zum Blättern mit kurzen ­Erläuterungen zu 47 Dachgärten und -terrassen, die weltweit gebaut wurden. Praktisch sind die Kontakte und Kurzbiografien aller Architekten am Ende des Buchs. Taschen Verlag, Köln, 2016, 384 Seiten, 49,99 Euro; ISBN-10: 3836563754.   Mehr Informationen und Artikel zum Thema Dächer finden Sie hier.

„Wir müssen umdenken“

Die Stadt der Zukunft steht im Fokus der Fraunhofer-Sonderschau „Stadtlabor“. Im DABinterview erklärt Astrid Achatz, warum das wichtig ist. Interview: Stefan Kreitewolf Frau Achatz, warum heißt die BAU-Sonderschau der Fraunhofer-Allianz Bau „Stadtlabor“? Mit dem Titel wollen wir darauf aufmerksam machen, dass unser Produkt Forschung und Entwicklung ist, wobei wir Städte, Quartiere, Bauelemente und Baustoffe sowie Prozesse rund um Planen, Bauen und Betreiben genauer unter die Lupe nehmen. Was liegt Ihnen bei der Sonderschau besonders am Herzen? Insgesamt wollen wir die große Vielfalt der Fraunhofer-Bauforschung darstellen und damit aufzeigen, dass es auch in der als wenig innovativ verschrienen Baubranche durchaus möglich ist, spannende, zukunftsweisende und gleichzeitig anwendungsorientierte Lösungen anzubieten. Besonders am Herzen liegt uns dabei, dass wir in der Wissenschaft den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Warum sollte ich als Architekt oder Planer zu Ihnen kommen? Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen treiben wir die Digitalisierung der Baubranche voran und präsentieren Erfahrungen mit BIM ebenso wie verschiedene Simulationsprogramme für die Optimierung von Raumklima, Energieeffizienz und der zivilen Sicherheit von Quartieren. Außerdem stellen wir multifunktionale Fassadenelemente vor, die attraktive Lösungen für bauwerksintegrierte Solarthermie oder vertikale, bodenungebundene Begrünung bieten. Astrid Achatz, Geschäftsführerin Fraunhofer-Allianz Bau. Was tun Sie als Fraunhofer-Allianz Bau für Architekten und Planer? Wir bieten den Architekten und Planern eine zentrale Anlaufstelle bei Fraunhofer für Fragen und Lösungen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen. Dazu gehören Energie- und Ressourceneffizienz, Advanced Materials, Bausysteme und Komponenten, Prozessoptimierung, Komfort und Gesundheit, Sicherheit, Smart Buildings und Cities. Lassen Sie uns in die Zukunft schauen: Wie sieht die ideale Stadt der Zukunft aus? Um es auf den Punkt zu bringen: Die Stadt der Zukunft muss nachhaltig und möglichst autark sein – und das nicht aus Luxusgründen, sondern aus existenziellen. Wir werden außerdem lernen müssen umzudenken. Digitalisierung, Industrie 4.0 und der schnelle Wandel halten jetzt schon Einzug in unsere Stadt. Das wird auch konzeptionell umgesetzt werden müssen: Wohnen, Arbeiten und Produzieren werden nicht mehr strikt voneinander getrennt sein, vielmehr ergeben sich daraus neue Strukturen und Herausforderungen. Die Möglichkeiten, die wir erdenken können sind schier unerschöpflich und genau das ist das Spannende. Mehr Artikel und Informationen zur BAU 2017 finden Sie in unserem DABthema zur BAU 2017.

