Dieser Beitrag ist unter dem Titel „In der Zukunft“ im Deutschen Architektenblatt 01-02.2023 erschienen.
Von Bernhard Kurz
In der Zukunft wird unsere Gesellschaft ein neues Ziel haben. Wir werden verstanden haben, dass nicht das stetige Wachstum des Bruttoinlandsprodukts unser Ziel sein sollte, sondern unser gemeinsames Leben lebenswerter zu machen.
In der Zukunft werden wir Wohlstand nicht mehr durch die Menge an Kapital definieren, sondern durch den Reichtum guter Beziehungen, kreativer Entfaltung, gesunder Lebensumstände und sinnvoller Aufgaben.
In der Zukunft werden wir nur noch 15 Stunden pro Woche Erwerbsarbeit leisten, denn unsere Wirtschaft produziert bereits heute viel mehr, als wir für ein gutes Leben eigentlich benötigen.
In der Zukunft werden wir deshalb wieder Zeit und Muße haben, Dinge selbst zu tun. Wir werden Dinge wieder reparieren oder selbst bauen oder andere Menschen dazu befähigen, Dinge selbst zu tun.
In der Zukunft werden wir die Wahlfreiheit haben, uns um nahestehende Menschen wieder selbst zu kümmern, wir werden wieder Zeit für Beziehungspflege haben, für unsere Kinder oder Eltern, für Freund*innen und Partner*innen.
In der Zukunft werden wir wieder Kapazitäten haben, um unsere Demokratie zu pflegen durch Engagement für die Gesellschaft, in Vereinen oder im Ehrenamt.
In der Zukunft wird es unwichtig sein, welche Hautfarbe, welches Geschlecht oder Elternhaus uns auf unseren Lebensweg mitgegeben wurde. Vielmehr wird wichtig sein, welchen Beitrag wir zur Gemeinschaft leisten.
„(Zum Bruttosozialprodukt gehören) auch Luftverschmutzung und Zigarettenwerbung und Rettungsfahrzeuge, die die Opfer von Verkehrsunfällen von unseren Highways abtransportieren, außerdem Spezialschlösser für unsere Haustüren und Gefängnisse für Leute, die sie aufbrechen. (…) Napalm gehört dazu und Atomsprengköpfe. (…) Was für das Bruttosozialprodukt andererseits keine Rolle spielt, sind die Gesundheit unserer Kinder, die Qualität ihrer Erziehung, die Freude, die sie beim Spielen haben. Die Schönheit unserer Dichtung zählt nicht, es zählen nicht die Stabilität unserer Ehen, die Intelligenz unserer Debatten oder die Integrität unserer öffentlichen Beamten. Es zählen nicht unsere Klugheit und unser Mut, weder unsere Weisheit noch unsere Ausbildung, weder unser Mitgefühl noch die Liebe zu unserem Land, kurz: Es zählt alles außer dem, was das Leben lebenswert macht.“ Robert Kennedy, 1968
Lieber Herr Kurz, schön dass Sie das erkannt haben, wofür viele seit Jahrzehnten Ihr ganzes Leben einsetzen. Willkommen im Club der „Unverbesserlichen“ in der Nachfolge von Albert Einstein, Albert Schweitzer und besonders Gott Vater, Jesus Christus, Buddha, …, …