Der Bau-Turbo soll durch Bürokratieabbau den Wohnungsbau beschleunigen. Zwischen Wohnungsnot und Klimakrise wird daraus vor allem ein Test für die Kommunen. Das Gesetz ist im Oktober 2025 in Kraft getreten und bis 2030 befristet. Eine Zwischenbilanz.
Kostengünstiger Wohnungsbau ist möglich. Aber erst im Zusammenspiel von Bodenpolitik, Entscheidungskultur und entwerferischer Priorisierung entsteht der Spielraum hierfür
„Künstliche Intelligenz, Hyperrealität und die Rolle der Gestaltung“
Jean Baudrillard veröffentlichte „Simulacres et Simulation“ 1981, zu einem Zeitpunkt, an dem das Fernsehprogramm in den Nachtstunden noch von einem Testbild unterbrochen wurde, und zwei Jahre bevor die Einführung der TCP/IP-Protokolle den Grundstein für das legten, was wir heute als Internet kennen. In diesem Buch argumentiert er bereits damals, dass Zeichen keine Wirklichkeit mehr repräsentieren. Sie ersetzen sie. In vier Phasen beschreibt Baudrillard, wie ein Bild zunächst eine Wirklichkeit widerspiegelt, sie dann verschleiert, dann deren Fehlen kaschiert und schließlich zu einem reinen Simulacrum wird, das keine Referenz außerhalb seiner selbst mehr kennt.
Vom Reststoff zum Bauteil: Zirkuläre Wandelemente aus 3D-gedrucktem Altholz
Durch die Einschränkung energetischer Verwertungswege ist Altholz vom Brennstoff zum Rohstoff geworden. Am Fachgebiet Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren (EDEK) der Universität Kassel, unter der Leitung von Prof. Philipp Eversmann, wird dieser Stoffstrom seit mehreren Jahren als konstruktive Ressource untersucht – aktuell im Forschungsprojekt RAFA 2.0 gemeinsam mit Buro Happold.
Künstliche Intelligenz im Architekturbüro: Warum Abwarten die teuerste Option ist
29 %. Nicht einmal jeder dritte Architekt und jede dritte Architektin in Deutschland nutzt heute KI-Tools im Büroalltag – und die meisten davon befinden sich noch in der Erprobungsphase. Das ergab die Architektenbefragung 2025 der Bundesarchitektenkammer, an der sich über 15.600 Kammermitglieder beteiligten. Gleichzeitig wünschen sich 77 % der Befragten Fortbildungsangebote zum Thema. Der Wille ist da. Was fehlt, ist Orientierung.
Künstliche Intelligenz – die neue Normalität am Bau?
Wer im März dieses Jahres durch die Gänge der digitalBAU 2026 lief, konnte es spüren: Der Staub von Skepsis und Unwissenheit hatte sich gelegt: Erschien die künstliche Intelligenz (KI) noch vor zwei Jahren wie ein vages Versprechen aus dem Silicon Valley – das in den deutschen Architekturbüros eher Stirnrunzeln denn Begeisterung auslöste –, ist sie längst zum Bestandteil in der Wertschöpfungskette Bau gereift. Wenn auch mit Einschränkungen. Denn nicht jeder Prozess, der sich vollmundig mal eben mit KI-Tools automatisieren lassen sollte, ist dies bereits. Wir blicken dennoch nicht mehr nur in eine trübe, magische Glaskugel und erraten die Zukunft – wir programmieren sie bereits. Denn irgendwie prompten kann jede oder jeder von uns!
„KI ist weder Heilsversprechen noch existenzielle Bedrohung. Sie ist ein Strukturverstärker.“
Christoph Wagener studierte Architektur sowie Wirtschaftswissenschaften. Als Architekt AKBW SIA und promovierter Ökonom verbindet er gestalterische, technische und ökonomische Perspektiven. In seinem Beitrag erklärt er, wie sich KI in der Architektur zwischen Werkzeug, Wettbewerbsfaktor und Systembruch bewegt.
Während KI-Anwendungen digitale Perfektion zur Massenware machen, könnte ausgerechnet menschliches Scheitern, Irren und Abweichen zum wertvollsten Rohstoff der Zukunft werden.