„Mehr als Barrierefreiheit“

Auf der BAU zeigte die Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT), wie generationengerechtes Bauen funktioniert. Im DABinterview erläutert die GGT-Chefin Martina Koepp, worauf Planer und Architekten besonders achten sollten.   Interview: Stefan Kreitewolf Unter dem Leitthema „Bauen und Wohnen 2020“ präsentierte die GGT auf der BAU 2017 eine Musterimmobilie zum Thema „Generationengerecht Bauen“. Auf zwei Etagen können Besucher die neueste Technik ausprobieren und anfassen – von der Großmutter bis zum Kleinkind. Frau Koepp, Ihre BAU-Sonderschau fokussiert das Thema Generationengerechtigkeit. Was meinen Sie damit genau? Generationengerechtigkeit bedeutet für uns: Lebensraum – insbesondere Wohnraum – so zu gestalten, dass er für alle Generationen lebenswert ist. Egal ob jung, alt, dick, dünn, klein oder groß. Es geht uns nicht nur um alters- oder behindertengerechten Wohnraum, sondern um seine flexible Gestaltung, sodass er verschiedene Lebensphasen seiner Nutzer überdauert. Martina Koepp ist Geschäftsführerin der GGT. Warum ist das gerade jetzt wichtig? Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist das Thema aktueller denn je. Die Altersstruktur verändert sich. Alle leben immer länger, möchten aber auch umso länger im eigenen Wohnraum bleiben. Und das geht eben nur mit generationengerechter Architektur. Gerade der Bestand muss entsprechend angepasst werden. Wie kann das Smart Home dabei unterstützen? Hilft Gebäudeautomation? Smart Home ist für mich als Begriff etwas schwierig. Für mich ist ein cleveres Gebäude ein Haus, das den Anforderungen der Nutzer genügt. Wie viel smarte Technik dabei im Spiel sein muss, das muss der Bewohner selbst ganz individuell entscheiden. Deswegen bedeuten Smart Home und Gebäudeautomation für jeden etwas Anderes. http://www.vimeo.com/200801856 Jetzt stehen wir hier in einer schönen Immobilie auf Ihrer BAU-Sonderschau. Wie muss ein Haus gebaut werden, um altersgerecht zu sein? In erster Linie gehört eine vorausschauende Planung dazu. Möglichst frühzeitig sollte entschieden werden, welche Anforderungen es gibt und wie diese zu realisieren sind. In der Planungs- und Bauphase muss also vieles schon mitbedacht werden. Das altersgerechte Haus sollte möglichst schwellenlos geplant werden. Außerdem sollten Kommunikations- und Lichtachsen eingebaut werden. Es geht immer darum, einer pflegebedürftigen Person den Kontakt mit allen anderen Nutzern des Hauses zu ermöglichen. Weitere Stichworte sind selbstverständlich eine nutzergerechte Gebäudeautomation und eine entsprechend ausgefrachtete Badgestaltung. Worauf sollte ich als Architekt und Planer besonders Acht geben? Die flexible Gestaltung der Innenräume ist das Wichtigste. Es sollten verschiebbare Wandelemente eingeplant werden, sodass neue Räume – je nach Alter, Mobilitätsgrad und Anforderungsprofil – auch kurzfristig, ohne größere Eingriffe in die Bausubstanz, entstehen können. Die Anpassungsfähigkeit des Gebäudes ist für mich das A und O jeder vorausschauenden Planung. Lassen Sie uns zum Ende des Interviews in die Zukunft schauen: Wie sieht Ihre ideale Immobilie 2020 aus?  Wir als GGT wollen, dass altersgerechtes Wohnen und Bauen zur Normalität und Selbstverständlichkeit wird. Das mitwachsende und mitalternde Haus sollte 2030 schon normal sein. Aber bis dahin ist noch viel zu tun. Mehr Artikel und Informationen zur BAU 2017 finden Sie in unserem DABthema zur BAU 2017.

Die BAU ist eröffnet

Die BAU 2017 hat ihre Pforten geöffnet. 2.120 Aussteller sind mit von der Partie. Das DAB berichtet live von der Weltleitmesse in München. Text: Stefan Kreitewolf Die Türen öffnen sich, vor der Tür wartet die Menge und drängt in die Münchener Messehallen. Die BAU 2017 ist eröffnet. Auf 183.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bieten Anbieter alles Erdenkliche zum Thema Architektur und Bauen. Schon nach kurzer Zeit drängen sich Menschenmassen in den Gängen und fachsimpeln über Gebäudetechnik (, wie Sie in diesem Video sehen können). Thematische Schwerpunkte der BAU sind in diesem Jahr das serielle Bauen mit industriell vorgefertigten Teilen, die Digitalisierung der Gebäudetechnik und die Sicherheit von Bauten. Neben der Präsidentin der Bundesarchitektenkammer Barbara Ettinger-Brinckmann war auch die Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) sowie die Präsidentin der bayrischen Landesarchitektenkammer Christine Degenhart zur Eröffnung vor Ort. Das Thema Sicherheit treibt Reinold Becker an. Der Architekt aus Stuttgart will sich auf der BAU neue Impulse zum Thema holen „Sicher muss ja nicht immer hässlich sein“, sagt er. Angesichts der bundesweit stark gestiegenen Einbruchzahlen ist Becker nicht allein in seinem Interesse. Viele Hersteller verzeichnen aktuell eine starke Nachfrage bei Sicherheitstechnik. Um einbruchshemmenden Fenster und Türen, Neuheiten zur Videoüberwachung und zu Alarmanlagen bilden sich auf der BAU Menschentrauben. Die Sicherheitstechniker unter den Ausstellern haben am ersten Messetag viel zu tun. Ein zweites Schwerpunktthema ist sicherlich der Klimaschutz. Bundesbauministerin  Hendricks ist „von der Stärke der deutschen Bauwirtschaft überzeugt – gerade auch als Klimaschutzbranche“. Deutschland baue den Klimaschutz, sagte sie zur Messeeröffnung. Im Bausektor sieht sie eine Trendwende kommen. „Auf der BAU 2017 ist die positive Aufbruchsstimmung deutlich spürbar“, sagte Hendricks. Mehr Informationen und Artikel zur BAU 2017 finden Sie im DABthema zur BAU.

