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Bauschutt-Recycling auf hohem Niveau

Ein Abbruchunternehmer erzielt Recyclingquoten von 90 Prozent, doch in vielen öffentlichen Ausschreibung bleiben die aufbereiteten mineralischen Baustoffe unerwünscht

18.02.20207 Min. 1 Kommentar schreiben
Walter Feess auf seinem Wertstoffhof
Walter Feess auf seinem Wertstoffhof in Kirchheim/Teck

Von Leonhard Fromm

Der 3,6 ha große Wertstoffhof im baden-württembergischen Kirchheim unter Teck an der Autobahn Richtung München bildet das Herzstück der Heinrich Feess GmbH, die seit Jahren Umwelt- und Mittelstandspreise abräumt (2016 etwa den Deutschen Umweltpreis). Mittlerweile teilen 250 Mitarbeiter die Vision von Inhaber Walter Feess, wonach Gebäude Materiallager sind. Zwar liegt das Kerngeschäft des mittlerweile 65-Jährigen im Ausheben von Baugruben und Abreißen alter Gebäude und Straßen, doch längst hat Feess die Wertschöpfungskette konsequent erweitert.

„Wir können immer noch besser werden und müssen uns unserer Verantwortung für Mensch und Umwelt stellen,“ sagt Feess, der es bei dem Bauschutt, den er mit seinen Abrissen erzeugt mit aufwändigen Verfahren auf Recyclingquoten von bis zu 90 Prozent bringt. Das spart kostbaren Deponieraum, vermeidet weite Lkw-Transportfahrten und schont die natürlichen Ressourcen. Um diese hohen Quoten zu erzielen, macht er nahezu alles: Seine Bagger sind mit sechs verschiedenen Spezialwerkzeugen ausgestattet, die es teils gar nicht zu kaufen gibt, um alte Fabrikhallen und Bürogebäude möglichst sortenrein abzureißen. Denn der Praktiker weiß: Wenn die oft 80 Jahre alte Bodenplatte beim Herausholen in tausend Stücke zerbricht, ist das Material hinterher kaum mehr recycelbar. Seine Philosophie: Qualitätsrecycling beginnt bereits beim Abriss.

Sortieranlage für Bauschutt
In der Nassklassieranlage wird Bauschutt gewaschen, um ihn sortenrein wieder zu Wertstoff aufzubereiten. Feess war 2017 bundesweit der erste Betreiber dieser irischen Erfindung.

1 Gedanke zu „Bauschutt-Recycling auf hohem Niveau

  1. Die Aufbereitung von Lehmziegeln zu hochwertigem Zuschlagstoff ist wirklich ein interessanter Ansatz. Es zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, vermeintlichen ‚Abfall‘ sinnvoll zu nutzen. Schade, dass solche Lösungen in Ausschreibungen oft ignoriert werden.

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