Virtuelle Kinderräume

Die Website archiraum.de will Kinder auf ihre gebaute Umwelt aufmerksam machen. Entwickelt von zwei Architektinnen, gelingt das spielerisch. Text: Stefan Kreitewolf „Lass’ uns mehr entdecken, los geht’s“, beginnt David euphorisch. Er erklärt berühmte Bauwerke wie das Münchener Olympiastadion oder den CCTV-Tower in Peking in klaren Worten und ganz simpel. Und noch dazu immer abrufbar und kostenlos im Internet auf der Seite archiraum.de. Mit David und seiner Freundin Lili können Acht- bis 14-Jährige dort die Welt des gebauten Raums kennen lernen. Die beiden Animationsfiguren fungieren als Reiseführer durch die virtuelle Welt der interaktiven multimedialen Webseite, die spielerisch Wissen vermittelt und zugleich Kreativität und Fantasie fördert. Ein Auto braust über die Straße, eine Wolke fliegt am Horizont vorbei und ein Segelschiff wird vom Wind durch den Hafen getrieben: Bei archiraum.de passiert immer etwas – wie im echten Leben. Begleitet von Lily und David werden die Kinder in die dynamische Stadtlandschaft mit Gebäuden, Grünflächen und Verkehrsmitteln eingeführt. Mithilfe verständlich erzählter Filme öffnet sich ihnen das Themenfeld Architektur. Deswegen ist die Seite einfach strukturiert. Mit Klicks auf die bunten Stadtelemente können Kinder verschiedene Baubereiche erforschen. „Architektur ist überall, auch im Alltag von Kindern“, sagt die Erfinderin Emanuela Parma. Die Frankfurter Architektin hat die Seite gemeinsam mit ihrer Flörsheimer Kollegin Bettina Gebhardt  realisiert. Entstanden ist die vom Bund geförderte Webseite im Rahmen von „Ein Netz für Kinder“, einer Initiative der Bundesregierung mit dem Ziel, das Vertrauen von Kindern, Eltern und Pädagogen in das Medium Internet zu stärken. Gebäude erzählen Geschichten Die vier Themen Statik, Fassade, Energie oder auch Bionik werden spielerisch und anhand von bekannten Objekten erläutert. Jeweils zwölf Lern- und Kreativspiele vermitteln Wissen und vertiefen die Auseinandersetzung mit den Bauten. Sie machen Zusammenhänge zwischen Architektur und Umwelt, Kunst oder Wirtschaft erfahrbar. Bei Schätzaufgaben und Rätseln können kindliche User Punkte sammeln. Sie können entweder auf einer Onlinebaustelle für Baumaterialien oder für virtuelle Architekturreisen eingelöst werden. Das Gute an archiraum.de ist: Hinter jedem Klick verbirgt sich ein Sinn. Die Seite ist vielschichtig aufgebaut und wird nicht langweilig. So lernen Kinder anhand von kleinen Texten, Tönen, Bildern, Filmen und Animationen etwas über Baumaterialien; einzelne Bauwerke erzählen ihnen ihre Entstehungsgeschichte. Sie erfahren, welche Rolle Zahlen und Maßstab, Geometrie und Statik beim Bau spielen. Selbst moderne Energiequellen oder Bionik werden auf abwechslungsreiche Weise behandelt. Und es darf experimentiert werden: Kinder können Längen schätzen, selbst bauen und Rätsel lösen. Die Mischung aus Info, Knobeleien und Quiz-Einlagen macht Spaß, vermittelt Wissen und bietet Raum für Nachfragen und eine weitere Beschäftigung mit den Themen. Dennoch gibt es auch Verbesserungspotenzial für die Internetseite. Leider bricht der Text häufig um, sodass ganze Sätze schwer lesbar sind. Ob Titel wie „Bionik“ wirklich kindgerecht sind, ist zumindest fraglich. Nichtsdestotrotz bietet Archiraum.de mit seinen vielen kleinen und liebevoll gestalteten Elementen ein im Internet einmaliges Angebot für Kinder, die sich für ihre gebaute Umwelt interessieren. Das Projekt der beiden Architektinnen startete bereits 2012. „Erst vier Jahre später war das Spiel dann online“, erzählt Erfinderin Parma. Sie wünscht sich, „dass Architektur auch in Schulen mehr beachtet wird – es ist für Kinder überaus spannend, wie viele Disziplinen sich in diesem Fach vereinen.“ Das Online-Spiel finden Sie hier.

In Zukunft gesündere Büros

Das Forschungsprojekt „My future Office“ will die Gesundheit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessern. Auf der BAU werden die Forschungsergebnisse präsentiert. Text: Marion Goldmann Das Sentinel Haus Institut und der TÜV Rheinland haben im Rahmen ihrer Initiative „Gesündere Gebäude“ das Forschungsprojekt „My future Office“ gestartet. Gemeinsam mit Wissenschaftlern, Medizinern und Herstellern werden in den nächsten drei Jahren Lösungen für eine optimale Arbeitsplatzgesundheit geschaffen. Neben Grundlagenforschung und dem Bau von Modellräumen geht es in der dritten Phase des Projektes darum, die Erkenntnisse praxisnah umzusetzen und zu kommunizieren. Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts: „Für einen hohen Praxisbezug arbeiten wir von Anfang an mit Bauherren, Architekten und Handwerkern zusammen.“ Auch deshalb werden schon jetzt dafür Neubau- und Sanierungsobjekte gesucht. Interessierte Architekten sind hier also willkommen. Vorgestellt wird „My future Office“ am Dienstag, den 17. Januar in der Zeit von 14.00 bis 16.00 Uhr im Raum B61, der sich im 1. Obergeschoss der Halle B6 befindet. Neben Peter Bachmann (Sentinel Haus Institut) und Dr. Walter Dormagen von TÜV Rheinland gehören neben Investoren auch Architekt Werner Frosch von Henning Larsen Architects zu den Referenten. Wegen des begrenzten Platzangebotes wird um frühzeitige Anmeldung (hier) gebeten. Auf dem Messestand 200 in Halle B6 können sich Interessenten ebenfalls informieren. „My future Office“ ist deutschlandweit das bislang einzige Projekt dieser Art. Hintergrund ist, dass Schadstoffe in der Raumluft, zu wenig Tageslicht, schlechte Akustik und ein ungünstiges Raumklima den Krankenstand und die Unzufriedenheit der Mitarbeiter erhöhen. Das führt folglich zu einer geringeren Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und ist schlecht für den Arbeitgeber. Deshalb ist das Spektrum der Untersuchungen auch so breit gefächert. Peter Bachmann: „Es wird alles untersucht, was die Leistungsfähigkeit und die Befindlichkeiten der Nutzer beeinflusst. Dazu gehören neben den genannten Aspekten zum Beispiel auch der Blendschutz und antibakterielle Oberflächen.“ Außerdem will man gesundheitliche Fragen behandeln, zu denen bis heute die Antworten noch fehlen. Zum Beispiel, welche Wechselwirkungen lösen etwa Reinigungsmittel nach mehrmaliger Anwendung aus oder wie geht man am besten mit alten Dispersionsfarbenanstriche bei der Sanierung um. Bei dem Forschungsprojekt spielt nicht zuletzt auch die Nachhaltigkeit eine Rolle, die konform zu den existierenden Zertifizierungs-Systemen behandelt werden soll. Hier bringt Christian Donath (Geschäftsführer in der Gründungsphase der DGNB) seine Expertise ein. Demnach werden keine neuen Bewertungskriterien erstellt, sondern die Anforderungen der für die Bewertung der Raumqualität im Büro relevanten Kriterien abgeglichen und gegebenenfalls vertieft. Eigentümer von Immobilien, die aktuell noch kein Nachhaltigkeits-Zertifikat anstreben, sollen so die Möglichkeit erhalten, den Nutzern die Vorzüge und die Werthaltigkeit des Gebäudes in Bezug auf Gesundheit und Behaglichkeit transparent darzustellen. Weitere Informationen gibt es hier.

Zehn goldene Mittelfinger

Donald Trump ist der 45. US-Präsident. Seine hochtrabenden Pläne spiegeln sich in seinen Wolkenkratzern wider. Um die Welt in zehn Trump-Türmen. Die Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten hat die Welt in Aufruhr versetzt. Seine hochtrabenden Pläne schlagen sich auch in der Architektur seiner Wolkenkratzer nieder. Der Immobilienmogul pflegt eine oligarchische Ästhetik. Sein offensiv zur Schau getragener Neureichtum ist für das geschulte Auge bisweilen schwer zu ertragen.Seine Wolkenkratzer ragen überall auf der Welt wie goldene Mittelfinger in den Himmel. Spötter witzeln bererits, der Milliardär wolle nun auch das Weiße Haus, den traditionellen Amtssitz des amerikanischen Präsidenten, umbauen lassen und in einen seiner Glitzertürme verwandeln. Das Deutsche Architektenblatt wirft einen Blick auf Trumps bauliches Schaffen. Wo überall auf der Welt stehen seine Tower? Wie sehen sie aus? Wieviel kostet das alles? Und wer hat sie gebaut? Zehn Trump-Tower in der Übersicht. Trump Tower, New York City (USA) Der Trump Tower in New York City (NYC) ist mit seinen 58 Etagen mitten in Manhattan das Zuhause von Donald Trump, Hauptsitz seiner Unternehmen und fungierte im Wahlkampf als Hauptquartier seines Kampagnenteams. Das Wohn- und Bürogebäude wurde 1983 vom US-amerikanischen Architekten Der Scutt errichtet. Allein das Atrium geht über sechs Etagen und erstrahlt in rosa Marmor und Gold. Das Gebäude ist 202 Meter hoch. Es belegt allerdings nur den 64. Platz der höchsten Gebäude von New York. Trump World Tower, New York City (New York, USA) Der Trump World Tower ist indes eines der höchsten und teuersten Wohnhäuser der Welt. Er befindet sich an der United Nations Plaza ebenfalls in Manhattan, NYC. Das Gebäude wurde im Jahr 2001 nach einer Bauzeit von zwei Jahren vom griechischen Architekten Constantine Andrew Kondylis fertiggestellt. Mit einer Höhe von 262 Metern und 72 Stockwerken war es von 2001 bis 2011 das höchste Wohnhaus in New York City und den Vereinigten Staaten. Trump SoHo, New York City (New York, USA) Das Trump SoHo ist das Luxushotel des designierten mächtigsten Mannes der Welt. 2006 startete der Bau. Das New Yorker Unternehmen Handel Architects führte den Bau aus. Vier Jahre später 2010 wurde es eröffnet. Das 46 Stockwerke umfassende Gebäude kostete 450 Millionen US-Dollar. Die Pläne für das Gebäude wurden im Rahmen der Reality-Sendung „The Apprentice“ (deutsch: der Lehrling), in der Trump von 2004 bis 2011 medienwirksam immer neue Mitarbeiter suchte, erarbeitet. Trump International Hotel and Tower, Las Vegas (Nevada, USA) Natürlich darf Trump auch in der Spielermetropole Las Vegas nicht fehlen. Der Trump International Hotel and Tower ist 189 Meter hoch und damit das dritthöchste Gebäude der Stadt. Der Turm verfügt über 64 Geschosse. Der Spatenstich erfolgte im Jahr 2005, drei Jahre später, im Jahr 2008, wurden die Bauarbeiten gemeinsam mit dem Architekten Joel Bergman beendet. Das Gebäude fällt in der Skyline der Stadt auf, weil die Fassade golden schimmert. Stilecht wurde unter der Dachkante der Schriftzug „Trump“ angebracht. Trump Towers, Sunny Isles Beach (Florida, USA) Trump ist auch im Sonnenstaat Florida mit einem eigenen Wolkenkratzer vertreten – nämlich in Sunny Isles Beach. 261 Zimmer, Suiten und Ferienwohnungen versprechen unweit von Miami in einem Dreier-Turm Luxus auf höchstem Niveau. Das US-amerikanische Architekturunternehmen Sieger-Suárez baute das direkt am Strand gelegene 43-stöckige Ferienparadies bis 2009. Eine virtuelle Führung durch Trumps Triple-Tower gibt es hier. Trump International Hotel and Tower, Chicago (Illinois, USA) Der Trump International Hotel and Tower, kurz auch Trump Tower, ist ein 98-stöckiger Wolkenkratzer in Chicago, der im Jahr 2009 fertiggestellt wurde. Er ist seitdem das zweithöchste Gebäude der Stadt und das derzeit vierthöchste der USA. Das Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill verantwortete den Bau von 2005 bis 2009. Es kostete 750 Millionen US-Dollar. Der Wolkenkratzer wurde vollständig in Stahlbetonbauweise errichtet. Trump International Hotel and Tower, Toronto (Kanada) Auch außerhalb der USA ist Trump als Immobilienmogul tätig, zum Beispiel im benachbarten Kanada. In Toronto steht der Wolkenkratzer Trump International Hotel and Tower. Mit seinen 281 Metern ist das Gebäude nicht zu übersehen. Es beherbergt ein Fünf-Sterne-Luxushotel sowie Wohnungen und Apartments. Der offizielle Baubeginn war am 12. Oktober 2007. 2012 wurde es eröffnet. Der deutsch-kanadische Architekt Eberhard Heinrich Zeidler verantwortete den Bau. Er verschlang 275 Millionen US-Dollar. Trump Tower, Manila (Philippinen) Auch in Asien ist Trump aktiv. In der philippinischen Hauptstadt Manila soll noch in diesem Jahr ein Trump Tower eröffnet werden. Der vor Ort als Trump Tower at Century City bekannte Wolkenkratzer soll dann Eigentumswohnungen beherbergen. Der Spatenstich erfolgte im Juni 2012. Die Kosten werden auf 150 Millionen US-Dollar geschätzt. Broadway Malyan war als Architekturbüro am Bau beteiligt. Bei Fertigstellung wird der Trump Tower das höchste Gebäude der Philippinen sein. Trump Ocean Club, Panama City (Panama) Der Trump Ocean Club in Panama ist das höchste Gebäude Lateinamerikas. Das ist zumindest bemerkenswert, hatte Trump im Wahlkampf doch gegen Latinos gewettert und gedroht, sie kollektiv abzuschieben. Dass er im Gegenzug in Lateinamerika Geschäfte macht, scheint indes kein Probolem für ihn zu sein. 284 Meter und 70 Stockwerke hoch ist seine 2010 eröffnete Edelherberge in Panama City. 400 Millionen US-Dollar durfte das Architekturbüro Arias Serna Saravia verbauen. Trump Towers, Istanbul (Türkei) Trumps Auslandsengagement zeigt: Seine Pläne gingen bereits vor seiner Präsidentschaftskandidatur über die USA hinaus – zum Beispiel in die Türkei. Mit dem Land verbindet ihn nicht nur eine Freundschaft mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan, sondern das Geschäft. In Istanbul besitzt er ebenfalls Türme. Die türkischen Trump Tower eröffneten 2010. Die Baukosten sind nicht bekannt. Das Gebäude wurde von der deutsch-türkischen Architektin Brigitte Weber gebaut. Es sind die ersten Trump-Tower in Europa.

Gebündeltes Wissen zum Anfassen

Auf der Sonderschau des ift Rosenheim wird anhand von Musterfenstern und -türen der hohe Anspruch an Bauelemente veranschaulicht. Zusätzliche werden hilfreiche Lösungen zur Planung und Ausschreibung angeboten. Text: Marion Goldmann „Quality follows Funktion“ lautet das Motto, unter dem das ift Rosenheim auf dem Stand 505 in Halle C4 auf der Bau 2017 „anwendungsorientierte“ Bauqualität präsentiert. Gewählt wurde dieses Thema, weil die Anforderungen an Fenster und Türen in den letzten Jahren stark gestiegen. Je nach Einsatzort gibt es große Unterschiede. Ein Fenster in einer Wohnung muss schließlich anderen Ansprüchen genügen als eines im Pflegeheim. Entsprechend setzt die Ausstellung auch bei der Nutzung an. Die Unterschiede werden anhand typischer Szenarien für ein Klassenzimmer, ein altersgerechtes Wohnzimmer sowie Wohnen auf hohem Niveau anhand von Musterfenstern dargestellt. Ergänzend werden die Besucher über die normativen und technischen Grundlagen sowie die Herstellung und Montage informiert. Besonders Architekten empfiehlt der Leiter Öffentlichkeitsarbeit Jürgen Benitz-Wildenburg für die Planung und Ausschreibung des ift Rosenheim: „Architekten können damit schnell erkennen, welche Eigenschaften und Anforderungen ein Fenster in einer Schule oder Pflegeinrichtung erfüllen muss.“ Außerdem ist ein Teil der Ausstellungsfläche als Aktionszone für Barrierefreiheit mit verschiedenen Schwellenkonstruktionen konzipiert. Hier können Besucher selbst testen, wie unterschiedlich der Kraftaufwand beim Überfahren mit einem Rollstuhl von unterschiedlichen Schwellenhöhen und -geometrien Visuelle Einschränkungen, wie Beeinträchtigungen durch den grauen Star und andere Augenkrankheiten, werden durch verschiedene Brillentypen erlebbar. Ein zweiter Bereich der Aktionsfläche ist der Nutzungs- und Einbruchsicherheit gewidmet. Das dritte Thema behandelt das luxuriöse Wohnumfeld. Hier werden ein Fenster und eine Tür präsentiert, die über alle heute möglichen technischen Finessen verfügen. Als traditionelles ift-Thema darf natürlich auch die fachgerechte Montage nicht fehlen. Für die Präsentation steht ein aktuell viel diskutiertes Thema im Fokus: Gezeigt werden Montagesysteme, die sich für den Einbau in Wärmedämmverbund-Systeme eignen und einbruchhemmend sind. Vorgestellt werden erhältliche Lösungen, die stabile Befestigungen der Bauelemente ermöglichen.

Der besondere Blick

In den Sonderschauen werden die Leitthemen der BAU thematisiert – aus verschiedenen Blickwinkeln und unter unterschiedlichen Gesichtspunkten. Die BAU-Sonderschauen im Überblick. Bauen 2020: Von der Energieeffizienz zur Produkteffektivität Der Fast-Nullenergie-Standard für Neubauten kommt! Die fürs Bauen ohnehin wichtige Prämisse der Energieeffizienz wird damit zum relevantesten Verkaufsargument. Die Sonderschau der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) nähert sich dem Thema aus der heutigen Sicht und zeigt, was noch getan werden muss und welche Kennwerte zu optimieren sind. Wo? Halle C2: Stand 303. Fraunhofer StadtLabor: die Zukunft unserer Städte 14 Fraunhofer-Institute stellen den aktuellen Stand ihrer Arbeit vor: Gebäude, die energieeffizient denken. Fassaden, die das Raumklima positiv beeinflussen. Städte, die weder Müll noch Abwasser produzieren. Das alles ist keine Vision, sondern schon heute relevant – und deswegen auf der BAU-Sonderschau zu bestaunen. Wo? Halle C2: Stand 538. Wohnungswirtschaft im Wandel – Generationengerecht Bauen 4.0 Mehr Komfort in allen Lebensphasen – das ist das Credo der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT), dem Paten der Sonderschau. Was eine generationengerecht geplante Immobilie leisten soll, wird hier veranschaulicht. Und zwar live am lebenden Konzept in einer GGT-Musterimmobilie samt innovativen Produktlösungen für Bestand und Neubau. Wo?  Halle A4: Stand 432. Quality follows Function! Die Welt ist vielfältig und wie sie, sind auch Bauten. Egal ob Wohnung, Schule, Verwaltungsgebäude: Je nach Nutzung müssen Bauelemente unterschiedlichen Anforderungen genügen. Das Institut für Fenstertechnik (ift) in Rosenheim stellt die „anwendungsorientierte Bauqualität“ in den Fokus seiner diesjährigen Sonderschau und gibt wertvolle Einsatzempfehlungen. Wo? Halle C4: Stand 502. Die Inhalte der einzelnen Sonderschauen können Sie noch einmal ausführlich hier auf der BAU-Internetseite nachlesen.

Von Experten für Experten

Hunderte Messestände zeigen tausende Produkte in 17 Hallen: Wer den Überblick behalten und sich weiterbilden will, sollte die Fachforen besuchen. Dort gibt es mehr als Ruhe. Auf der BAU geht es vor allem um eins: Produkte, Produkte, Produkte. Im aufgeregten Gewusel der Weltleitmesse in München steht das Geschäft im Mittelpunkt. Zurecht. Denn die Unternehmen geben viel Geld aus, um sich auf der BAU präsentieren zu können. Als Ergänzung zum geschäftigen Treiben bietet die BAU vier Fachforen. Sie finden mitten im Messegeschehen statt und sind simpel zwischen den Standbesuchen aufzusuchen. Selbstverständlich herrschen dort Ruhe und Konzentration. Denn es gibt viel Input. Zahlreiche Experten kommen bei Vorträgen und Paneldiskussionen zu Wort. Die Foren geben der Messe ihre fachliche Tiefe. Das ist wichtig. Denn das Planen und Bauen wird immer komplexer, anspruchsvoller. Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel, Urbanisierung, Ressourcenverknappung, Energiewende, Energie- und Ressourceneffizienz, Recycling: Die Herausforderungen für die Bauwirtschaft sind vielfältig. Deswegen bietet die Messe verschiedene BAU-Foren, wie die Liste zeigt: Forum A4: Architekt und Industrie im Dialog In Halle A4 beleuchtet das Forum die Rolle des Architekten in Gegenwart und Zukunft. Drei Referenten aus international renommierten Architekturbüros sowie drei Vertreter aus der Industrie werden über neue Entwicklungen und Trends berichten und diskutieren. Die Themen erstrecken sich von Wohnraum für Flüchtlinge und Migranten über modulare Bausysteme und BIM bis hin zu den konstruktiven Möglichkeiten des Baustoffs Holz. Forum A4: Detail research – Building the Future An sechs Nachmittagen präsentiert das Forum praxisnahe internationale und interdisziplinäre Forschungsprojekte für das Bauen der Zukunft. Namhafte Referenten geben Einblick in ihre Forschungstätigkeiten und versuchen die folgenden Fragen und Themen gemeinsam mit den Forenteilnehmern zu erörtern:
  • Smart Home – Wie sieht das smarte Gebäude der Zukunft aus? Welche Faktoren stehen dabei im Fokus?
  • Fassaden – Welche Chancen bieten „mitdenkende“ Fassadensysteme?
  • Der Systembau – eine Renaissance, dank moderner Planungsmethoden und innovativer Fertigungstechniken
  • Bauen für alle – Was heißt das in einer globalisierten Welt?
  • Digitalisierung – Welche Perspektiven bieten digitale Planungsmethoden?
Forum C2: Die Zukunft des Bauens Wie das Bauen und Gestalten der Zukunft aussieht, versucht das Fachforum mit täglich wechselnden Themen und Referenten zu entschlüsseln. Ziel ist es, den Status Quo zu diskutieren und die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Baukultur und Architektur zu definieren. Dabei geht es um aktuelle Themen, wie die Liste zeigt:
  • smart building materials
  • BIM
  • Großprojekte
  • Wohnen
  • The next big thing: Was wird in den kommenden Jahren in der Architektur zum „next big think“ hinter dem „one more thing“?
  • Emerging stars, emerging markets: Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Forum B0: Von der Vision in die Praxis Das Forum wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, der Fraunhofer Allianz Bau und dem Bundesverband Altbauerneuerung präsentiert. Das Bundesbauministerium informiert über Forschungs- und Förderinitiativen sowie politische Zielsetzungen und gesetzliche Grundlagen. Die Fraunhofer Allianz Bau stellt einen Teil ihrer Forschungsarbeit anhand konkreter Projekte vor. Die Vorträge des Bundesverbands Altbauerneuerung behandeln die großen Herausforderungen der Zukunft für bestehende Gebäude. Die Inhalte der einzelnen Foren können Sie noch einmal ausführlich hier auf der BAU-Internetseite nachlesen.

Wer, was, wo, wie?

Wohin, wann und wie? Die BAU 2017 ist riesig und nicht immer übersichtlich. Hier finden Sie alle wichtigen Fakten zur BAU 2017. Alle zwei Jahre findet die BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme statt. Sie setzt Maßstäbe und ist der wichtigste Treffpunkt der Branche. Die Messe bietet auf über 180.000 Quadratmetern Materialien, Technologien und Systeme für Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau im Neubau und im Bestand. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, hier alles Wichtige im Überblick. Termin BAU 2017 16. bis 21. Januar 2017 Messe München Öffnungszeiten 16. bis 20. Januar 2017, Mo. bis Fr. von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr 21. Januar 2017, Sa. von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr Adresse Messe München GmbH Messegelände 81823 München 089-94920720 info@messe-muenchen.de Anreise per U-Bahn ab München Hauptbahnhof: Linie U2 bis zur Haltestelle „Messestadt West“ oder „Messestadt Ost“ (Fahrzeit: ca. 18 Minuten) Mehr Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln finden Sie hier. per Shuttlebus vom Münchener Flughafen: Mehr Informationen dazu finden Sie hier. mit dem Auto: Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Alles im Blick

Sehen Sie auf einen Blick, wo Sie was wann finden: Alle hilfreichen Übersichten zur BAU 2017 finden Sie hier zum Download. Auf einen Blick Alle zwei Jahre findet die Weltleitmesser für Architektur, Materialien und System statt. Zahlen, Daten und Fakten zur BAU 2017 finden Sie hier auf einen Blick. Geländeplan Es gibt soviel zu entdecken, so viel zu sehen. Hier finden Sie schnell den richtigen Weg. In welcher Halle die Aussteller zu welchen Oberthemen zu finden sind, erfahren Sie im Geländeplan der BAU 2017. Besucherguide Behalten Sie die Übersicht. Das ist bei einer so großen Messe wie der BAU 2017 gar nicht so leicht. Hier erhalten Sie einen Übersichtsplan der BAU 2017. Darin enthalten: in welcher Halle Sie an welchem Stand die jeweiligen Aussteller finden. Besucherguide BAU 2017. Forenübersicht Zahlreiche Architekten und renommierte Branchenexperten zeigen ihre neuesten Projekte und Zukunftsideen, inklusive praxisnaher Lösungen. Alle Referenten und ihre Vortragsthemen finden Sie hier kompakt in der Forenübersicht BAU 2017. Sonderschauen-Übersicht Die Sonderschauen thematisieren die Leitthemen der BAU und fokussieren sie aus verschiedenen Blickwinkeln. All das finden Sie in der Übersicht der Sonderschauen der BAU 2017.